Krebsgefahr! Verbraucherzentrale warnt vor Bambus-Geschirr

Leipzig - Sie gelten als hip und nachhaltig: Kaffeebecher und Picknickgeschirre aus vermeintlichem Bambus. Was die Wenigsten wissen: Der Öko-Lifestyle kann gesundheitsschädliches Formaldehyd freisetzen, weil oft Kunststoff beigemischt ist. Die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) warnt dringlich vor "Bambus-Geschirr" und fordert sogar ein Verbot.

Beanstandetes Bambusgeschirr, das als ökologisch und umweltfreundlich beworben, jedoch unter Einsatz synthetischer Kunststoffe hergestellt wurde.
Beanstandetes Bambusgeschirr, das als ökologisch und umweltfreundlich beworben, jedoch unter Einsatz synthetischer Kunststoffe hergestellt wurde.  © Marijan Murat/dpa

Verbraucher könnten nicht erkennen, ob es sich bei dem vermeintlich nachhaltigen Geschirr um reine Naturmaterialien oder Kunststoffgemische handelt, erklärt Dr. Birgit Brendel (57), Lebensmittel-Referentin der VZS.

Und warnt: "Von Kunststoffprodukten, denen Bambusfasern zugesetzt sind, ist bekannt, dass sie beim Kontakt mit heißen Getränken und Speisen potenziell krebserregendes Formaldehyd abgeben können."

Untersuchungsämter würden seit Jahren regelmäßig über bedenkliche Grenzwertüberschreitungen in Bambus-Kunststoff-Geschirr berichten.

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Vereinzelt seien deshalb schon Produkte vom Markt genommen worden, doch die Ressourcen der amtlichen Lebensmitteüberwachung würden nicht ausreichen, um die Vielzahl an Produkten zu untersuchen, kritisiert Brendel.

Die Verbraucherzentralen fordern deshalb ein Verbot der gesamten Produktgruppe.

Für den heißen Kaffee sind Bambusbecher ungeeignet, da sie bei Hitze Formaldehyd freisetzen können.
Für den heißen Kaffee sind Bambusbecher ungeeignet, da sie bei Hitze Formaldehyd freisetzen können.  © Zacharie Scheurer/dpa
Warnt vor Bambus-Geschirr mit Kunststoff-Anteil: Dr. Birgit Brendel (57), Lebensmittel-Expertin der Verbraucherzentrale Sachsen.
Warnt vor Bambus-Geschirr mit Kunststoff-Anteil: Dr. Birgit Brendel (57), Lebensmittel-Expertin der Verbraucherzentrale Sachsen.  © PR

Wer entsprechende Produkte im Handel findet, sollte diese der für den Landkreis zuständigen Behörde melden und dem Händler zurückbringen, empfiehlt die Verbraucherschützerin.

Und macht ihrem Ärger Luft: "Es ist ein Skandal, dass der Handel Verbraucher weiterhin illegales und potenziell krebserregendes Plastik-Geschirr mit Bambus-, Reis- oder Weizenfasern anbietet!"

Titelfoto: Bildmontage: Marijan Murat/dpa, Zacharie Scheurer/dpa

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