Amok-Alarm! Passant hielt Jäger für Terroristen

Markkleeberg - Die Jagd auf Schwarzkittel hat Mittwochnacht in Markkleeberg für einen Amok-Alarm gesorgt. Ein Spaziergänger hatte einen Jäger für einen bewaffneten Terroristen gehalten.

Der Weidmann in Markkleeberg trug Flecktarn. (Symbolbild)
Der Weidmann in Markkleeberg trug Flecktarn. (Symbolbild)  © picture alliance / blickwinkel

Ein großer Mann laufe mit Sturmgewehr und Tarnuniform durch den Kees'schen Park, so lautete der Notruf, der gegen 21.30 Uhr bei der Polizei eintraf.

Sofort wurde die auf Amok-Lagen spezialisierte LEBEL-Einheit in Marsch gesetzt und mehrere Streifenwagen zum Ort des Geschehens geschickt. 

Doch die ersten eintreffenden Beamten konnten gleich wieder Entwarnung geben. Im Park trafen sie auf den Jägersmann Martin B. (40), der sich ob der nächtlichen Aufmerksamkeit verwundert zeigte. Auch hatte er kein Sturmgewehr sondern eine Jagdflinte dabei.

"Er ist in unserem Auftrag auf Wildschwein-Jagd und war offenbar gerade auf dem Weg zur Arbeit", erklärte Knut Maurivé (44), Sprecher der Parkverwaltung. 


Vier Stadtjäger sollen Markkleeberger Wildschwein-Plage eindämmen

Wildschweine sind in Markkleeberg zur Plage geworden. (Symbolbild)
Wildschweine sind in Markkleeberg zur Plage geworden. (Symbolbild)  © Christophe Gateau/dpa

Hintergrund ist die Wildschwein-Plage, unter der die Stadt Markkleeberg seit den letzten zwei Hitzesommern leidet. "In den ausgetrockneten Wäldern finden die Tiere kein Futter mehr und drängen in die Stadt", erklärt Forstbezirksleiter Andreas Padberg (54).

Ob Gärten, Parkanlagen oder der Golfplatz - die Schwarzkittel hinterlassen überall ihre Spuren. Und sie verlieren dabei immer mehr die Scheu vor den Menschen, was bei Begegnungen auf Wegen und Straßen nicht ungefährlich ist.

Zum 1. April übertrug die Stadt deshalb das Jagdmanagement im angrenzenden Waldgebiet Neue Harth dem Staatsbetrieb Sachsenforst. Dessen Vertrags-Jäger erlegten seither 39 Schwarzkittel. Doch die jüngste Schweine-Generation kommt laut Padberg gar nicht mehr aus dem Wald. 

"Die Tiere sind schon in der Stadt geboren und leben dort." 

In Markkleeberg sind deshalb nun auch vier Stadt-Jäger unterwegs. 

Titelfoto: picture alliance / blickwinkel

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