200 Beschäftigte protestieren gegen Kündigungen nach "Durstexpress"-Aus

Leipzig - Nachdem am Mittwoch bekannt geworden war, dass das "Durstexpress"-Lager in Leipzig schließen wird und somit rund 450 Beschäftigte ihren Job verlieren werden (TAG24 berichtete), regte sich sofort Protest unter den Betroffenen. Am Donnerstag wurde mit einem Fahrradkorso und einer Kundgebung dagegen demonstriert.

Rund 200 Personen sammelten sich vor dem "Flaschenpost"-Zentrallager.
Rund 200 Personen sammelten sich vor dem "Flaschenpost"-Zentrallager.  © News5/Grube

Am Vormittag fanden sich rund 200 Demonstranten am Leipziger Zentrallager von Flaschenpost/Durstexpress an der Pelzgasse 1-3 zusammen und protestierten gegen die Kündigungen und das drohende Standort-Aus.

Wie Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwoch mitgeteilt hatte, waren bereits Anfang der Woche die ersten Kündigungen per Bote zugestellt worden. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden von der Nachricht kalt erwischt", sagte Jörg Most, Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau.

Die Oetker-Gruppe hatte den Lieferdienst Flaschenpost im vergangenen Jahr übernommen und mit dem eigenen Online-Getränkelieferdienst durstexpress.de zusammengelegt.

In der vergangenen Woche gab der Konzern bekannt, die beiden Getränkelieferdienste künftig unter einem einheitlichen Namen, nämlich "Flaschenpost", zu führen.

Mit Transparenten machten die Betroffenen auf die Situation aufmerksam.
Mit Transparenten machten die Betroffenen auf die Situation aufmerksam.  © News5/Grube

2300 Kündigungen: Nicht nur Leipzig betroffen

Nach Angaben von "Flaschenpost" werden bundesweit drei Lager nicht mehr weitergeführt - neben Leipzig sind auch Bochum sowie ein Lager in Berlin betroffen. Bundesweit spricht die NGG von 2300 Kündigungen. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Doppelpräsenzen in der Region.

So gibt es in Sachsen etwa ein Lager in Dresden. "Auch ist uns sehr daran gelegen, möglichst viele der von Schließungen betroffenen Durstexpress-Mitarbeiter weiterhin zu beschäftigen", so ein Sprecher. Die Beschäftigten seien daher aufgerufen, sich neu bei Flaschenpost zu bewerben.

In Leipzig hätten sich in den ersten Tagen bereits mehr als 25 Prozent "Durstexpress"-Mitarbeiter für einen Job bei "Flaschenpost" beworben. Viele hätten bereits eine Zusage.

Titelfoto: News5/Grube

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