Frau sieht vier Jahre lang so aus, als wäre sie im sechsten Monat schwanger

London - Als Louisa Szelazek (42) im Jahr 2012 ihren Sohn Jahmal gebar, hatte sie daraufhin mit den üblichen Schwangerschafts-Kilos zu kämpfen. Sie entschloss, sich einer Schönheits-Operation zu unterziehen, um wieder einen flachen Bauch zu erhalten. Doch dies stellte sich als fataler Fehler heraus.

Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau (Symbolbild).
Eine Hebamme untersucht eine schwangere Frau (Symbolbild).  © Fredrik von Erichsen/dpa

Ihre Entscheidung, die Operation in Indien aufgrund hoher Kostenersparnis durchzuführen, hatte ihr Leben ruiniert. Sex mit ihrem Freund habe sie nur noch im Dunkeln, berichtet Louisa gegenüber der britischen Webseite "The Sun". Denn nackt kann sie sich einfach nicht mehr ertragen. 

Die gebürtige Polin hatte früher nie Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein. Erst nachdem ihr Jahmal zur Welt kommt, schämt sie sich für ihren Körper.

Louisa war immer schlank gewesen, doch seit der Geburt hatte sie mit den überflüssigen Pfunden zu kämpfen.

Schnell kam ihr die Idee, ihren Bauch chirurgisch korrigieren zu lassen. Doch ein erster Blick auf die Preisliste machte die 42-Jährige fassungslos.

10.000 Euro wurde von den Kliniken gefordert. Geld, dass die zweifache Mutter als Reinigungskraft einfach nicht zur Verfügung hatte.

Daher kam ihr die Idee, die Operation in Indien durchzuführen. Mit Flügen kostete diese nur rund ein Fünftel, knapp 2.000 Euro. Ihre Freunde bestätigten sie in ihrem Vorhaben. Schließlich ließ Louisa die Operation im Jahr 2016 endlich durchführen.

Doch schon direkt nach dem Eingriff erlebte sie den absoluten Horror. Ihr Bauch war nicht flach und direkt über ihrer Bikini-Zone wölbte sich eine riesige Narbe in W-Form. Louisa war panisch, doch die indischen Ärzte beruhigten sie.

Es würde alles wieder weggehen, nach rund einer Woche würde die Schwellung abgeklungen sein, versprachen sie der verzweifelten Mutter. Dieses Versprechen sollte sich als Lüge herausstellen.

Niemand stellt sie ein, in Bars erhält sie keinen Alkohol

So sah ihr Bauch kurz nach der verpfuschten Operation in Indien aus.
So sah ihr Bauch kurz nach der verpfuschten Operation in Indien aus.  © gofundme/LuisaSzelazek

Louisa kehrte hoffnungsvoll nach England zurück. Doch ihr Bauch verschwand nicht. Nun sah sie deutlich aufgequollener als je zuvor aus.

Louisa begann, oft und intensiv Sport zu machen. Bis zu zwei Stunden am Tag trainierte sie im Fitness-Studio. Ihre Arme und Beine wurden dünner, doch ihr klobiger Bauch blieb.

Ihr Sohn und Freunde fragten sie, ob sie erneut schwanger wäre. Für Louisa brach eine Welt zusammen. Seit der Operation zeigt sie sich nicht mehr im Bikini oder in ihren geliebten kurzen Kleidern.

Ihren Traum, an der Rezeption eines Hotels zu arbeiten, kann sie sich nicht erfüllen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird sie mit deutlichen Blick auf ihren Bauch und angebliche Schwangerschaft abgelehnt.

"Die Operation hat mein Leben ruiniert", sagt sie heute. Wenn sie in eine Bar geht, möchten ihr die Angestellten oft keinen Alkohol ausschenken.

Louisa spart nun für eine neue Korrektur-OP. Das Geld erhofft sie sich, durch ihre Spendenwebseite zusammen zu bekommen.

Die verantwortlichen Ärzte aus Indien reden sich aus der Situation heraus. Sie boten ihr lediglich erneute Operationen für mehrere tausend Euro an. Doch Louisa möchte sich nie wieder für eine Billig-OP entscheiden.

Die 42-Jährige möchte mit ihrer Geschichte auf die Gefahren einer Operation im Ausland aufmerksam machen. Sie rät, kein Geld bei sich und seinem Körper zu sparen. Die Folgen können verheerend sein.

Titelfoto: Fredrik von Erichsen/dpa

Mehr zum Thema Operation:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0