Stark steigende Corona-Zahlen in Köln: Neue Maßnahmen drohen!

Köln – Seit der vergangenen Woche ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Köln stark angestiegen. Geht es so weiter, drohen schon bald Maßnahmen in der Domstadt.

Eine Kölnerin desinfiziert sich die Hände, bevor sie das Wahllokal betritt.
Eine Kölnerin desinfiziert sich die Hände, bevor sie das Wahllokal betritt.  © Marius Becker/dpa

Um die aktuellen Zahlen verstehen zu können, hilft ein Blick auf die Entwicklung der Pandemie in Köln seit März 2020.

Am 5. April gab es offiziell 1007 Infizierte in Köln. Das ist bis heute der Höchstwert. Bis Ende April gab es in Köln 80 Corona-Todesopfer.

Nach einem starken Anstieg bis Anfang April flachte die Kurve deutlich ab. Anfang Juni war die Zahl der Infizierten auf 39 gesunken.

Seit Mitte Juli hat die Verbreitung des Virus jedoch wieder an Dynamik zugelegt. Bis Ende Juli stieg der Wert der aktuellen Corona-Fälle im Stadtgebiet auf 178 an.

Die Zahl der schweren Verläufe ist in Köln zurückgegangen. Seit Anfang Juli gab es nur neun weitere Todesopfer zu beklagen. Im Krankenhaus werden derzeit 35 Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandelt (Höchstwert im April: 145).

Rückten anfangs vor allem die täglichen Neuinfektionen und der R-Wert in den Vordergrund, wird das Pandemiegeschehen seit einigen Wochen vor allem durch die 7-Tage-Inzidenz bewertet. Hier wird die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt (neue Fälle je 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche).

Bundesweit gilt 50 als Grenzwert, bei dem mit Verboten bzw. Einschränkungen reagiert werden muss. 

In NRW gibt es zudem eine "lokale Corona-Bremse". Dabei handelt es sich um einer Art Frühwarnsystem. Übersteigt die Inzidenz den Wert von 35, muss die Politik über entsprechende Maßnahmen beraten. Diese sind nicht vorgeschrieben, sondern sollen möglichst effektiv helfen.

Jeder vierte Infizierte war in einem Risikogebiet, Appell von OB Reker

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63) mahnt die Einhaltung der Corona-Regeln an.
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63) mahnt die Einhaltung der Corona-Regeln an.  © Marius Becker/dpa

Konkrete Auswirkungen hätte eine Inzidenz von 35 oder höher auf den Sport. Dann würden wie im Falle des FC Bayern München an diesem Freitag Zuschauer wieder untersagt.

In Köln stieg die Inzidenz zuletzt innerhalb einer Woche von 17,7 auf 29,5. Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden in Köln 54 neue Corona-Fälle registriert.

Eine spezifische Erklärung für die Domstadt gibt es nicht. Während Reisende ein Faktor sind, hatte die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas bislang keinen großen Effekt.

Laut der Stadt Köln handelt es sich bei einem Viertel der Infizierten um Rückkehrer aus Risikogebieten. An Schulen und Kitas gab es bislang keine großen Ausbrüche. Insgesamt sind hier "nur" 49 Fälle zu verzeichnen – bei fast 200.000 Schülern und Kindern in Betreuung.

Aktuelle Hotspots sind der Stadt nicht bekannt. Auch deshalb appellierte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Donnerstag erneut an die Bürger: "Wir müssen uns weiterhin an die Abstands- und Hygieneregelungen halten. Nur so werden wir ohne weitere Einschränkungen leben können. Das muss es uns allen wert sein, eigenverantwortlich diese Regeln zu befolgen. Es liegt in unserer Hand, wie der weitere Verlauf sein wird."

Angesichts der aktuellen Entwicklung scheint es leider nur eine Frage der Zeit zu sein, bis in Köln über neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beraten wird.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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