Reul will Radikalisierung von "Querdenkern" ernst nehmen

Düsseldorf – NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU) hat die Einstufung der "Querdenken"-Bewegung als Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz in Baden-Württemberg begrüßt.

NRW-Innenminister Herbert Reul, (68, CDU) hat das Vorgehen gegen die "Querdenken"-Bewegung begrüßt.
NRW-Innenminister Herbert Reul, (68, CDU) hat das Vorgehen gegen die "Querdenken"-Bewegung begrüßt.  © Henning Kaiser/dpa

"Von Baden-Württemberg ist die Bewegung 'Querdenken' ausgegangen und radikalisiert sich immer weiter. Deshalb ist das Vorgehen richtig. Wir sind aber alle gut beraten, diese Bewegung im Auge zu behalten", teilte Reul auf dpa-Anfrage am Mittwoch in Düsseldorf mit.

In Nordrhein-Westfalen setzten sich die Anti-Corona-Demonstrationen aus sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen. Darunter fänden sich Extremisten, aber zum Beispiel auch Esoteriker, Impfgegner oder Menschen, die schlicht in Sorge seien.

"Das sind unterschiedliche Beweggründe, aber wir müssen diese Entwicklung ernst nehmen", so Reul.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sieht in den Corona-Protest-Bewegungen "Personen und Gruppen, die sich zunehmend radikalisieren sowie extremistisch äußern".

Rechtsextremisten versuchten, die Proteste für ihre Ziele zu instrumentalisieren und mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. Bei der Demonstration am vergangenen Sonntag in Düsseldorf seien Rechtsextremisten und Hooligans von den Veranstaltern aber ausdrücklich als unerwünscht bezeichnet worden.

Die Anhänger der "Querdenken"-Initiative haben am Sonntag in Düsseldorf auf den Rheinwiesen demonstriert.
Die Anhänger der "Querdenken"-Initiative haben am Sonntag in Düsseldorf auf den Rheinwiesen demonstriert.  © Jonas Güttler/dpa

"Querdenken"-Bewegung wird in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz beobachtet

Dies und die Reaktionen darauf innerhalb der Querdenken-Community seien aber letztlich nur ein weiterer Beleg für die Heterogenität der Szene, hieß es am Mittwoch.

Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet als erstes in Deutschland die "Querdenken"-Bewegung. Es lägen "hinreichend gewichtige Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung" vor.

Titelfoto: Montage: Jonas Güttler/dpa, Henning Kaiser/dpa

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