Skandal um Ekel-Wurst: Wilke-Geschäftsführer wehrt sich

Twistetal/Kassel - Der Skandal um die mit gefährlichen Listerien verseuchte Wurst des hessischen Herstellers Wilke wird offenbar ein Fall für die Gerichte.

Das Foto aus dem Oktober 2019 zeigt die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke.
Das Foto aus dem Oktober 2019 zeigt die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke.  © Uwe Zucchi/dpa

Der Geschäftsführer des in einen Fleischskandal verwickelten Wurstherstellers Wilke wehrt sich juristisch gegen Äußerungen der Staatsanwaltschaft Kassel.

Er klage in einem Eilverfahren auf Unterlassung, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts (VG) Kassel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Dabei gehe es um Aussagen einer Justizsprecherin, der insolvente Wursthersteller habe laut Ermittlungen möglicherweise auch abgelaufene Produkte verkauft (TAG24 berichtete).

Da es um die Äußerungen einer Amtsperson gehe, sei das Verwaltungsgericht zuständig. Wann die Richter entscheiden, stehe noch nicht fest. (Aktenzeichen 5L397/20.KS)

Außerdem laufe ein weiteres Verfahren in Sachen Wilke: Die Firma wehre sich weiter gegen die durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg angeordnete Verbrennung eines Kühlmittels in dem Betrieb. Das Ammoniak war bei der Stilllegung von Wilke vernichtet worden.

Die Firma will laut VG prüfen lassen, ob die Anordnung rechtswidrig war, um die Kosten für die Entsorgung nicht tragen zu müssen (Aktenzeichen 7 K 2832/19.KS). Am Freitag war das VG Kassel noch davon ausgegangen, dass keine weiteren Verfahren im Fall Wilke anhängig seien.

Wilke-Skandal: 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle

Anfang Oktober war der nordhessische Wursthersteller Wilke in Twistetal von Behörden geschlossen worden (TAG24berichtete).

In seinen Wurst-Waren waren Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle, werden mit Wilke in Verbindung gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer, die stellvertretende Geschäftsführerin und den Produktionsleiter unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gewerbsmäßigen Betrugs.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa

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