Hitze-Tipps: So kannst Du deine Wohnung auch ohne Klima-Anlage kühlen

Frankfurt am Main - Der Sommer ist da und mit ihm auch die heißen Tage. Wer jetzt eine Klima-Anlage besitzt, kann sich glücklich schätzen, die Umwelt dagegen leider nicht. Was genau das Problem mit den Klima-Anlagen ist und wie Du auch ohne über den Sommer kommst, darum geht es im heutigen Artikel.

Klimaanlagen verbrauchen Unmengen an Strom und treiben somit den Klimawandel weiter voran.
Klimaanlagen verbrauchen Unmengen an Strom und treiben somit den Klimawandel weiter voran.  © unsplash.com von Sergei Akulich@sakulich

Na, würdest Du momentan auch am liebsten den ganzen Tag unter der kühlen Dusche stehen oder baden gehen?

So wunderschön es auch ist, wenn die Sonne scheint und der Sommer da ist, unter dem Dach zu wohnen ist in diesen Tagen echt eine Qual.

Wer in einem schlecht isolierten Haus wohnt, kennt die Problematik: Die Räume heizen sich auf und man hält es kaum noch daheim aus. Für immer mehr Menschen ein Grund, sich eine Klimaanlage zuzulegen.

Doch diese sind sehr teuer, teilweise aufwendig zu installieren und für unser Klima alles andere als gut.

Sie funktionieren im Endeffekt wie ein Kühlschrank, aber statt 150 bis 200 Liter müssen sie ganze Räume kühlen und das verbraucht extrem viel Strom.

Selbst wenn Du das Klimagerät nur an 30 Hitzetagen im Jahr laufen lässt, entsteht ungefähr der gleiche Stromverbrauch (etwa 220 kWh/a), wie durch einen Kühlschrank über das ganze Jahr (zum Vergleich: ein Zweipersonen-Haushalt verbraucht durchschnittlich im Jahr 2400kWh/a).

Dieser zusätzliche Strom wird höchstwahrscheinlich vom nächsten Kohlekraftwerk kommen, das Unmengen an Treibhaus-Gasen emittiert, welche wiederum den Klimawandel vorantreiben.

Der Kühlbedarf wird also immer größer (laut Forschern wird sich die Zahl der Kühlgeräte bis 2050 vervierfachen) und somit entsteht ein Teufelskreis.

Du kannst deine Wohnung auch mit feuchten Handtüchern oder Laken kühlen

Nasse Wäsche, Handtücher oder Bettlacken kühlen aufgeheizte Räume.
Nasse Wäsche, Handtücher oder Bettlacken kühlen aufgeheizte Räume.  © unsplash.com von Bogdan Shcheglovitov @the_last_memperor

Gott sei Dank gibt es jede Menge Alternativen, um seine Räume zu kühlen, die auch noch deutlich günstiger sind.

Am einfachsten gelingt die Kühlung, indem man nachts und/oder in den frühen Morgen-Stunden alle Fenster aufreißt.

Sobald die Sonne allerdings auf die Fenster trifft, sollten diese vollständig geschlossen (nicht gekippt!) werden; jetzt noch Rollos, Jalousien sowie Markisen runterfahren und Türen möglichst geschlossen halten.

Somit hältst Du die kühle Luft in den Räumen und sorgst dafür, dass die warme Luft draußen bleibt. Am Abend solltest Du die Fenster erst wieder öffnen, wenn es draußen spürbar kühler ist als in der Wohnung.

Du kannst auch mal schauen, ob es im Hausflur kühler ist als in der Wohnung und eventuell für ein paar Minuten die Wohnungstür offen stehen lassen.

Alternativ kann man seine Wohnung auch mit feuchten Handtüchern oder Laken kühlen: Den Stoff im kalten Wasser getränkt, ausgewrungen und anschließend direkt vor dem Fenster oder auf dem Wäscheständer mitten im Raum aufhängen.

Wenn der Stoff trocknet, wird der Luft Wärme entzogen. Die sogenannte Verdunstungs-Kälte kühlt nicht nur den Stoff selbst, sondern auch den Raum.

Hierbei sollte man es allerdings nicht übertreiben. Steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum zu sehr an, kann es zu Schimmelbildung kommen.

Wenn die Hitze unerträglich wird, ist der Ventilator eine nachhaltige Alternative

Ventilatoren sind eine nachhaltige Alternative zu Klimageräten.
Ventilatoren sind eine nachhaltige Alternative zu Klimageräten.  © unsplash.com von Frederick Tubiermont @callmefred

Außerdem solltest Du versuchen, Wärme-Quellen in der Wohnung auf ein Minimum zu reduzieren.

Technische Geräte, auch im Stand-by-Betrieb, erzeugen Wärme. Sorge also dafür, dass Computer, Fernseher oder Drucker immer ausgeschaltet sind, wenn sie nicht gebraucht werden.

Wenn Du etwas im Ofen zubereitet hast, dann schließe die Ofentür wieder, sobald Du das Essen herausgenommen hast. Du kochst etwas auf dem Herd? Dann schalte die Abzugs-Haube an, damit die warme Luft nach oben entweichen kann.

Wer Teppiche über den Sommer im Keller lagert, sorgt dafür, dass sich die Fußböden abkühlen können und nicht unnötig Wärme gespeichert wird. Es kann auch helfen, Schränke nachts zum Abkühlen offen stehen zu lassen, denn auch in diesen wird Wärme gespeichert.

Wenn die Hitze unerträglich wird und all diese Tricks nicht mehr helfen, ist ein Ventilator eine nachhaltige Alternative zum Klimagerät.

Diese verbrauchen deutlich weniger Strom und auch hier gibt es besonders stromsparende Modelle.

Aber Achtung: Schalte den Ventilator immer aus, wenn Du dich nicht mehr im Raum befindest, denn die "Kälte" entsteht nur durch die Verdunstung von Schweiß auf deiner Haut. Ansonsten ist es ein reiner Stromfresser.

Mit diesen Tipps überstehst Du die warmen Sommertage. Bis dahin: cool bleiben!

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: unsplash.com von Sergei Akulich@sakulich/Gina Gadis

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