Coronavirus: Das müsst Ihr jetzt über Mundschutz wissen

Deutschland - Neben Klopapier und Desinfektionsmitteln sind derzeit Atemschutzmasken so gefragt wie nie zuvor. Doch die Meinungen gehen auseinander. Welchen Schutz kann mir das Tragen einer Maske wirklich bieten? Und wie sicher ist der selbstgenähte Mundschutz wirklich?

TAG24 hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Mundschutz hier zusammengestellt.

Was spricht gegen Atemschutzmasken?

Professionelle Atemschutzmasken sind derzeit Mangelware.
Professionelle Atemschutzmasken sind derzeit Mangelware.  © Rene Traut/dpa

Das Wichtigste zu Beginn: Der einfache Mund-Nasen-Schutz bringt als Eigenschutz nur wenig. 

Weder die einfachen chirurgischen Masken, noch die FFP2-Schutzmasken können Corona-Viren und ähnliche Erreger wirkungsvoll herausfiltern. 

Dazu sind nur die FFP3-Schutzmasken in der Lage, die aber vor allem medizinischem Personal vorbehalten sein sollten.

Doch warum dann der aktuelle Appell, in der Öffentlichkeit Mundschutz zu tragen?

Das Stichwort lautet Fremdschutz. 

Was spricht für Atemschutzmasken?

Nicht nur medizinisches Personal ist auf den Mundschutz angewiesen.
Nicht nur medizinisches Personal ist auf den Mundschutz angewiesen.  © Sven Hoppe/dpa

Zwar könne eine Atemschutzmaske einen selbst nicht vor einer Infektion durch Mitmenschen wirkungsvoll schützen. Allerdings schützt die Maske die Mitmenschen vor der eigenen potenziellen Erkrankung.

Sobald man niest oder hustet, werden die Tröpfchen wirkungsvoll von der Maske aufgefangen. 

Auch gilt: Je näher die Maske an Mund und Nase sitzt, desto sicherer ist diese. Vor allem aber wird der Mundschutz umso wichtiger, je geringer die Abstände zu anderen Menschen werden, in deren Nähe man sich befindet. 

Der Virologe Christian Drosten will dabei natürlich nicht ausschließen, dass auch der Träger der Maske einen gewissen Selbstschutz genießt.

Auch sei es definitiv kein Fehler, eine Atemmaske in der Öffentlichkeit zu tragen. 

Neben einem verminderten Ansteckungsrisiko würde der Mund-Nasen-Schutz Mitmenschen gegenüber Verantwortung erweisen und andere für die aktuelle Lage sensibilisieren.

Ein weiterer guter Nebeneffekt ist, dass man sich durch das Tragen der Maske nicht mehr so häufig ins Gesicht fassen kann.

Wichtig sei laut Drosten aber, nur jene Masken zu tragen, die nicht in den Kliniken genutzt würden. Im Zweifel tut es auch gerne ein selbstgebasteltes Exemplar oder ein einfacher Schal um Mund und Nase.

Wer sollte Atemschutzmasken tragen?

Der Mund-Nasen-Schutz ist vor allem für Menschen eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, die bereits selbst erkrankt sind. Selbst das Robert-Koch-Institut empfiehlt Menschen mit akuten Atemwegsinfektionen, in der Öffentlichkeit einen (provisorischen) Mundschutz zu tragen.

Hinzu kommen all jene, die in der Öffentlichkeit unterwegs sind und nicht immer 2 Meter Sicherheitsabstand zu ihren Mitmenschen wahren können. Dazu zählen beispielsweise Verkäufer_innen oder Bahnpersonal. Auch bei medizinischem Personal oder Personen, die in medizinischen Einrichtungen oder der Pflege tätig sind, gehört der Mundschutz mittlerweile zum Pflichtprogramm. 

Doch auch immer mehr deutsche Prominente werben unter der Initiative "Maske auf" für das Tragen eines Mundschutzes. Der Grund: Selbst wer sich kürzlich mit Coronaviren angesteckt hat, kann über Tage oder gar Wochen hinweg symptomfrei bleiben. Dennoch ist man für seine Mitmenschen ansteckend. Daher, so rät die Initiative, solle sich jeder Bürger, wenn er seine Wohnung lässt, so verhalten, als sei er bereits infiziert. Dazu würde folglich auch ein Mund-Nasen-Schutz benötigt werden. 

Warum sollte man Atemschutzmasken selber nähen?

Selbstgenähter Mundschutz ist wiederverwendbar, sollte aber täglich gewaschen werden.
Selbstgenähter Mundschutz ist wiederverwendbar, sollte aber täglich gewaschen werden.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Da aktuell professionelle Atemschutzmasken Mangelware sind, der Bedarf aber stetig wächst, werden immer mehr Menschen kreativ und basteln ihren eigenen Mundschutz. 

Auch Virologe Christian Drosten rief öffentlich dazu auf, als Privatperson keine professionelle OP-Masken aufzukaufen. Diese werden in Krankenhäusern, Arztpraxen, bei Pflegepersonal und Co. viel dringender benötigt. 

Auch wenn keine entsprechenden Vorerkrankungen bestehen, würden die FFP-2 oder gar FFP-3-Masken nicht gebraucht. 

Mittlerweile haben sich Nähanleitungen für Mundschutzmasken im Internet rasend schnell verbreitet. 

Immer mehr Menschen organisieren sich über soziale Netzwerke wie Facebook lokal in ihrer Region.

 Zusammen spenden sie ihre selbstgenähten Masken an Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegestellen, Notgruppen, Wohnheime und mehr.

Auf der Website Maskmaker werden aktuell Hilfegesuche einzelner Einrichtungen gesammelt, die Atemschutzmasken benötigen und gespendete Exemplare dankbar entgegennehmen.

Weitere Informationen zum Mundschutz selber machen finden Interessierte bei Nähfrosch.de.

Wichtige Hinweise im Umgang mit Atemschutzmasken

Um sich vor einer Ansteckung mit Coronaviren sicher zu fühlen, reicht das Tragen eines Mundschutzes jedoch nicht aus. Denn Masken ersetzen in keinem Fall andere Hygienemaßnahmen wie Abstandhalten und gründliches Händewaschen. 

Auch sollte der Mundschutz nicht als Freifahrtsschein betrachtet werden, die Ausgangssperre zu umgehen. Nach wie vor gilt es, nur rauszugehen, wenn es absolut notwendig ist. 

Die wichtigsten Tipps im Umgang mit Mundschutz zusammengefasst:

  • Haltet mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Wascht Euch vor und nach dem Abnehmen des Mundschutz gründlich die Hände (min 20 Sekunden)
  • Vermeidet es bestmöglich, Euch mit den Händen ins Gesicht zu fassen
  • Tragt Mundschutz immer nur einmal und gebt ihn danach in die Kochwäsche (min. 60°C) oder entsorgt ihn

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es spricht für Gesunde nichts dagegen, in der Öffentlichkeit eine einfache bzw. selbstgenähte Mund-Nasen-Maske zu tragen. Dennoch sollte die Schutzwirkung der Maske nicht überschätzt werden. 

Abstand halten, gründliches Händewaschen und Rausgehen nur wenn es nötig ist, sind bis auf Weiteres immer noch die beste Prävention gegen das Coronavirus

Titelfoto: Rene Traut/dpa

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