Woelki-Kritiker glaubt nicht an Besserung: "Das ist typisch kölsch"

Köln - Wenig Aussicht auf Besserung: Der Vorsitzende des Diözesanrats im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach (43), hält die Chance auf Veränderungen nach der Auszeit von Kardinal Rainer Maria Woelki (65) für gering.

Tim Kurzbach (43) sieht die Auszeit von Woelki kritisch und glaubt nicht an Besserung.
Tim Kurzbach (43) sieht die Auszeit von Woelki kritisch und glaubt nicht an Besserung.  © Fabian Strauch/dpa

Mit echter Krisenbewältigung sei es nicht weit her, sagte der Oberbürgermeister von Solingen und SPD-Politiker im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

"Stattdessen wird nur verwaltet und über alles dann doch fromme Soße gekippt - bis zum Tag von Woelkis Wiederkunft."

Als vorübergehenden Verwalter des Erzbistums während der Auszeit hätte zumindest jemand von außen berufen werden müssen, sagte Kurzbach. Stattdessen habe Papst Franziskus eine rein interne Lösung bevorzugt und den Kölner Weihbischof Rudolf Steinhäuser zum Administrator ernannt.

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"Typisch kölsch, auch wenn es in Rom entschieden wurde. Weitermachen, als wäre nichts gewesen - und am Ende ist es doch immer 'jot jejange'", sagte Kurzbach. Die Menschen hätten aber längst erkannt, was hier gespielt werde.

Woelki hatte sich diese Woche bis Anfang März in eine Auszeit verabschiedet. Das Verhältnis zwischen ihm und dem Diözesanrat - dem Gremium der Laien, der Nicht-Kleriker - gilt als zerrüttet. Das größte deutsche Bistum steckt in der Krise, seit sich Woelki vor einem Jahr entschieden hatte, ein Gutachten über den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen wegen rechtlicher Bedenken zunächst nicht zu veröffentlichen.

Vorübergehend war es für möglich gehalten worden, dass der Papst den Kölner Erzbischof abberufen würde, doch im September teilte der Vatikan mit, dass Woelki trotz "großer Fehler" im Amt bleibe.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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