Schockierender Test: Labore finden schädliches Mineralöl in Babypulver

Stuttgart/Münster - Diese Ergebnisse können dem Verbraucher durchaus Sorgen bereiten. Zwei staatliche Labore wiesen in Milchpulver für Babys gesundheitsschädigendes Mineralöl nach.

Ob sich die entsprechenden Chargen noch im Handel befinden, sei unklar. (Symbolbild)
Ob sich die entsprechenden Chargen noch im Handel befinden, sei unklar. (Symbolbild)  © belchonock /123 RF

Den Test führten die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) Münster und Stuttgart durch. Die Belastung war in zahlreichen Produkten sehr hoch, berichtet die Verbraucherschutzorganisation "Foodwatch".

"14 der vom CVUA Münster untersuchten Proben enthielten sogar die besonders gefährlichen aromatischen Mineralöle (MOAH), die nach Einschätzung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA im Verdacht stehen, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen", heißt es auf der Website.

Besonders pikant: Bereits vergangenen Herbst hatte es einen Test gegeben, der mit ähnlich schlechten Ergebnissen ausfiel. Trotzdem scheint sich bislang recht wenig an den Produkten geändert zu haben, und das, obwohl Bundesernährungsministerin Julia Klöckner nach dem Test deutlich wurde: 

"Wenn sich herausstellt, dass Baby- oder Säuglingsmilch der Gesundheit unserer Kleinsten schaden könnte, darf sie nicht im Supermarkt landen."

Foodwatch fordert daher, dass die entsprechenden Produkte spätestens jetzt vom Markt genommen werden sollen. Im Zuge dessen veröffentlichten sie eine Liste mit den betroffenen Produkten.

In den nachfolgenden Milchpulvern wurden demnach aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen:

  • Nestle-Produkte: "BEBA Pro HA 2", "BEBA Supreme Pre, von Geburt an", "BEBA Optipro 2", "BEBA Optipro 1", "BEBA Pro HA 1, von Geburt an" und "BEBA Pro HA Pre"
  • Novalac-Produkte: "Säuglingsmilchnahrung PRE 400g" und "BK, Blähungen und Koliken"
  • Humana-Produkte: "SL Spezialnahrung bei Kuhmilchunverträglichkeit" und "Anfangsmilch 1 von Geburt an"
  • Rossmann-Eigenmarke: Babydream "Kinderdrink ab 1 Jahr" 

Unklar sei laut "Foodwatch" aber, ob sich die betroffenen Chargen noch im Handel befinden. 

Dennoch heißt es auf der Website: "Die Laborbefunde belegen jedoch, dass die betroffenen Unternehmen mit ihren Produktionsabläufen die Unbedenklichkeit ihrer Babyprodukte nicht garantieren konnten."

Titelfoto: belchonock /123 RF

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