Vom Rheinland ins Ländle: Bedrohte Tierart verlässt den Kölner Zoo

Köln/Stuttgart - Traurige Nachricht für alle Kölner Zoo-Fans. Der Bestand ist etwas kleiner geworden. Der Grund: Die beiden Netzgiraffen-Weibchen Nyiri (21) und Sala (4) sind aus dem Rheinland in die Stuttgarter Wilhelma gezogen.

Seit Anfang der Woche durchstreifen die neuen Netzgiraffen-Kühe Nyiri (rechts) und Sala gemeinsam die Außenanlage der Wilhelma in Stuttgart.
Seit Anfang der Woche durchstreifen die neuen Netzgiraffen-Kühe Nyiri (rechts) und Sala gemeinsam die Außenanlage der Wilhelma in Stuttgart.  © Wilhelma Stuttgart

Wie der Zoo in Baden-Württemberg am Donnerstag mitteilte, sind die beiden vergangene Woche in der Ruhe des leeren zoologisch-botanischen Gartens gut angekommen.

Auch der Kontakt mit den beiden "schwäbischen" Artgenossen – dem fast 21-jährigen Hanck und seine acht Jahre alte Tochter Anna – sei mittlerweile stabil.

"Diese zeigten sich auf ihrem heimischen Terrain unerschrocken und bewiesen Interesse an den neuen Mitbewohnerinnen", heißt es in einer Mitteilung des Tierparks.

Zwar sei der Bulle zunächst noch im Vorgehege von den Neuankömmlingen getrennt. "Doch Nyiri und Sala suchen immer wieder seine Nähe", heißt es vonseiten der Wilhelma. Mittlerweile ist das Quartett auch auf der Außenanlage zu beobachten.

Der Kölner Zoo hatte die Tiere abgegeben, weil das Giraffenhaus in naher Zukunft umgebaut werden soll. Da der Tierpark zurzeit ohnehin geschlossen ist, bietet sich die Renovierung auf jeden Fall an.

Weltweit nur noch weniger als 4700 Exemplare

Sofort nach ihrer Ankunft nahm Nyiri (rechts) Kontakt zu den Wilhelma-Giraffen Anna (links) und Hanck auf.
Sofort nach ihrer Ankunft nahm Nyiri (rechts) Kontakt zu den Wilhelma-Giraffen Anna (links) und Hanck auf.  © Wilhelma Stuttgart

Dass Tiere von einem Zoo in einen anderen ziehen, ist nichts Besonderes. Doch angesichts ihrer Größe ist der Transport von Giraffen durchaus spektakulär.

Da zu langes Sitzen den Kreislauf belastet und anhaltendes Kopfsenken zu anstrengend wäre, werden die Langhälse tatsächlich im Stehen transportiert.

Bei ausgewachsenen Tiere können Brücken oder Ampeln daher schnell zum Problem werden. Die Lösung sind Spezialtransporter, deren Dach hydraulisch verstellbar ist. Die Giraffe muss bei einem solchen Hindernis dann nur kurzzeitig ihren Kopf einziehen.

Und auch wenn die sympathischen Pflanzenfresser in Köln vorerst nicht ersetzt werden, können sich die Besucher über ein anderes exotisches Tier aus Südamerika freuen, welches erst kürzlich im Rheinland eine neue Heimat gefunden hat.

Laut der Weltnaturschutzunion IUCN zählen Giraffen seit 2016 zu den bedrohten Tierarten. Von der Netzgiraffe gibt es in ihrem Verbreitungsgebiet, dem Nordosten Kenias, den angrenzenden Teilen Süd-Somalias und Süd-Äthiopien, nur noch weniger als 4700 Tiere.

Titelfoto: Wilhelma Stuttgart

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