Fatale Badeunfällen in NRW: Sechs Tote und ein Vermisster am Wochenende

Köln – In Nordrhein-Westfalen ist es am Wochenende zu mehreren Badeunfällen mit mindestens drei Toten gekommen.

Retter suchen im Rhein nach Vermissten. (Symbolbild)
Retter suchen im Rhein nach Vermissten. (Symbolbild)  © 123rf/Bjoern Wylezich

Bei dem heißen Wetter ist es am Wochenende in Nordrhein-Westfalen zu mehreren Badeunfällen gekommen. Drei Menschen wurden tot geborgen, in Köln und Attendorn wurden Suchen ohne Ergebnis eingestellt.

Aus dem Rhein-Herne-Kanal wurde am Samstagabend ein Mann (27) geborgen, der dort zuvor vermisst worden war.

Man habe vor Ort noch versucht, ihn wiederzubeleben, allerdings erfolglos. Die Polizei gehe nach ersten Erkenntnissen von einem Unfall aus, sagte ein Sprecher.

In Hörstel (Kreis Steinfurt) war bereits am Freitag ein 17-Jähriger am Torfmoorsee zunächst als vermisst gemeldet worden, wie die Polizei am Samstag mitteilte.

Nach einer dreistündigen Suche mit einem Hubschrauber wurde der Jugendliche tot aus dem See geborgen.

Rund 30 Kilometer entfernt war am selben Abend ein 44-Jähriger im Bockholter See in Greven verschwunden.

Bekannte hätten den Mann wenig später leblos im Wasser entdeckt, teilte die Polizei mit. Rettungskräfte der Feuerwehr versuchten noch, ihn wiederzubeleben.

Suche nach Vermissten bleibt oft erfolglos

Beim Baden in NRW-Gewässern ist es am Wochenende zu vielen Unfällen gekommen. (Symbolbild)
Beim Baden in NRW-Gewässern ist es am Wochenende zu vielen Unfällen gekommen. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

In Köln wurde die Suche nach einer vermissten 27-Jährigen am Samstagabend ergebnislos eingestellt. Die junge Frau hatte gemeinsam mit einer 29-Jährigen zwischen zwei Dämmen im Rhein gestanden, bevor sie wohl das Gleichgewicht verloren.

Die 29-Jährige wurde am Samstagabend leicht verletzt von Feuerwehr und Polizei aus dem Rhein gerettet.

Am Sonntagmorgen beendete die Feuerwehr die Suche nach der 27-Jährigen, da es keine Hoffnung mehr gebe, die junge Frau noch lebend zu bergen.

Im Veneknotensee bei Niederkrüchten (Kreis Viersen) geriet am Samstag ein siebenjähriger Junge unter Wasser, wie die Polizei mitteilte. Ersthelfer zogen ihn heraus und begannen mit der Wiederbelebung.

Dann wurde das Kind per Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Zu seinem Zustand gebe es noch keine neuen Informationen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

In Attendorn im Kreis Olpe am Biggesee hatte die Feuerwehr am Freitag eine großangelegte Suchaktion nach zwei Senioren eingeleitet.

Polizei und Feuerwehr suchten die Umgebung der Waldenburger Bucht mit einem Hubschrauber nach den Vermissten ab. Die Suche wurde am Freitagabend eingestellt.

Update, 13.34 Uhr: Sechs Tote in Gewässern am Wochenende

Helfer suchen im Rhein bei Düsseldorf nach einem Vermissten.
Helfer suchen im Rhein bei Düsseldorf nach einem Vermissten.  © Patrick Schüller

Bei Unfällen in Gewässern sind am Wochenende in Nordrhein-Westfalen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

In Düsseldorf wurde am Sonntagabend nach vier Stunden die Suche nach einem 18-Jährigen ergebnislos abgebrochen, der beim Baden im Rhein abgetrieben worden war. Er wäre das siebte Opfer.

"Jedes Jahr warnen wir besonders vor dem Rhein", sagte DLRG-Sprecher Michael Grohe am Montag: "Aber viele sind unbelehrbar - sobald wir uns umdrehen, gehen sie wieder ins Wasser."

Mehrere hundert ehrenamtliche DLRG-Helfer seien am Wochenende im Einsatz gewesen. Für die Arbeit am Ufer, im Boot und in den DLRG-Beobachtungstürmen bekämen sie kein Geld und oft obendrein Beschimpfungen von uneinsichtigen Badegäste, sagte Grohe.

In Köln-Rodenkirchen wurde am Sonntagabend die Leiche der vermissten 27-Jährigen geborgen.

Im Beyenburger Stausee nahe Wuppertal gab es einen besonders tragischen Fall: Ein 28-Jähriger mit geistiger Behinderung habe sich bei einem Spaziergang mit einem Betreuer am Sonntagnachmittag völlig unvermittelt in den See gestürzt, berichtete eine Polizeisprecherin.

Er konnte nicht schwimmen und sei untergegangen. Passanten hätten ihn zwar aus dem Wasser gezogen, er sei aber im Krankenhaus gestorben.

Titelfoto: Patrick Schüller

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