Friedrich Merz vergleicht CDU-Parteitag mit Tim-Bendzko-Konzert

Düsseldorf – Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz (64), hat den im Dezember terminierten Parteitag der CDU mit einem Pop-Konzert vergangenes Wochenende in Leipzig verglichen. 

Friedrich Merz (64), früherer Fraktionvorsitzender der CDU/CSU und Kandidat für den CDU-Vorsitz hat einen ungewöhnlichen Vergleich gezogen.
Friedrich Merz (64), früherer Fraktionvorsitzender der CDU/CSU und Kandidat für den CDU-Vorsitz hat einen ungewöhnlichen Vergleich gezogen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Wenn Tim Bendzko (35) vor 1500 Gästen auftreten könne, "dann müssen wir mit 1000 Delegierten auch einen Bundesparteitag der CDU machen können", sagte Merz am Montag beim "Ständehaus Treff" der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Die Veranstaltung vor 500 Gästen fand auf dem abgedeckten Rasen im Düsseldorfer Fußballstadion "Merkur Spiel-Arena" statt.

Anfang Dezember soll bei einem Parteitag in Stuttgart der neue CDU-Vorsitz gewählt werden. Als Kandidaten mit den besten Aussichten gelten neben Merz Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenexperte Norbert Röttgen.

Merz sagte, er halte den Parteitag im Dezember für "unverzichtbar". Er befürworte zwar eine Änderung des Parteiengesetzes, die künftig auch virtuelle Parteitage möglich machen könnte. Dies ginge aber nicht, wenn es um "Personalentscheidungen von solch einer Tragweite" gehe.

Die CDU könne, wenn die Messe Stuttgart zu klein wäre, auch in ein Fußballstadion gehen, so der Ex-Unionsfraktionschef.

Merz reagierte auf eine Debatte, die in der CDU-Spitze seit Längerem läuft. Die amtierende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende erneut eine Verschiebung des Parteitags nicht ausgeschlossen, falls es zu einer neuen Pandemie-Welle kommen würde.

Pop-Star Tim Bendzko war für ein Konzertexperiment der Universitätsmedizin Halle vor 1400 Freiwilligen aufgetreten.

Friedrich Merz hat mit seiner Familie in Quarantäne Skat gespielt

Pop-Sänger Tim Bendzko (35) ist am Wochenende in Leipzig trotz Corona-Pandemie vor über Tausend Menschen aufgetreten.
Pop-Sänger Tim Bendzko (35) ist am Wochenende in Leipzig trotz Corona-Pandemie vor über Tausend Menschen aufgetreten.  © Georg Wendt/dpa

Im März war bekannt geworden, dass sich Merz mit dem Coronavirus infiziert hatte. Danach hat der CDU-Politiker für sich und seine Familie zunächst Skat-Karten im Internet bestellt, wie er der Rheinischen Post berichtete.

Die Familie spiele sonst immer Doppelkopf, darum habe man zu Beginn der Quarantäne kein Skatblatt im Haus gehabt. "Jetzt waren wir plötzlich zu dritt. Was macht man so einer Situation?"

Da er der einzige gewesen sei, der Skat spielen konnte, habe er es dann seine Frau und seiner Tochter beigebracht, so Merz.

Merz sagte am Montag, er habe sich bei einem Journalisten angesteckt und dann wiederum seine Frau angesteckt.

Der Krankheitsverlauf sei bei ihm "leicht" gewesen. Seine Frau habe zunächst gar keine Symptome gezeigt.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa / Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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