Ran an den Rost: Jetzt wird endlich angegrillt!

Dresden - "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus - nun holen die meisten den Grill heraus." Okay, dieser platte Reim trifft nicht jedermanns Geschmack. Dafür dürfte das Thema Millionen munden: Grillen! Wir haben für Euch ein leckeres BBQ-Menü zusammengestellt. Alles dreht sich hier um die pure Fleischeslust, leckere Rezepte, süffige Arrangements und heiße Eisen. Bon Appetit!

Fleisch-Profi rät zur Klasse

Christoph Schempp (31) ist Metzgermeister und Fleischsommelier. Er bezieht sein Fleisch von Bauern aus der Region.
Christoph Schempp (31) ist Metzgermeister und Fleischsommelier. Er bezieht sein Fleisch von Bauern aus der Region.  © Holm Helis

Seit Grillen Volkssport ist, gibt es jenseits von Bratwurst, Schweine-Nackensteak und Schaschliks in den Fleisch-Theken viel zu entdecken. "Amerikanische Food-Trends sind dabei Inspiration und auch Vorbild", berichtet Christoph Schempp. Der 31-Jährige ist Metzgermeister, Fleischsommelier und Grill-Profi und führt in der fünften Generation eine Land- und Wildfleischerei, die ihren Stammsitz im sächsischen Tauscha-Anbau (bei Radeburg) hat.

Schempp: "Der Genuss beginnt bei der Fleischauswahl. Da sollte man unbedingt auf Klasse statt Masse setzen." Der Fleischsommelier legt eingefleischten Grillfans besonders Stücke vom Rind ans Herz. Sie überzeugen durch eine gute Mischung aus Muskel, Fett und Fleisch.

Neue Cuts (Zuschnitte des Fleisches) erweitern die Angebotspalette. Neben den Klassikern wie Rindslende, Roastbeef, T-Bone- und Rib-Eye-Steak liegen jetzt bei Schempps auch Onglais, Flank- oder Flapsteaks.

"Dabei handelt es sich um Muskelstücke aus dem Bauch. Sie sind sehr geschmackvoll, teilweise marmoriert und dadurch sehr zart. Vegas-Strip-Steaks und Flat-Iron-Steaks stammen aus dem Vorderviertel - der Schulter", erklärt der Handwerker. Besondere Reife-Verfahren (zum Beispiel Asche-, Wasser-, Gin- oder Fettreifung) geben dem Rindfleisch dazu noch einen Extra-Kick, machen es besonders saftig und zart.

Christoph Schempp: "Ich biete aber auch gern Lammkoteletts und Lammrücken aus der Region an. Wer es eher mild mag, liegt mit Steaks, Keulen oder Wings vom Maishähnchen immer richtig." Schempp selbst schwärmt für Wildschwein-Rücken und -Lende vom Grill: "Die sind ein Gedicht."

Drei Tipps vom Experten

• Je hochwertiger das Fleisch für den Grill ist, desto weniger Marinade braucht es!

So genügt zu Beispiel für Dry Aged Premium Fleisch ein bisschen Salz und der Genuss ist perfekt.

• Frische Grill-Skills vermitteln Grillkurse, die spezialisierte Fleischer, Köche sowie auch die Partner von Grill-Herstellern anbieten.

Wer auf die Schnelle Tipps sucht, wird im Internet fündig. Auf den Video-Plattformen und in den sozialen Kanälen wie Instagram, TikTok und Facebook geben Profis und Hobby-Brutzler Wissen und Erfahrungen weiter.

• "Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit", singt Balu der Bär im Dschungelbuch.

Sein Lebensmotto kann man prima auch aufs Grillen übertragen! Christoph Schempp: "Grillen sollte man zelebrieren und sich dafür wie beim Zubereiten und Essen von Raclette oder Fondue Zeit und Muse nehmen."

3 vegetarische Grill-Ideen: Fleischlos schmeckt es auch!

Das Angebot an Grill-Waren wächst von Jahr zu Jahr. Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse, Obst - alles schmeckt frisch vom Grill.
Das Angebot an Grill-Waren wächst von Jahr zu Jahr. Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse, Obst - alles schmeckt frisch vom Grill.  © Alexander Raths

• Kartoffel-Käse-Schiffchen

Zutaten (für vier Portionen): 900 g Kartoffeln, 65 ml Olivenöl, 1 Esslöffel Salz, 1 Teelöffel Pfeffer, 1/2 Teelöffel Chiliflocken (optional), 2 gehackte Knoblauchzehen, 160 g geriebener Cheddar

Zubereitung: Kartoffeln waschen, vierteln, mit Öl, Gewürzen, Knoblauch mischen. Alles in Alufolie so einpacken, dass man das Paket auf dem Grill liegend später immer wieder öffnen kann. Paket 20 Min auf Grill (200 Grad) legen. Kartoffelspalten mehrmals wenden. Zum Schluss Käse drüberstreuen und 1 min auf dem Grill schmelzen lassen.

• Gegrillte Zucchini mit Dressing von Basilikum & Limette

Zutaten (für vier Portionen): 1 Limette, 4 Esslöffel Olivenöl, 1/2 Bund Basilikum, 2 mittlere Zucchini, 2 Esslöffel Kapern, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Zucchini in fingerdicke Scheiben schneiden und auf dem Grill braten. Aus dem Rest der Zutaten ein Dressing anrühren. Damit fertig gegrillte Zucchini anrichten - fertig!

