Kein Thunfisch? Was ist wirklich im "Subway"-Tuna-Sandwich?

Los Angeles (USA) - Ist da etwa gar kein Thunfisch drin?

Was ist an den Vorwürfen dran, dass sich auf den Tuna-Sandwiches von Subway gar kein Thunfisch befinden soll?
Was ist an den Vorwürfen dran, dass sich auf den Tuna-Sandwiches von Subway gar kein Thunfisch befinden soll?  © Charles Krupa/AP/dpa

Im Januar 2021 reichten zwei Kundinnen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien Klage gegen die Fast-Food-Kette Subway ein.

Der Vorwurf: Der Belag auf dem Tuna-Sandwich sei überhaupt nicht aus Thunfisch!

Stattdessen würde es sich nur um eine Mixtur aus verschiedensten Zutaten handeln, die das Aussehen und die Konsistenz des Fischs lediglich imitieren.

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Fans des Sandwich-Anbieters waren schockiert. Was war dran an diesen Anschuldigungen? Und noch viel wichtiger: Wenn es sich nicht um Thunfisch handelte, worum dann?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, machten es sich seither mehrere Reporter zur Aufgabe, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen – und sie kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Während ein Test des Nachrichtenmagazins Inside Edition im Februar noch ergab, dass die Sandwiches in New York sehr wohl Thunfisch beinhalteten, kam eine Untersuchung der New York Times im Juni nun zu einem anderen Fazit.

Belag entweder zu stark verarbeitet oder ohne Thunfisch

Das Unternehmen wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.
Das Unternehmen wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe.  © 123RF/David Mann

Die Tageszeitung hatte Sandwiches aus drei verschiedenen Filialen in Los Angeles erworben und anschließend in ein Labor geschickt.

Daraufhin ergab die Analyse folgendes: "In der Probe wurde keine Thunfisch-DNA gefunden. Daher lässt sich die Spezies nicht bestimmen."

Hierzu lieferten Forscher zwei Erklärungen: Entweder wurde der Belag so stark verarbeitet, dass ein Nachweis schlichtweg nicht mehr möglich war – oder das Sandwich enthalte wirklich keinen Thunfisch.

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Laut Seefood Source verwies das Unternehmen selbst, welches sich bereits seit Anfang des Jahres vehement gegen die Vorwürfe wehrt, daraufhin auf die angeblich unsichere Vorgehensweise.

"DNA-Untersuchungen sind einfach keine zuverlässige Methode, um denaturierte Proteine wie im Thunfisch nachzuweisen. Der Thunfisch wurde gekocht, bevor er getestet wurde."

Wurde Subway selbst zum Opfer?

Dave Rudie, Chef des Fischgroßhändlers Catalina Offshore Products, gab derweil gegenüber der New York Times an, dass er nicht davon ausgehe, dass es sich hierbei um einen willentlichen Betrug seitens Subway handelt. Dafür sei der Fisch einfach zu günstig – ein Ersatz würde sich nicht lohnen.

Denkbar sei viel mehr, dass die Fast-Food-Kette selbst zum Opfer geworden sei und minderwertige Ware verkauft bekommen habe.

Das Mysterium um das beliebte Thunfisch-Sandwich bleibt vorerst also ungeklärt.

Titelfoto: Charles Krupa/AP/dpa

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