Ist die Sorge über das West-Nil-Virus berechtigt? Leipziger Mediziner klären auf

Leipzig - Das West-Nil-Virus, an dem in den vergangenen Tagen neun Personen erkrankt sind, bereitet momentan vielen Menschen Sorgen (TAG24 berichtete). Nun klärten Mediziner der Uniklinik Leipzig über die Krankheit auf.

Mücken können das Virus an Menschen übertragen. (Symbolbild)
Mücken können das Virus an Menschen übertragen. (Symbolbild)  © 123rf/kwangmoo

In einem Beitrag für RTL meldete sich unter anderem Prof. Lübbert, der Chefarzt für Infektiologie/ Tropenmedizin, zu Wort und schilderte den üblichen Krankheitsverlauf.

Dabei betonte er, dass die Ansteckungsgefahr für Menschen als sehr gering einzuschätzen sei.

Käme es dennoch zu einer Infektion, würden es 80 Prozent der Betroffenen nicht mal merken. Die restlichen 20 Prozen zeigten Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. 

Lediglich ein Prozent der Patienten müsste im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden.

In zwei Krankheitsverläufen habe sich bei den Betroffenen eine Hirn- beziehungsweise Hirnhautentzündung entwickelt, dabei handele es sich allerdings um den absoluten Extremfall.

Doch woher kommt das West-Nil-Virus denn so plötzlich? Vor allem Zugvögel haben die Krankheit ins Land gebracht, diese wurde dann von Mücken aufgenommen.

"Es muss einfach deutlich über 20 Grad Durchschnittstemperatur sein, damit sich in der Mücke der biologische Zyklus des Virus schließen kann und es dann zur Übertragung aus der Speicheldrüse auf den Menschen kommen kann", erklärt Prof. Lübbert im Interview. Diese Übertragung sei stark temperaturabhängig. 

Durch die vergangenen heißen Sommer wurde dem Virus natürlich hervorragende Bedingungen zur Verbreitung geboten. Dank des fortschreitenden Klimawandels werden Wir in Deutschland wohl in den nächsten Jahren immer mehr über die Krankheit hören müssen.

Die Mediziner können dennoch erstmal Entwarnung geben: Bei dem West-Nil-Virus handele es sich um eine Sommererkrankung, die spätestens im nächsten Monat passé sein wird!

Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen und sich schützen will, soll zu Mückenspray greifen und sein Haus mit Insektenschutzgittern ausstatten. 

Titelfoto: 123rf/kwangmoo

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