Schon gewusst? Diese 9 Diät-Mythen sind längst widerlegt

Ratgeber - Der Wunsch abzunehmen, dürfte mit Beginn des neuen Jahres bei ziemlich vielen Menschen wieder hoch im Kurs liegen. Endlich gesünder ernähren, endlich mehr Sport, endlich dem (vermeintlichen) Wohlfühlgewicht etwas näher sein.

Dabei schießen neue Diät-Formen ungebremst wie Pilze aus dem Boden. Meist versprechen sie alle große Erfolge in kurzer Zeit. Doch berufen sie sich häufig nur auf wenig gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse.

Einige der Diät-Mythen halten sich dabei besonders hartnäckig, obwohl sie bereits widerlegt wurden. Darum stehen neun bekanntesten Diät-Mythen in diesem Ratgeber auf dem Prüfstand.

1. Mythos: Kohlenhydrate sind schlecht für die Figur

Kohlenhydrate sind nicht zwangsläufig schlecht fürs Abnehmen.
Kohlenhydrate sind nicht zwangsläufig schlecht fürs Abnehmen.  © Unsplash/Wesual Click

Getreide-Produkte in Form von Brot, Nudeln oder Reis sind besonders unter Low-Carb-AnhängerInnen schon seit längerem als echte Dickmacher bekannt.

Dabei sind Kohlenhydrate für den Körper unentbehrlich. Sie dienen als schnelle Nervennahrung und werden vor allem im Gehirn gebraucht.

Statt die Frage "Kohlenhydrate - ja oder nein?" zu stellen, kommt es vielmehr darauf an, welche Qualität diese aufweisen.

Übergewichtige macht im Urlaub schlimme Erfahrung und ändert ihr Leben: So sieht sie jetzt aus
Gesundheit Übergewichtige macht im Urlaub schlimme Erfahrung und ändert ihr Leben: So sieht sie jetzt aus

Besonders Vollkornprodukte, Kartoffeln und Bananen sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und satt machenden Ballaststoffen. Sie sorgen dafür, dass der Körper die Nahrung langsamer aufspaltet, die Verdauung gefördert wird und man dadurch länger satt bleibt. Hochwertige Kohlenhydrate machen daher nicht dick.

Problematisch sind eher einfache Kohlenhydrate, wie sie in Produkten aus Weißmehl, Süßigkeiten oder Chips vorkommen. Diese können durch die hohe Insulinausschüttung den Abbau von Fettzellen hemmen. Und das kann den Abnehmerfolg tatsächlich schmälern.

2. Mythos: Light-Produkte helfen beim Abnehmen

Viele Menschen setzen beim Abnehmen noch immer vermehrt auf Light-Lebensmittel. Zur Erklärung: Um diese Bezeichnung zu erhalten, muss das Light-Produkt 30 Prozent weniger Zucker oder Fett enthalten als das Originalprodukt.

Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch nicht, dass das "leichte" Nahrungsmittel automatisch auch deutlich weniger Kalorien enthält.

Vielmehr setzen Hersteller bei fettreduzierten Lebensmitteln auf zusätzliche Süße. So soll der Geschmack trotz weniger Fett immer noch gleich bleiben. An dem Energiewert des Produkts ändert sich im schlimmsten Fall aber kaum etwas.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen von dem Light-Produkt größere Portionen essen und sie am Ende mehr Kalorien zu sich nehmen, als sie es mit der Originalvariante getan hätten.

Wer also auch weiterhin auf Light-Produkte beim Abnehmen setzt, sollte daher einen genauen Blick auf die Nährwerttabelle werfen, um nicht unbewusst mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als man eigentlich möchte.

3. Mythos: Schnelle Diäten machen dauerhaft schlank

Schnelle Diäterfolge sind leider oft nicht von Dauer.
Schnelle Diäterfolge sind leider oft nicht von Dauer.  © Unsplash/Bill Oxford

Es ist allgemein bekannt, dass man nur dann abnimmt, wenn man dem Körper weniger Energie zuführt als er verbraucht.

Einige Blitz-Diäten übertreiben es damit jedoch ein wenig und reduzieren die Energiezufuhr auf die Hälfte, sodass sie nur noch bei ca. 1000 Kalorien am Tag liegt. So etwa bei der sogenannten FDH (Abk. f. "Friss die Hälfte") Diät.

