"Corona Drive-in": Wohnmobil wird zur Fieber-Ambulanz

Schönebeck/Magdeburg - Das Wohnmobil hat ein Kumpel, den Parkplatz die Stadt Schönebeck zur Verfügung gestellt - und auch der Baustrom fließt. An der Straße stehen seit Montag Schilder und weisen auf das "Corona Drive-in" hin, in dem sich Menschen mit Symptomen testen lassen können, geschickt von Gesundheitsämtern und Hausärzten. Der Mediziner Robin John hatte die Idee, das Wohnmobil eines Bekannten zu einer Fieber-Ambulanz unter freiem Himmel zu machen. Dort können Menschen kontaktlos getestet werden, Schutzmaterial ist schließlich höchst knapp.

Der Arzt Robin John sitzt in einem Wohnmobil und spricht via Sprechanlage mit Besuchern des "Corona-Drive-in".
Der Arzt Robin John sitzt in einem Wohnmobil und spricht via Sprechanlage mit Besuchern des "Corona-Drive-in".  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Überall im Land entstehen derzeit solche Fieberambulanzen, um die Infizierten auszumachen und die weitere Verbreitung des Virus' so weit wie möglich einzudämmen. 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) arbeite mit allen Kräften daran, diese Stellen so schnell wie möglich aus dem Boden zu stampfen, sagt Mathias Tronnier, Geschäftsführender Vorstand der KV. Es gehe darum, auf die Schnelle Personal zu finden - vom Arzt bis zur Helferin -, außerdem Räume und Material. Auch Ruheständler würden derzeit aktiviert. Es seien unkonventionelle Lösungen gefragt.

Auf dem Parkplatz unweit des Kurparks reihen sich am Dienstag die Autos aneinander. Viele kommen aus der Region, aber auch ein Hamburger und ein Saarbrücker Kennzeichen sind darunter. 

Im Wohnmobil sitzt eine Studentin, die via Wechselsprechanlage die Daten der Menschen in den Autos abfragt: Von wem wurden Sie geschickt? Welche Symptome haben Sie? Waren Sie in einem Risikogebiet?

Die Versichertenkarte stecken die Patienten selbst in ein Lesegerät, das in einem schnell zusammengebauten Holzkasten untergebracht ist. Auch den Abstrich nehmen die Patienten selbst vor, aus Rachen und Nase. Anders als im Drive-in der großen Fast-Food-Ketten reicht hier niemand etwas aus dem Fenster heraus. Es gibt keinerlei Kontakt zu Menschen, die möglicherweise Corona-Infizierte sind.

Schon am ersten Tag haben Hausarzt Robin John und sein kleines Team 75 Abstriche genommen. Bei niemandem wurde der Erreger Sars-CoV-2 festgestellt, bei einem eine Influenza. Der Ansturm sei größer als erwartet, sagt der 39 Jahre alte Mediziner. Eigentlich habe er nur zweieinhalb Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag öffnen wollen. "Dann haben wir die Mittagspause aber doch durchgemacht."

So funktioniert der "Corona Drive-in"

"Corona Drive-in" ist auf einem Schild an einer Zufahrt zu einem Parkplatz zu lesen. In Schönebeck besteht die Möglichkeit mit dem eigenen Fahrzeug direkt vor einen Wohnwagen zu fahren.
"Corona Drive-in" ist auf einem Schild an einer Zufahrt zu einem Parkplatz zu lesen. In Schönebeck besteht die Möglichkeit mit dem eigenen Fahrzeug direkt vor einen Wohnwagen zu fahren.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Versichertenkarte stecken die Patienten selbst in ein Lesegerät, das in einem schnell zusammengebauten Holzkasten untergebracht ist. Auch den Abstrich nehmen die Patienten selbst vor, aus Rachen und Nase. 

Anders als im Drive-in der großen Fast-Food-Ketten reicht hier niemand etwas aus dem Fenster heraus. Es gibt keinerlei Kontakt zu Menschen, die möglicherweise Corona-Infizierte sind.

Schon am ersten Tag haben Hausarzt Robin John und sein kleines Team 75 Abstriche genommen. Bei niemandem wurde der Erreger Sars-CoV-2 festgestellt, bei einem eine Influenza. 

Der Ansturm sei größer als erwartet, sagt der 39 Jahre alte Mediziner. Eigentlich habe er nur zweieinhalb Stunden am Vormittag und zwei Stunden am Nachmittag öffnen wollen. "Dann haben wir die Mittagspause aber doch durchgemacht."

Alle aktuellen Infos im großen +++ Coronavirus-Liveticker +++

Alle aktuellen Infos aus Leipzig im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Der Arzt Robin John sitzt in einem Wohnmobil und spricht über eine Sprechanlage mit Besuchern des "Corona-Drive-in", während durch das Wohnmobilfenster eine Autoschlange mit weiteren Besuchern zu sehen ist.
Der Arzt Robin John sitzt in einem Wohnmobil und spricht über eine Sprechanlage mit Besuchern des "Corona-Drive-in", während durch das Wohnmobilfenster eine Autoschlange mit weiteren Besuchern zu sehen ist.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Gesundheit:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0