• Auberginen mit Granatapfel

Zutaten (für vier Portionen): 2 Auberginen, Salz, 1 Granatapfel, 1/2 Bund Petersilie, 1 Knoblauchzehe, 3 EL Olivenöl, grobes Meersalz, 1 EL Balsamessig

Zubereitung: Auberginen putzen, waschen, längs halbieren, salzen und zehn Minuten ziehen lassen. Inzwischen Kerne aus Granatapfel auslösen. Petersilie hacken. Fein gehackten Knoblauch mit 2 EL Öl verrühren. Die Hälfte des Knoblauchöls auf die Auberginen streichen, dann diese 10 bis 12 Minuten grillen. Dabei Auberginen hin und wieder wenden, mit dem restlichen Öl bestreichen. Zum Servieren Auberginen mit Granatapfelkernen, Meersalz und Petersilie bestreuen und mit Essig beträufeln.

Gutes Zubehör macht Freude

Marko Beyer (41, l.) und André Kotsch (42) sind "Die Sachsengriller". Die glühende Leidenschaft für ihr Hobby hat sie zu Experten werden lassen. Sie haben Spaß daran, ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterzugeben.
Marko Beyer (41, l.) und André Kotsch (42) sind "Die Sachsengriller". Die glühende Leidenschaft für ihr Hobby hat sie zu Experten werden lassen. Sie haben Spaß daran, ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterzugeben.  © Holm Helis

Marko Beyer (41) und André Kotsch (42) sind Feuer und Flamme fürs Grillen. Als "Die Sachsengriller" rocken die beiden Dresdner Tischler seit Mai 2016 das Internet.

Ihre Spezialität: Bekömmliche Videos mit Tipps und Rezepten rund um Grill, Rauch und BBQ. "Wir wollen auf unserem YouTube-Kanal zeigen, dass man auch mit wenig Zubehör, geringem Aufwand und ohne exotische Zutaten total leckere Grillrezepte kreieren kann", so Marko Beyer.

Hier zählt der passionierte Hobby-Griller seine "Must haves" für einen Feierabend-Grillmeister auf:

  • "Große, hitzebeständige Grillhandschuhe sind aus meiner Sicht unentbehrlich", sagt Marko Beyer.
  • Ohne ein großes Brett zum Schneiden von Beilagen und Fleisch geht der Dresdner nicht freiwillig an den Start. Er sagt: "Wenn man nicht genug Fläche hat, um das geschnippelte Gemüse abzulegen, wird es unschön." Sein Tipp: stabile, hygienische Bambusholz-Bretter in der Größe 40 cm x 60 cm.
Must have!
Must have!  © Holm Helis

• Heiße Sachen packt der Familienvater am liebsten mit einer stabilen Grillzange aus funktionellem Edelstahl an. Marko Beyer: "Die Zange sollte nicht zu schwer, leicht gangbar und zudem vorn schmal sein. So kann man Würstchen und Gemüse-Sticks gut greifen." Außerdem ist ratsam, mindestens 30 Zentimeter lange Zangen zu nutzen - damit man sich überm Grill nicht die Finger verbrennt.

• Ein digitales Einstechthermometer zum Bestimmen der Kerntemperatur des Grillguts garantiert Freude und Perfektion beim Brutzeln. Der Sachsengriller: "Die Thermometer gibt es mit einklappbarem Temperaturfühler und Magnet zum Anheften an den Grill - beides sehr praktisch!"

• Eine saubere Sache wird das Grillvergnügen erst, wenn das Reinigen des Rosts mit einer hochwertigen Edelstahlbürste ein Kinderspiel ist. Beyer: "Die kosten ab 20 Euro aufwärts. Das Geld ist gut investiert", versichert er.

• "Keine Billigware, sondern nur Holzkohle aus Laubhölzern kaufen", mahnt Beyer. Güte-Kontrolle: Beim Anfassen des Sack-Bodens muss es "gläsern" scheppern. "Eine Anzündkamin leistet beim Anfeuern gute Dienste", weiß Beyer.

Bloß nicht!

Fleisch einstechen, um es zu wenden? Ein No-Go!
Fleisch einstechen, um es zu wenden? Ein No-Go!  © Evgeny Karandaev

Manche Sachen gehen gar nicht beim Grillen! Diese fünf Tabus sollte jeder Liebhaber guter Kost meiden, finden die Sachsengriller.

• Fleisch mit der Gabel einstechen und wenden.

• Das Grillgut mit Bier ablöschen.

• Fertig marinierte und abgepackte Steaks aus dem Supermarkt auflegen.

• Unter Zeitdruck und mit Stress grillen. Marko Beyer: "Für Vorbereitung und das Grillen sollte man mindestens zwei bis drei Stunden einplanen."

• Garzeiten ignorieren beim Belegen des Grills. Beyer: "Das sorgt für Frust und unter Umständen lange Wartezeiten bei den Gästen."

Titelfoto: Bildmontage: Alexander Raths, Holm Helis

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