Längeres Warten auf psychiatrische Hilfe: "Es gibt exorbitant lange Wartelisten"

Magdeburg - Wer in Sachsen-Anhalt psychiatrische Hilfe benötigt, muss sich in der Regel auf verlängerte Wartezeiten einstellen.

Warten auf psychiatrische Hilfe: In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit lange Listen. (Symbolbild)
Warten auf psychiatrische Hilfe: In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit lange Listen. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

"Es gibt exorbitant lange Wartelisten. Das ist auch nicht leicht abzubauen", sagte der Vorsitzende des Psychiatrie-Ausschusses des Landes, Hans-Henning Flechtner, am Mittwoch in Magdeburg. Die Versorgungssituation sei sehr schwierig für Kinder und Jugendliche wie auch für Erwachsene.

Im ambulanten Bereich etwa werde versucht, Listen von mehr als vier bis sechs Wochen zu vermeiden.

"Unter Pandemiebedingungen sind Sie dann plötzlich bei mehrmonatigen Wartezeiten im ambulanten Bereich", sagte Flechtner.

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In Tageskliniken könne es sein, dass Patienten ein halbes Jahr oder ein Jahr warten müssten. In den Kliniken hänge es sehr von der Dringlichkeit ab. Regional seien die Unterschiede groß. Grundsätzlich habe es in der Pandemie viel mehr Notaufnahmen gegeben.

"Wir können nur versuchen, genau zu prüfen, was die Probleme sind", sagte Flechtner, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Kindes- und Jugendalters in Magdeburg.

Es müsse geschaut werden, wo eine klinische Behandlung nötig ist, wo eine ambulante oder ob der niedergelassene Bereich genutzt werden könne. Ein Patentrezept gebe es nicht, es könne nur Schritt für Schritt zurück in den regulären Betrieb gehen. Coronabedingt hatten viele Einrichtungen teilweise oder vollständig schließen müssen.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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