Pillen per Internet: Was Ihr über Versand-Apotheken wissen müsst

Deutschland - Wie Schuhe, Bekleidung und Technik kann man auch Medikamente im Internet bestellen. Rund zwei Drittel aller Apotheken-Kunden ordern ihre Medizin inzwischen auch online. Bei Internet-Apotheken ist frei verkäufliche Medizin oft günstiger, doch es gibt große Preisunterschiede. Zudem ist ein entscheidender Pluspunkt der Online-Apotheken inzwischen weggefallen.

Günstiger bestellen, aber bitte bei seriösen Anbietern: Wenn es um rezeptfreie Arzneimittel geht, locken Online-Apotheken oft mit billigeren Preisen als stationäre Apotheken.
Günstiger bestellen, aber bitte bei seriösen Anbietern: Wenn es um rezeptfreie Arzneimittel geht, locken Online-Apotheken oft mit billigeren Preisen als stationäre Apotheken.  © 123RF / Lightfieldstudios

Wer seine Medizin bei Versandapotheken wie "DocMorris", "Sanicare", "Mycare" "Fliegende Pillen" oder "Shop-Apotheke" bestellt, kann gleich doppelt profitieren.

Die Medikamente werden vom Paketboten nicht nur direkt an der Haustür übergeben. Viele frei verkäufliche Arzneien sind im Internet auch billiger zu haben.

Tests des Deutschen Instituts für Service-Qualität ergaben durchschnittlich 38 und maximal 60 Prozent Ersparnis, wenn die jeweils günstigste Online-Apotheke ausgewählt wurde.

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Über Bonussysteme ließen sich sogar oft 50 Prozent der Zuzahlungen auf verschreibungspflichtige Medikamente (10 % des Abgabepreises, mindestens jedoch 5 und höchstens 10 Euro, aber nicht mehr als die Gesamtkosten des Präparats) sparen.

Das war besonders für chronisch Kranke ein finanzieller Vorteil: Statt zum Beispiel 40 Euro Rezept-Zuzahlung für vier Medikamente wurden nur 20 Euro fällig.

Diese Boni auf Kassenrezepte sind inzwischen weggefallen. Laut Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) dürfen EU-Versandapotheken gesetzlich Krankenversicherten keine Rabatte mehr auf verschreibungspflichtige Arzneimittel gewähren. Kritiker halten das Boni-Verbot nicht für konform mit dem EU-Recht.

Privatversicherte Kunden profitieren dagegen oft von Rabattsystemen auf Privatrezepte.

Wie seriös ist eine Versand-Apotheke?

Medizinnachschub per Klick: Die Kisten werden meist kostenfrei bis an die Tür geliefert, wenn man einen Mindestbestellwert überschreitet - und generell, wenn ein Rezept eingelöst wird (Symbolbild).
Medizinnachschub per Klick: Die Kisten werden meist kostenfrei bis an die Tür geliefert, wenn man einen Mindestbestellwert überschreitet - und generell, wenn ein Rezept eingelöst wird (Symbolbild).  © 123RF /Andrii Dragan

Auf der Website sollte auf vollständige Kontaktdaten geachtet werden. Dort müssen neben Adresse und Festnetz-Telefonnummer aber auch der Name des vertretungsberechtigten Apothekers, die zuständige Aufsichtsbehörde und Apothekerkammer, die Versandhandelslizenz oder Handelsregisternummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angegeben sein.

Auf den Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information gibt's ein Register aller deutschen Versandapotheken.

• Findet persönliche Beratung statt? Bei seriösen Anbietern kann man sich telefonisch (oft sogar über eine kostenfreie Hotline), per E-Mail, Chat oder auf dem Postweg beraten lassen. Manchmal lassen sich online schon mal die Beipackzettel der Arzneien lesen.

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• Was kostet der Versand? Ab einem Bestellwert von meist 20 Euro oder generell bei Rezeptauslieferungen ist der Versand kostenlos. Kleinstbestellungen rezeptfreier Produkte sind in der Apotheke um die Ecke also günstiger.

Vorteile von (Internet-)Versandapotheken:

  • günstige Preise für viele frei verkäufliche Arzneimittel
  • gute Vergleichbarkeit der Preise über Internetportale
  • bequeme Bestellung von Zuhause
  • Lieferung nach Hause

Nachteile:

  • keine akute Versorgung aufgrund mehrtägiger Lieferzeiten
  • Versandkosten können Preisersparnis zunichtemachen
  • Beratung per Telefon oder E-Mail ist eventuell nicht sofort verfügbar
  • eventuell Unsicherheiten über die Seriosität der Apotheke.

Titelfoto: 123RF / Lightfieldstudios

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