Rente, Glücksspiel, Einwegplastik und Co.: Das ändert sich zum 1. Juli!

Von Thomas Seythal, Wolf von Dewitz, Matthias Armborst und Regina Wank

Berlin - Viele Produkte aus Einwegplastik sind in Deutschland ab dem 3. Juli verboten. Ostdeutsche Rentner können sich derweil über minimal steigende Renten freuen. Der Juli bringt einige Neuerungen - nur im Fernsehen bleibt es beim Alten. Ein Überblick:

Rentenerhöhung in Ostdeutschland

Für Rentner in Ostdeutschland gibt es ab Juli mehr Geld. Dennoch ist man noch nicht auf dem Niveau der westdeutschen Rente. (Symbolbild)
Für Rentner in Ostdeutschland gibt es ab Juli mehr Geld. Dennoch ist man noch nicht auf dem Niveau der westdeutschen Rente. (Symbolbild)  © picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Zum 1. Juli werden die Renten in Ostdeutschland um 0,72 Prozent steigen.

Die Rentner in Westdeutschland erhalten jedoch keine Erhöhung ihrer Bezüge. Grund ist die Corona-Pandemie, die negative Auswirkungen auf die Lohnentwicklung hat.

Diese ist Grundlage für die jährliche Rentenanpassung. Nach den vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Bruttolöhnen und -gehältern des Vorjahres müssten die Rentenwerte eigentlich sogar sinken.

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Die sogenannte Rentengarantie sorgt in den westdeutschen Bundesländern aber dafür, dass die Renten trotzdem nicht gekürzt werden.

Die Erhöhung des Ost-Rentenwerts entspricht der gesetzlich vorgesehenen Ost-West-Angleichung. Der für die neuen Bundesländer maßgebliche aktuelle Rentenwert steigt damit auf 33,47 Euro.

Für die westdeutschen Bundesländer beträgt der Rentenwert dann weiterhin 34,19 Euro.

Einwegplastik-Verbot

Ab dem 3. Juli 2021 ist es in der ganzen EU eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen. (Symbolbild)
Ab dem 3. Juli 2021 ist es in der ganzen EU eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einwegplastik zu verkaufen. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa

Viele Produkte aus Einwegplastik sind in Deutschland ab dem 3. Juli verboten.

Betroffen sind Artikel, für die es Alternativen gibt, etwa Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe oder Einweggeschirr. Auch bestimmte Trinkbecher sowie Einwegbehälter aus Styropor dürfen nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden.

Vorhandene Ware darf noch verkauft werden.

Einheitliche Glücksspiel-Regeln

Glücksspiel kann süchtig machen. Für Online-Spiele gibt es nun einheitlichere Regelungen in Deutschland. (Symbolbild)
Glücksspiel kann süchtig machen. Für Online-Spiele gibt es nun einheitlichere Regelungen in Deutschland. (Symbolbild)  © Carsten Rehder/dpa

Online-Poker und Roulette im Internet sind ab Anfang Juli nach bundesweit einheitlichen Regeln erlaubt.

Dann tritt der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft: Er soll ein deutschlandweit einheitliches Niveau beim Spieler- und Jugendschutz ermöglichen.

Künftig ist beispielsweise für Netz-Glücksspiele ein Spielkonto zwingend erforderlich. Dafür müssen sich Spieler identifizieren und authentifizieren. So sollen Minderjährige ausgeschlossen werden.

Außerdem dürfen Spieler grundsätzlich nur bis zu 1000 Euro im Monat auf das Spielkonto einzahlen und diesen Betrag nutzen. Gleichzeitig werden Online-Poker-Varianten und virtuelle Automatenspiele privater Anbieter in engem Rahmen legalisiert, wie es die Berliner Senatskanzlei formuliert.

Ziel sei es, den Schwarzmarkt einzudämmen.

TV-Sommerpause

Das Fernsehen sendet weiter, aber frische Inhalte fehlen oft - im Hochsommer ist für viele Fernsehformate Sommerpause.

Bei der ARD sind neben dem Dauerbrenner "Tatort" auch die Talk-Klassiker "Anne Will", "Hart aber fair" und "Maischberger" schon jetzt für mehrere Wochen in den Ferien.

"Maybrit Illner" im ZDF folgt Mitte Juli und "Markus Lanz" Anfang August.

Sportfans können ab dem 23. Juli mit dem TV-Großereignis Olympia überbrücken.

Mobilfunk: Zahlreiche 3G-Netze werden abgeschaltet

Ein Mobilfunkmast. Die zwei größten Mobilfunkanbieter in Deutschland schalten ihre 3G-Netze ab. (Symbolbild)
Ein Mobilfunkmast. Die zwei größten Mobilfunkanbieter in Deutschland schalten ihre 3G-Netze ab. (Symbolbild)  © Jens Büttner/ZB/dpa

Die Deutsche Telekom und Vodafone schalten ihre Funknetze der dritten Generation (3G oder UMTS) zum 30. Juni ab.

Davon betroffen sind Kunden, die ein sehr altes Smartphone benutzen oder einen Vertrag haben, der nicht den neueren 4G/LTE-Standard einschließt.

Das sind wenige Verbraucher: Bei Vodafone machte 3G zum Jahreswechsel 2,5 Prozent des mobilen Datenverkehrs aus. O2 will das 3G-Netz bis zum Jahresende abschalten.

Telefongespräche oder klassische SMS-Nachrichten sind weiter möglich, weil der auf Telefonie ausgerichtete Mobilfunk-Standard der zweiten Generation (2G/Edge) bestehen bleibt.

Neue Förderung zum Hausbauen

Wer ein Haus baut oder saniert und dafür Fördermittel des Bundes will, muss vom 1. Juli an neue Regeln beachten.

Dann greift die neue "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG), die mehrere Programme der Bank KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ablöst.

Die Förderung soll damit attraktiver werden. Außerdem muss nur noch ein einziger Antrag gestellt werden.

Höhere Kosten beim Versand aus dem Ausland

Achtung bei zollpflichtiger Ware: Pakete aus dem Ausland werden teurer. (Symbolbild)
Achtung bei zollpflichtiger Ware: Pakete aus dem Ausland werden teurer. (Symbolbild)  © 123RF/belchonock

Wer in Nicht-EU-Ländern wie den USA, China oder auch der Schweiz kleinere Waren bestellt, muss vom 1. Juli an mit höheren Kosten rechnen.

Dann wird die Einfuhrumsatzsteuer auch für Artikel entrichtet, für die bisher eine Freigrenze von 22 Euro galt. Für viele Produkte gilt in Deutschland wie bei der Mehrwertsteuer ein Satz von 19 Prozent. Für Bücher sind sieben Prozent fällig.

Für den eigentlichen Zoll, der zusätzlich erhoben wird, gilt weiter eine Freigrenze von 150 Euro.

Schulferien starten

Nach und nach bekommen jetzt alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland große Ferien. Als letztes Bundesland startet Bayern am 30. Juli.

Bis zum 1. August sind dann für ein Wochenende alle Schüler in Deutschland in den großen Ferien.

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Ralf Hirschberger/dpa

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