2018 verurteilt: Prozess gegen Kölner Sängerin Hozan Canê in Türkei geht in Endphase

Von Mirjam Schmitt/Linda Say

Köln/Istanbul – Der Prozess gegen die Kölner Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Canê (50) in der Türkei geht am morgigen Mittwoch in die Endphase.

Hozan Canê (50) darf seit Oktober 2020 nicht aus dem Land ausreisen. Zwei Jahre war sie inhaftiert, nun hofft sie auf ein Ende des Prozesses.
Hozan Canê (50) darf seit Oktober 2020 nicht aus dem Land ausreisen. Zwei Jahre war sie inhaftiert, nun hofft sie auf ein Ende des Prozesses.  © Linda Say/dpa

Die Staatsanwaltschaft im westtürkischen Edirne werde voraussichtlich das Abschlussplädoyer halten, sagte ihre Anwältin Newroz Akalan der Deutschen Presse-Agentur. Danach könne ein Urteil fallen.

Canê wird Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen, die in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt.

Bereits im November 2018 war die Sängerin für den Vorwurf zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden.

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Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf und der Fall wurde neu aufgerollt. Die Anklage stützt sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen.

Hozan Canê war kurz vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden und war mehr als zwei Jahre inhaftiert.

Seit Oktober 2020 gilt eine Ausreisesperre. Canê hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Ihre Tochter Gönül Örs (39) war Ende Juni in der Türkei wegen Terrorvorwürfen zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sie konnte das Land aber verlassen und ist wieder zurück in Köln.

Titelfoto: Linda Say/dpa

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