Tennis-Star Alexander Zverev zieht souverän ins Viertelfinale ein!

Köln – Nach dem Final-Trauma bei den US-Open, dem Achtelfinal-Aus in Paris und einer Erkältung war Alexander Zverev (23) in Köln heiß auf ein Erfolgserlebnis vor heimischen Tennis-Fans. Nun muss er an diesem Donnerstag in leerer Halle antreten.

Kein Erfolg im Doppel am Dienstag: Alexander Zverev reagierte während der Partie und wirft seinen Schläger auf den Boden.
Kein Erfolg im Doppel am Dienstag: Alexander Zverev reagierte während der Partie und wirft seinen Schläger auf den Boden.  © Marius Becker/dpa

Es ist schon eine kuriose Situation. Als Zverev am Dienstag auf einer Pressekonferenz über das Turnier in Köln redete, saßen bei den Matches in der Halle noch einige Hundert Zuschauer. 

Wenn der US-Open-Finalist am Donnerstag im Achtelfinale gegen den Spanier Fernando Verdasco erstmals seit gut 14 Monaten wieder in seiner Heimat aufschlägt, wird die Halle leer sein.

"Ich habe mich eigentlich mega drauf gefreut, hier vor Zuschauern zu spielen", sagte der Weltranglisten-Siebte, wenige Stunden, nachdem die Entscheidung über den Zuschauer-Ausschluss wegen steigender Corona-Zahlen gefallen war. 

Für das gleich anschließende zweite Kölner Turnier in der kommenden Woche durfte der 23-Jährige noch auf Publikum hoffen. Turnierdirektorin Barbara Rittner kündigte an, die weitere Entwicklung genau zu beobachten und "in Abstimmung mit den Behörden eine Entscheidung bezüglich eines möglichen Besuchs des zweiten Turniers" zu fällen.

Alexander Zverev erkältet nach den French Open

Zverev bei einer Pressekonferenz in Köln am 13. Oktober.
Zverev bei einer Pressekonferenz in Köln am 13. Oktober.  © Marius Becker/dpa

Zverev freute sich aber auch so auf seinen ersten Auftritt in Deutschland seit seinem Start in Hamburg im Sommer 2019. 

Und seine Ansprüche bleiben ohnehin dieselben: "Es ist klar: Wenn man an Nummer eins gesetzt ist, will man das Turnier auch gewinnen."

Allerdings kämpft Zverev nach dem Grand-Slam-Doppelpack der letzten Wochen sowohl gegen die körperlichen Nachwehen von Paris als auch gegen die mentalen von New York. 

Nach der Erkältung, die ihn beim Achtelfinal-Aus bei den French Open gegen den 19 Jahre alten Italiener Jannik Sinner geschwächt hatte, sei er "die ganze letzte Woche extrem erschöpft gewesen. Ich habe kein einziges Mal richtig trainiert." 

Definitiv sei er aber nicht an Corona erkrankt gewesen. "Auch in Corona-Zeiten kann man einfach eine Erkältung bekommen", sagte der 23-Jährige: "Das haben viele nicht verstanden."

Final-Trauma bei den US Open: Letzter Titel liegt 17 Monate zurück

Ein enttäuschter Zverev nach seiner dramatischen Final-Niederlage bei den US Open im September 2020.
Ein enttäuschter Zverev nach seiner dramatischen Final-Niederlage bei den US Open im September 2020.  © Seth Wenig/AP/dpa

Vielleicht noch mehr in den Knochen steckt ihm der verpasste erste Grand-Slam-Titel vor einem Monat. Auf die Frage, wie oft er noch daran denke, gestand Zverev: "Was denken Sie denn? So jeden Tag 20 bis 25 Mal. Nachts auch. Und in meinen Träumen auch." 

Im Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem am 13. September hatte der Hamburger die ersten beiden Sätze gewonnen und nach einem dramatischen Verlauf schließlich im Tiebreak des fünften und entscheidenden Satzes verloren. "Ich war zwei Punkte davon entfernt, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen", sagte Zverev.

French-Open-Champion Rafael Nadal prophezeite dem Hamburger, er werde "noch mehr Chancen in der Zukunft bekommen". Doch das ist für Zverev nur ein schwacher Trost. Ebenso wie es ein Turniersieg in Köln wäre. Aber es wäre einer - und eine Erlösung. 

Denn seit seinem Sieg bei den ATP Finals 2018 gewann Zverev nur einen Titel. Und dieser Sieg in Genf ist auch schon 17 Monate her. Seitdem wartet er auf Titel Nummer zwölf. Von den bisherigen elf gelangen ihm immerhin zwei in der Heimat, 2017 und 2018 in München. Damals aber mit Zuschauern.

Update, 15.30 Uhr: Alexander Zverev zieht souverän ins Viertelfinale ein

Alexander Zverev (23) erspielt sich in Köln den Sieg und zieht ins Viertelfinale ein.
Alexander Zverev (23) erspielt sich in Köln den Sieg und zieht ins Viertelfinale ein.  © Marius Becker/dpa

Mit einer souveränen Leistung ist der Topgesetzte Alexander Zverev in das Viertelfinale des ATP-Tennisturniers in Köln eingezogen. Im ersten Auftritt nach seinem Achtelfinal-Aus bei den French Open bezwang der 23 Jahre alte Hamburger am Donnerstag den spanischen Routinier Fernando Verdasco 6:4, 6:1.

Am Freitag spielt der US-Open-Finalist gegen den Qualifikanten Lloyd Harris aus Südafrika um den Einzug ins Halbfinale der ersten von zwei neuen Hallen-Veranstaltungen in Köln.

Dem 36-jährigen Verdasco ließ Zverev in der fast menschenleeren Arena bei seinen Aufschlagspielen keine Chance und gab im ersten Satz nur zwei Punkte bei eigenem Service ab.

Ein Break zum 3:2 reichte dem Weltranglisten-Siebten zum Satzgewinn. Auch danach änderte sich nichts daran, dass der Turnierfavorit das Spiel klar kontrollierte. Drei Breaks führten zum ungefährdeten Weiterkommen.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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