Sie darf nach Hause: Ausreisesperre gegen Kölner Sängerin Hozan Canê aufgehoben

Von Mirjam Schmitt; Linda Say

Köln – Die Ausreisesperre gegen eine unter Terrorvorwürfen angeklagte Kölner Sängerin in der Türkei ist aufgehoben worden.

2018 wurde die Sängerin zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf.
2018 wurde die Sängerin zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf.  © Linda Say

Das entschied das Gericht im westtürkischen Edirne am Mittwoch. Die Kölnerin mit dem Künstlernamen Hozan Canê (50) kann das Land nun verlassen.

Beim Verlassen des Gerichts sagte sie der Deutschen Presse-Agentur: "Ich bin glücklich über das Urteil und dass ich nach Hause zurückkann, aber ich habe in den letzten Jahren so viel gelitten, dass dieses Glücksgefühl untergeht." Der Prozess wird am 20. September fortgesetzt.

Canê wird Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen, die in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt.

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Bereits im November 2018 war die Sängerin für den Vorwurf zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf und der Fall wurde neu aufgerollt.

Die Anklage stützt sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen.

Canê saß mehr als zwei Jahre in Haft

Hozan Canê war kurz vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden. Dort hatte sie eine Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP unterstützt. Sie war mehr als zwei Jahre inhaftiert. Seit Oktober 2020 galt die Ausreisesperre.

Canê hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Tochter Gönül Örs (39) war Ende Juni in der Türkei wegen Terrorvorwürfen zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Sie konnte das Land aber verlassen und ist wieder zurück in Köln.

Titelfoto: Linda Say

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