Und tatsächlich lassen sich dadurch in relativ kurzer Zeit einige Pfunde verlieren. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Fettgewebe, welches abgebaut wird. Stattdessen verliert der Körper vor allem Wasser und Muskeln.

Nur nicht aufgeben! Das kann bei langwierigen Krankheiten helfen
Gesundheit Nur nicht aufgeben! Das kann bei langwierigen Krankheiten helfen

Hinzu kommt, dass durch die kleineren Portionen auch weniger Vitamine und Mineralstoffe verzehrt werden. Wer also mehr als nur zwei bis drei Kilogramm abnehmen möchte, kommt um eine dauerhafte Ernährungsumstellung nicht herum. Die Gewichtsabnahme pro Woche oder Monat ist dann zwar nicht überwältigend hoch, aber dafür nachhaltig.

4. Mythos: Fruchtzucker hat weniger Kalorien als Industriezucker

Es ist mittlerweile widerlegt, dass Fruchtzucker weniger Kalorien besitzt als herkömmlicher Haushaltszucker.

Lebensmittel, die mit Fruchtzucker versetzt sind, können bei einem "zu viel" genauso dick machen wie ein Nahrungsmittel mit weißem Zucker.

Fruchtzucker hat jedoch den Vorteil, dass der Körper kein Insulin zum Verwerten benötigt und man nach dem Verzehr nicht unter Heißhungerattacken leidet.

Dennoch sollten Menschen, die Abnehmen wollen, auch den versteckten Zuckergehalt von Obst nicht gänzlich ignorieren. Ananas, Birnen, Feigen oder Trockenfrüchte sind zwar gesund, aber bringen auch einiges an Zucker mit.

Ist es nun aus Kaloriensicht her egal, ob man zum Obst oder Schokoriegel greift? Nein, denn im Gegensatz zur Süßigkeit bringt ein Apfel oder eine Banane noch zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente mit, die für den Körper so wichtig sind. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Obstsorten, die auch in größeren Mengen verzehrt werden können. Dazu gehören beispielsweise Kiwis, Erdbeeren, Brombeeren oder Papayas. Trotz ihrer Süße haben Früchte also ihren Platz auf jedem Diät-Plan verdient.

5. Mythos: Als Vegetarier nimmt man automatisch ab

Eine vegetarische Ernährungsweise macht nicht automatisch schlank, kann aber beim Abnehmen helfen.
Eine vegetarische Ernährungsweise macht nicht automatisch schlank, kann aber beim Abnehmen helfen.  © Unsplash/Dan Gold

Ein weiterer Diät-Mythos ist, dass eine vegetarische Ernährungsweise einen fast wie von allein schlank werden lässt.

Doch so einfach ist es nicht. Eine ordentliche Portion von fetthaltigem Käse zu jedem Gericht oder auch eine große Portion Nüsse bringen einiges an Kalorien mit sich. Wer also einige Pfunde abnehmen möchte, sollte auch weiterhin maßvoll mit einigen der vegetarischen Leckereien umgehen.

Dass die meisten Vegetarier ein niedriges bzw. gesundes Körpergewicht aufweisen, hat auch damit zu tun, dass diese insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen.

Das bedeutet neben einer ausgewogenen Ernährung auch viel Bewegung und der weitestgehende Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin.

6. Mythos: Fett macht automatisch fett

Ein Irrglaube, der längst widerlegt wurde, ist der, dass vor allem Fett in der Nahrung für Übergewicht verantwortlich ist. Ähnlich wie bei den Kohlenhydraten kommt es jedoch auch hierbei auf die Qualität der verzehrten Fette an.

Pflanzliche Öle wie Olivenöl enthalten beispielsweise viele gesunde Fettsäuren. Auch eine Avocado und Nüsse sind reich an Fett, doch bieten diese auch viele gesunde Inhaltsstoffe, sodass sie - maßvoll genossen - lange satt machen und den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Dahingegen gilt es versteckte Fette und Transfette, also gesättigte Fettsäuren, zu meiden. Sie entstehen dann, wenn bestimmte Fette und Öle industriell verarbeitet und gehärtet werden. Man findet sie in frittiertem Essen, Süßigkeiten oder Chips.

Weitere Ratgeber, die Dich interessieren könnten:

7. Mythos: Abends essen macht dick

Eine reichhaltige Mahlzeit am Abend ist auch bei einer Diät möglich.
Eine reichhaltige Mahlzeit am Abend ist auch bei einer Diät möglich.  © Unsplash/Foodguide App

Noch immer herrscht der Diät-Mythos vor, dass eine üppige Hauptmahlzeit am Abend besonders dick macht.

