"Mit meinen Füßen auf ihrem Kopf": Verfahren gegen Kölner Polizist eingeleitet

Von Jonas-Erik Schmidt

Köln - Wegen mutmaßlichen Äußerungen gegen einen Bürger ist gegen einen Kölner Polizeibeamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Das bestätigte die Behörde am Freitag.

Der betroffene Bürger hat aufgrund der mutmaßlichen Äußerungen zusätzlich Anzeige gegen den Beamten der Polizei Köln erstattet.
Der betroffene Bürger hat aufgrund der mutmaßlichen Äußerungen zusätzlich Anzeige gegen den Beamten der Polizei Köln erstattet.  © Oliver Berg/dpa

Zuvor hatte der "Express" darüber berichtet. Laut dem Bericht soll der Polizist zu einem von ihm zuvor kontrollierten Mann gesagt haben: "Ich habe gesagt: Ich würde mir wünschen, dass sie auf dem Boden liegen". Zudem seien die Worte gefallen: "Mit meinen Füßen auf ihrem Kopf." Davon gebe es auch Videoaufnahmen.

Der Satz weckt Erinnerungen an den Fall des Afroamerikaners George Floyd, der im Mai 2020 in Minneapolis bei einer Festnahme ums Leben gekommen war. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Ein Polizist presste dabei sein Knie auf Floyds Hals.

"Für derartige Worte eines Polizeibeamten habe ich wirklich kein Verständnis. Das entspricht nicht dem Bild der Polizei Köln", erklärte die stellvertretende Polizeipräsidentin Miriam Brauns (50).

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"Gegen den Beamten ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, ihm ist bis auf Weiteres das Verbot der Führung der Dienstgeschäfte ausgesprochen worden."

Handy mit Gesprächsaufzeichnung sichergestellt

Die Polizei teilte zudem mit, dass sie die Anzeige des Bürgers aufgenommen und Ermittlungen eingeleitet habe. Die Staatsanwaltschaft werde die Strafbarkeit der Äußerungen prüfen. Sollte ein Verdacht auf strafbares Verhalten vorliegen, werde aus Gründen der Neutralität die Polizei in Bonn die Ermittlungen übernehmen.

Zudem sei auch gegen die Person, die das Gespräch mit dem Polizisten heimlich aufgezeichnet und in sozialen Medien veröffentlicht haben soll, Anzeige wegen des Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes erstattet worden.

Dafür sei auch das Handy sichergestellt worden.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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