Mutter stirbt, während sie zwei Stunden am Telefon auf einen Arzttermin wartet

Kidderminster (England) - Eine zweifache Mutter verstarb am Donnerstag in den Armen ihres 28-jährigen Sohnes, nachdem sie knapp zwei Stunden in der Telefon-Warteschleife ihres Hausarztes gewartet hatte.

Fast zwei Stunden lang wartete Helena Maffei (†55) am Telefon. (Symbolbild)
Fast zwei Stunden lang wartete Helena Maffei (†55) am Telefon. (Symbolbild)  © 123rf/jamesteohart

Helena Maffei (†55) beklagte sich am frühen Morgen des 23. Septembers über Atembeschwerden und begann gegen 8.30 Uhr bei ihrem Hausarzt durchzuklingen.

Leider wurde ihr Anruf erst um 10.15 Uhr entgegengenommen sein, fast zwei Stunden nachdem sie begonnen hatte, sich Hilfe zu suchen. Zwischenzeitlich musste sie sich erneut in die Warteschlange einreihen, nachdem sich ihr Handy ausgeschaltet hatte.

Als die Sprechstundenhilfe am anderen Ende des Hörers nun endlich Zeit für die 55-Jährige zu haben schien, war es leider bereits zu spät.

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"Sie wurde durchgestellt, als sie gerade dabei war zusammenzubrechen", so Helenas Tochter Gaetana Maffei (30) gegenüber Birmingham Live.

"Mein Bruder Giuseppe [der zum Zeitpunkt des Notfalls an der Seite seiner Mutter war] rief den Krankenwagen an und versuchte, sie wiederzubeleben."

Auch die Sanitäter, die kurz darauf bei der Familie eintrafen, gaben ihr Bestes. Leider konnte niemand mehr etwas für Helena tun. Sie verstarb in den Armen ihres eigenen Sohnes.

Nun stehen ihre Liebsten unter Schock.

"Sie war der Kitt, der die Familie zusammenhielt. Wir wissen einfach nicht, was wir jetzt tun sollen", sagte Gaetana.

Praxis bittet Patienten bei besonderen Umständen den Notruf zu wählen

Im Namen der Hausarztpraxis gab ein Sprecher nun bekannt, dass die Praxis "während der Pandemie hart gearbeitet hat, um einen zugänglichen Dienst anzubieten".

Leider sei das Personal nach wie vor komplett ausgelastet und bittet Patienten deswegen darum, bei akuten Notfällen einen Rettungswagen zu rufen, statt auf einen Termin zu warten.

Zum tragischen Fall von Helena gaben sie an: "Wie in der Allgemeinmedizin üblich, äußern wir uns nicht zu einzelnen Patientenfällen, aber wir werden immer mit Patienten, ihren Familien oder Vertretern sprechen und gemeinsam mit ihnen nachforschen, wenn es Bedenken oder Beschwerden gibt."

"Unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei der Familie."

Titelfoto: 123rf/jamesteohart

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