Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau beleidigt alle Kölner Medien als "Fake News"

Köln - Der Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau (63) hat sämtliche Kölner Medien als "Fake News" bezeichnet. Damit reitet er auf der sprachlichen Welle von Ex-US-Präsident Donald Trump (75).

Bernd Petelkau (63) ist Chef der Kölner CDU und Vorsitzender der Fraktion im Rat der Stadt Köln.
Bernd Petelkau (63) ist Chef der Kölner CDU und Vorsitzender der Fraktion im Rat der Stadt Köln.  © Oliver Berg/dpa

"Sie sollten nicht den Fake News der Kölner Medien hinterherlaufen", hatte der Kölner CDU-Chef und Abgeordnete im NRW-Landtag bei Facebook kommentiert.

Frank Überall (50), Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, hinterfragte die Beleidigung: "Nutzen Sie jetzt bewusst manipulative Trump-Vokabeln, um professionelle Medien zu diskreditieren?", so der DJV-Chef.

CDU-Mitglieder widersprachen offen ihrem Chef: "Als CDU-Mitglied schäme ich mich für diese Wortwahl! Freier Journalismus ist die Grundlage der Demokratie!"

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Die Mehrheitspartner der Grünen im Kölner Rat kritisierten Bernd Petelkau ebenfalls scharf. Gemeinsam mit CDU und Volt führen sie die Mehrheit im Rat an.

Christiane Martin (Jahrgang 1967), Fraktionschefin der Grünen im Kölner Rat, kommentierte am Montag: "Eine solche Wortwahl lehnen wir Grünen ab. Die freie und kritische Berichterstattung ist eine Säule unserer Demokratie. Die müssen wir als demokratisch gewählte Ratsmitglieder nicht nur aushalten, wir müssen sie gerade in Zeiten grassierender Medienfeindlichkeit verteidigen."

Zum Politiker Petelkau sagte sie weiter: "Darauf werden wir Bernd Petelkau als Partei- und Fraktionschef unseres Bündnispartners CDU unmissverständlich hinweisen und fordern eine öffentliche Klarstellung."

Die CDU steckt seit der Offenlegung eines Geheimpapieres durch den Kölner Stadt-Anzeiger vor wenigen Tagen in der Krise. Dabei ging es um die Absprache und Verteilung von Posten in der Kölner Verwaltung und städtischen Unternehmen. CDU, Grüne und SPD sollen sich genauestens abgesprochen haben.

Fritz Schramma (73), langjähriger Oberbürgermeister, gab am vergangenen Dienstag wegen der Beteiligung etlicher CDU-Politiker, allen voran Partei- und Fraktionschef Bernd Petelkau, den Ehrenvorsitz der CDU zurück.

Update, 17.20 Uhr: Petelkau löscht Beitrag über "Fake News"

Am Montagabend meldete sich der Kölner CDU-Chef zu Wort. Er ordnete seine "Fake-News"-Bezeichnung für die Kölner Medien als nicht angemessen ein.

"Meine Wortwahl in dem Facebook-Kommentar war nicht angemessen und sollte definitiv nicht die Arbeit der Kölner Medien diskreditieren. Ich stehe klar zur demokratischen Debattenkultur und zum Prinzip der Pressefreiheit. Daher habe ich den entsprechenden Kommentar gelöscht", teilte er mit.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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