Neues MiQua-Museum in Kölner Altstadt wird noch teurer als geplant!

Köln - Wieder teurer und wieder später fertig als zu Beginn geplant: Erneut übersteigt ein Großprojekt in Köln deutlich die einst geplanten Baukosten und wird deutlich später fertig. Diesmal betrifft es das "Museum im Quartier" (MiQua) in der Archäologischen Zone direkt neben dem Kölner Rathaus.

Im März wurden Stahlträger am Neubau des Jüdischen Museums installiert. Das "Museum im Quartier" (MiQua) in der Archäologischen Zone in Köln soll 2024 eröffnen.
Im März wurden Stahlträger am Neubau des Jüdischen Museums installiert. Das "Museum im Quartier" (MiQua) in der Archäologischen Zone in Köln soll 2024 eröffnen.  © Oliver Berg/dpa

Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilte, steigen die Kosten für das "MiQua" auf mindestens 127 Millionen Euro. Die geplante Eröffnung wird jetzt für 2024 angestrebt.

Damit dürften die verzögerten Bauarbeiten auch direkt in der Rathauszentrale tagtäglich zu hören und zu sehen sein.

Allerdings sind diese neuen Zahlen nur Momentaufnahmen, wie die Vergangenheit des Projekts zeigte und allein das eingestellte Risikobudget von 23 Prozent des Budgets offenbart.

Aktuell listet die Stadt Köln als Hauptursachen folgende Kostentreiber auf.

  • Eine erste Bauverzögerung von zwei Jahren, bedingt durch verzögerte Tiefbauarbeiten
  • weitere Änderungen der Baupläne nach zwölf Monaten Sandabsaugung und Freilegung der archäologischen Funde
  • Neuplanung der Barrierefreiheit im unterirdischen Ausstellungsparcours
  • Neue Sicherheitsvorkehrungen
  • weitere Preissteigerungen aufgrund der Corona-Pandemie

Der Rat der Stadt Köln soll über die neue Preiskalkulation in Höhe von 127 Millionen Euro in seiner Sitzung Anfang Mai beraten und die notwendigen Gelder freigeben.

Bemerkenswert sind auch die Herausforderungen, die eine Sprecherin der Stadt Köln für den Bau jetzt aufzählte. So erschwerten die Nähe zum Historischen Rathaus und das unterirdische Bodendenkmal die Arbeiten. Die Ausführung sei deutlich komplizierter als in der Planung vorhersehbar.

FDP-Kritik: "Die Stadt Köln muss endlich zu haltbaren Prognosen und Abläufen kommen"

Das MiQua-Museum soll nun erst 2024 öffnen, so die aktuelle Planung.
Das MiQua-Museum soll nun erst 2024 öffnen, so die aktuelle Planung.  © Oliver Berg/dpa

Die FDP-Fraktion kritisierte die späte Bekanntmachung der gestiegenen Kosten.

Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion, teilte mit: "Das jüdische Museum mit dem archäologischen Rundgang durch zweitausend Jahre Stadtgeschichte bleibt trotz dieser Nachrichten ein herausragendes Projekt für die Stadt Köln."

Er bemängelte aber auch deutlich: "Es ist bedauerlich, dass dieses wichtige Projekt nun wieder mit schlechten Nachrichten belastet wird. Die Stadt Köln muss endlich zu haltbaren Prognosen und Abläufen kommen. Dass wir regelmäßig im Fortgang von Projekten überrascht werden, ist nicht akzeptabel."

Er legte den Finger in die Wunde. "Dass diese Baustelle einen hohen Grad an Komplexität mit sich bringt, ist seit der Entscheidung und den Planungen für diese Modellvariante bekannt. Wir müssen endlich zu Kostenehrlichkeit am Anfang von Projekten und zu ihrer überraschungsfreien Durchführung kommen."

Im März 2020 hatte die Stadt Köln die letzte Kostensteigerung bekannt gegeben. Da stiegen die Baukosten von geplanten 77 Millionen Euro auf mindestens 95 Millionen Euro. Noch Stand September 2019 hieß es, das Museum könne 2021 in die Hände des LVR übergeben werden. Ob das Museum tatsächlich 2024 öffnen wird, bleibt offen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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