Mutter berichtet, wie Cannabis ihrem Sohn das Leben gerettet hat

Großbritannien - Für die einen ist es ein Rauschmittel, für die anderen ein Wundermittel gegen Krankheiten: Immer mehr Menschen setzen auf den Konsum von Cannabis. Eine Mutter spricht nun davon, dass die Pflanze ihr Kind vor dem Tod bewahrt hat.

Medizinisches Cannabis findet inzwischen sowohl bei physischen als auch psychischen Krankheiten Verwendung. (Symbolbild)
Medizinisches Cannabis findet inzwischen sowohl bei physischen als auch psychischen Krankheiten Verwendung. (Symbolbild)  © 123rf/ Sherry Yates Young

Hannah Deacon erzählt in ihrem persönlichen Erfahrungsbericht auf Metro, dass ihr Sohn im Alter von Fünf an einer  seltenen Form von Epilepsie namens PCDH19 erkrankte.

Ab da an erlebte der kleine Alfie bis 150 Anfälle pro Monat und musste täglich mehrere starke Medikamente zu sich nehmen.

Heilen konnten sie die Epilepsie jedoch nicht und die Familie musste immer noch regelmäßig mit Rückschlägen rechnen.

2017 - nachdem sie genug Geld zusammen gespart hatten - entschloss sich Deacon mit ihrem Mann und ihrem Sohn in die Niederlande zu fahren und medizinisches Cannabis gegen Alfies Attacken zu probieren.

Dieses wurde in Form von Öl unter die Zunge des damals Fünfjährigen gegeben.

Plötzlich geschah das, woran die verzweifelten Eltern schon gar nicht mehr glauben konnten: Ihr Sohn erlitt 17 Tage lang keinen einzigen Epilepsie-Schub.

Nach und nach erhöhte Deacon die Dosis der Tropfen und die Zeiträume, in denen Alfie symptomfrei blieb, wurden länger: 

"Bevor wir nach Holland gingen, war er jede Woche im Krankenhaus und hatte Hunderte von Anfällen. Jetzt hatte er wesentlich weniger und braucht auch noch viel weniger Medikamente."

Medizinisches Cannabis ist nur gegen eine dauerhafte ärztliche Lizenz erhältlich

Dank dem Einsatz von Cannabisöl konnte Hannah Deacons Sohn Alfie seine Epilepsie in den Griff bekommen.
Dank dem Einsatz von Cannabisöl konnte Hannah Deacons Sohn Alfie seine Epilepsie in den Griff bekommen.  © 123rf/Dmitry Tishchenko

Zurück in Großbritannien kämpfte die Mutter mit mehreren Kampagnen dafür, dass ihr Sohn eine dauerhafte Lizenz für medizinisches Cannabis erhält.

2018 war es dann soweit: Alfie war es ab sofort erlaubt, die Pflanze gegen seine Krankheit zu sich zu nehmen und blieb elf Monate lang frei von Anfällen.

"Es war unglaublich und wir fühlten uns, als würden wir unser Kind endlich wirklich kennenlernen. Seine Lebensqualität hat sich enorm verbessert und wir haben nur Vorteile für ihn gesehen", berichtete Hannah Deacon.

Doch leider erleben viele Familien, dass ihnen diese Möglichkeit verwehrt bleibt: "Ich habe mit Eltern von Kindern mit chronischer Krankheit gesprochen, die sagen, dass ihnen keine Beratung oder familiäre Unterstützung angeboten wird. Diese Familien entscheiden sich nicht für diese Situation."

Deswegen will sich Deacon auch in Zukunft für einen leichteren Zugang zu medizinischem Cannabis einsetzen.

Titelfoto: 123rf/Dmitry Tishchenko

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