Wer demnach Abnehmen will, soll im Umkehrschluss abends nichts mehr essen oder sich zumindest nur mit einem kleinen Salat oder ähnlichem zufrieden geben.

Doch das ist falsch. Denn die Uhrzeit zu der Mahlzeiten eingenommen werden, spielt beim Abnehmen nur eine untergeordnete Rolle.

Entscheidend ist, wie viele Kalorien über den ganzen Tag hinweg zu sich genommen wurden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich kurz vor dem Schlafengehen noch üppig Pasta oder eine eher langsam verdaubare Speise gönnen soll. Denn zwischen der Mahlzeit am Abend und dem Zubettgehen sollte der Körper genügend Zeit bekommen, das Essen zu verdauen. Und das geht tatsächlich mit einem reichhaltigen Salat besser und schneller als mit einem Wiener Schnitzel.

8. Mythos: Vollkorn-Produkte machen schlank

Immer wieder wird bei Getreideprodukten die Vollkornvariante empfohlen.

Doch ist diese nicht automatisch die kalorienärmere Variante. Es kann sogar eher der Fall sein, dass ein Vollkornprodukt einen höheren Energiewert besitzt als jenes aus Weißmehl.

Vollkorn hilft also nicht zwangsläufig beim Abnehmen. Doch sollte man während einer Diät der Kalorien wegen lieber zum Weißmehlbrötchen und -brot greifen? Nein, denn Vollkorn enthält deutlich mehr Mineralstoffe, Ballaststoffe und wichtige Spurenelemente. Auch hält das Sättigungsgefühl länger an und Heißhungerattacken sind deutlich weniger zu erwarten. Insofern ist Vollkorn also - ob Diät hin oder her - immer die bessere Alternative.

9. Mythos: Mit Hitze und Kälte lässt sich Fett verbrennen

Der Gang in die Sauna ist zwar sehr gesund, hilft aber nur bedingt beim Abnehmen.
Der Gang in die Sauna ist zwar sehr gesund, hilft aber nur bedingt beim Abnehmen.  © 123rf/ microgen

Regelmäßige Saunagänge haben ohne Zweifel einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Doch dass sich durch Schwitzen das ein oder andere Fettpölsterchen verbrennen lässt, ist so leider nicht richtig und ein Diät-Mythos.

Dass der Körper nach dem Saunieren ein geringeres Körpergewicht aufweist, liegt am Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen.

Diesen sollte man anschließend mit viel Trinken wieder ausgleichen. Doch aufgepasst: Bei vielen regt das Saunieren sogar den Appetit an. Wer sich dann seinen Gelüsten zu stark hingibt, kann sich die zuvor eingesparten Kalorien schnell wieder anfuttern.

Auch das Gegenteil zur Hitze, nämlich Kälte, ist kein Garant für Gewichtsverlust. Zwar verbraucht der Körper mehr Energie, wenn er friert. Allerdings ist der erhöhte Energieumsatz vergleichsweise gering. Darüber hinaus versucht der Körper anschließend durch einen erhöhten Appetit, sich mit Fettreserven gegen Erfrieren schützen.

Allein starke Hitze oder Kälte führen einen daher leider nicht wie von selbst zum Wunschgewicht.

Weitere Artikel, die Dich interessieren könnten:

Fazit: Was hilft denn nun beim Abnehmen?

Es nimmt die Person ab, die am Tag etwas weniger Kalorien zu sich nimmt, als sie verbraucht. Was in der Theorie so einfach klingt, ist es in der Praxis häufig leider nicht. Denn jeder Stoffwechsel ist etwas anders und auch jeder Mensch hat seine individuellen Bedürfnisse und Wünsche bei der Gewichtsreduzierung.

Etabliert hat sie eine Kombination aus Ernährungsumstellung, mehr körperlicher Bewegung, aber häufig auch eine individuelle Verhaltensänderung, z.B. im Umgang mit Stress. Denn nicht selten steht Übergewicht für ein bestimmtes Problem oder einen persönlichen Konflikt, die Betroffene beim Abnehmen stark behindern.

Eine Ernährungsberatung kann ebenfalls dabei helfen, den für sich richtigen Weg zu finden, um den Wunschgewicht etwas näher zu kommen.

Titelfoto: Unsplash/Bill Oxford

Mehr zum Thema Gesundheit: