"Unterlassene Hilfeleistung": Kritik an WDR nach Starkregen-Katastrophe - der Sender reagiert!

Von Christof Bock

Köln - Der Westdeutsche Rundfunk steht wegen seiner Berichterstattung aus Nordrhein-Westfalens Unwetterregionen in der Kritik.

Der WDR hatte sein Nachtprogramm im Fernsehen und auf der Hauptwelle WDR2 trotz sich zuspitzender Wetter-Lage in der Nacht zum Donnerstag nicht unterbrochen.
Der WDR hatte sein Nachtprogramm im Fernsehen und auf der Hauptwelle WDR2 trotz sich zuspitzender Wetter-Lage in der Nacht zum Donnerstag nicht unterbrochen.  © Oliver Berg/dpa

Der WDR hatte sein Nachtprogramm im Fernsehen und auf der Hauptwelle WDR2 trotz sich zuspitzender Lage in Wuppertal und anderen Orten in der Nacht zum Donnerstag nicht unterbrochen.

In sozialen Netzwerken mehrten sich Vorwürfe. Der WDR kündigte für Donnerstag "Sondersendungen im Radio und Fernsehen zu Auswirkungen des Unwetters in NRW" an.

Der Sender teilte am Donnerstag mit: "In der Nacht hat der WDR im Netz auf WDR.de und bei WDRaktuell zur Situation in Wuppertal, Euskirchen und Rhein-Sieg-Kreis aktualisierte Infos gepostet und alle 30 Minuten monothematische Sonderausgaben der Radio-Nachrichten auf allen Wellen gesendet."

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Beim Jugendsender 1Live sei das Thema die ganze Nacht lang mit Beiträgen in der jungen Nacht der ARD für ganz Deutschland begleitet worden. "Die ARD Nacht-Programme, wie die ARD Info Nacht, wurden aus dem WDR Newsroom mit Informationen versorgt."

Alle Infos und aktuellen News zur Wetter-Katastrophe in NRW liest Du hier.

Das Medienmagazin DWDL twitterte: "WDR lässt Westen im Stich"

ARD-Sprecher wehrt sich gegen Kritik

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In Köln steigt der Rheinpegel immer weiter an. Aufgrund des Dauerregens sind viele Flüsse und Bäche in NRW über die Ufer getreten.  © TAG24/Brüggemann

Der Branchendienst dwdl.de sprach von "unterlassener Hilfeleistung". dwdl-Chefredakteur Thomas Lückerath schrieb: "Wenn der finanziell großzügig ausgestattete öffentlich-rechtliche Rundfunk wie hier im Falle des WDR es in akuten Krisensituationen nicht schafft, ein verlässliches Informationsangebot für das Sendegebiet zu liefern, was wohl unbestritten zur Kernaufgabe gehört, dann wird bei all den Sparbemühungen der Häuser, an den falschen Stellen gespart."

Der frühere Leiter und Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios Berlin, Ulrich Deppendorf (71), wandte sich mit seiner Kritik an die ARD: "Die schwersten Unwetter in Deutschland und im Ersten der ARD gibt es keinen Brennpunkt! Ist das die neue 'Informations-Offensive' der neuen ARD-Programmdirektion? So beschädigt man die Informationskompetenz der ARD."

Ein ARD-Sprecher entgegnete, man habe am Mittwoch "ausführlich in den Nachrichtensendungen und in den non-linearen Formaten der 'Tagesschau' über das Unwetter/Hochwasser berichtet".

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Auch für den Donnerstag "verlängerte "Tagesschau"-Ausgaben um 12 und 15 Uhr sowie ein "Brennpunkt" am Abend geplant.

Update, 15. Juli, 13.47 Uhr: WDR räumt Lücken in Berichterstattung ein

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken in der Berichterstattung über die Starkregen-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen eingeräumt - zugleich wies der Sender aber darauf hin, dass er selbst von dem Unwetter betroffen gewesen sei. Der WDR reagierte damit auf Vorwürfe in sozialen Netzwerken und Kritik aus der Medienbranche.

"Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR noch umfangreicher aus Wuppertal hätte berichten müssen, allerdings war das dortige WDR-Studio selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

"Übernommen haben die Studios in Düsseldorf und Köln, um mit Regionalnachrichten die Bevölkerung im Bergischen Land informieren zu können. Dafür liefern WDR-Reporter, die in Wuppertal unterwegs sind, die Informationen zu. Das Studio Wuppertal wird gerade mit Hilfe alternativer Übertragungswege wieder livefähig gemacht."

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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