Prostitutionsverbot kann "moderne Sklaverei" offenbar nicht verhindern

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) ist gegen ein generelles Prostitutionsverbot. Damit würden Prostituierte komplett ins Dunkelfeld geschoben.

NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) stellt "EXIT.NRW" vor, eine Aktion der Landesregierung gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.
NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (44, CDU) stellt "EXIT.NRW" vor, eine Aktion der Landesregierung gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.  © Roberto Pfeil/dpa

Hilfe für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution werde dadurch erschwert, sagte Scharrenbach am Montag in Düsseldorf.

Auch in der Corona-Pandemie müsse die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) zur Prostitution respektiert werden, unterstrich Scharrenbach.

Das OVG in Münster hatte vor einem Monat das Sex-Verbot in NRW-Bordellen gekippt und eine vollständige Untersagung sexueller Dienstleistungen als nicht verhältnismäßig beurteilt.

Allerdings müsse das seit 2017 geltende deutsche Prostituiertenschutzgesetz nachgeschärft werden, forderte Scharrenbach. Es habe nicht dazu beigetragen, auch nur einen einzigen Fall "moderner Sklaverei" in dem Gewerbe zu verhindern oder aufzudecken.

NRW startete am Montag eine breit angelegte Aufklärungs- und Beratungskampagne zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution. Rund 2000 Großflächenplakate in zehn Großstädten und weitere Informationsangebote sollen auf Unterstützung und Auswege aufmerksam machen.

Ein "Hilfetelefon" ist rund um die Uhr für Opfer von Gewalt, Menschenhandel und Zwangsprostitution erreichbar (Rufnummer 08000116016). Anonyme, kostenlose Beratung stehe in 17 Sprachen zur Verfügung, erklärte die Ministerin.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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