Deutscher Urlauber auf Mallorca: Wirbel um "Nazi-Tattoos" in WDR-Beitrag

Köln/Pinneberg – Der WDR hat auf die Kritik an der Darstellung umstrittener Tattoos in einem Fernsehbeitrag reagiert.

Auf dem rechten Arm eines Urlaubers sind die umstrittenen Tattoos zu sehen.
Auf dem rechten Arm eines Urlaubers sind die umstrittenen Tattoos zu sehen.  © Screenshot/WDR

Eigentlich sollte es in dem Bericht um den soeben erst wieder erwachten Tourismus in Corona-Zeiten gehen. Das WDR-Team reiste dafür mit dem Flieger auf der Deutschen liebste Urlaubsinsel nach Mallorca.

Einige Urlauber kamen dabei zu Wort. Ins Auge fiel den Zuschauern aber auch der tätowierte Oberarm eines Mannes am Strand. Darauf zu sehen war zum einen das Konterfei eines Soldaten und schräg daneben eine sogenannte Wolfsangel. 

Dieses Symbol taucht in vielen Stadt- oder Vereinswappen auf, wurde aber auch von den Nazis genutzt und gilt daher heute als rechtsextremes Zeichen. In diesem Kontext ist das Zeigen bzw. Nutzen dieses Symbols auch strafbar.

Nicht wenige Twitter-User empörten sich daher über "Nazi-Tattoos" und forderten eine Reaktion vom WDR. Unter den Kritikern war auch die Antifa Pinneberg.

Mittlerweile hat der Sender die betroffene Szene herausgeschnitten und zeigt stattdessen einen Hinweis. 

Dabei entschuldigt sich der Sender für einen Fehler und bedankt sich für den Hinweis. "Trotz unseres Anspruchs größtmöglicher Sorgfalt" habe man eine Person gezeigt, "deren Tätowierung einen rechtsextremen Kontext nahelegen und in diesem Zusammenhang strafbar sein könnten".  Die entsprechende Bildsequenz sei daher entfernt worden.

Update, 15.28 Uhr: Die Stellungnahme des WDR

Der WDR verweist auf seine Stellungnahme zu diesem Thema. Aufgrund eines internen Missverständnisses sei der Text im Vergleich zur ersten Mitteilung leicht angepasst worden. 

"Im Beitrag zum Thema Flugreisen in der Sendung Markt vom 1. Juli 2020 (WDR Fernsehen) war im Rahmen einer Umfrage eine Person zu sehen, die nicht zu Wort kam, aber deren Tätowierungen einen rechtsextremen Kontext nahelegen und in diesem Zusammenhang strafbar sein könnten. Da unser Fokus auf den Aussagen der Frau lag, ist dies leider weder der Autorin noch der Redaktion bei der Filmabnahme aufgefallen. Das entspricht nicht unserem Anspruch größtmöglicher Sorgfalt und die Redaktion bittet daher um Entschuldigung. Die entsprechende Bildsequenz wurde inzwischen aus der Mediathek entfernt."

Der WDR hatte den Beitrag am Mittwochabend im Rahmen der Sendung "Markt" ausgestrahlt. 

Titelfoto: Screenshot/WDR

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