"Angebot ist ein schlechter Scherz": Deshalb heute erneuter Warnstreik in der Kfz-Branche

Leipzig - Nachdem bereits in der vergangenen Woche Beschäftigte der Kfz-Branche in Sachsen auf die Straße gingen, sollen die Warnstreiks am heutigen Montag in Leipzig fortgesetzt werden. Der Grund: Ein "unverschämtes" Angebot vonseiten der Arbeitgeber.

Die Warnstreiks in der Leipziger Kfz-Branche gehen weiter.
Die Warnstreiks in der Leipziger Kfz-Branche gehen weiter.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die IG Metall ankündigte, werden die Beschäftigten von Volkswagen und Stern Auto ab 13.30 Uhr ihre Arbeit niederlegen und in der Torgauer Straße vor den Autohäusern eine Kundgebung abhalten.

Ausschlaggebend für die Weiterführung der Streiks ist die in den Augen der Gewerkschaft gescheitere dritte Tarifverhandlung vom 9. Juni. Die Arbeitgeber hätten "ein Angebot auf den Tisch gelegt, das die IG Metall jedoch als Provokation zurückgewiesen hat".

Die Forderung der IG Metall: 4 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate sowie eine überproportionale Erhöhung der Azubi-Vergütungen.

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Die Arbeitgeber boten den Beschäftigten ab nächstem Sommer 1 Prozent mehr Gehalt, insgesamt 300 Euro Corona-Prämie, für Auszubildende bis 75 Euro – bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

"Das 'Angebot' ist ein schlechter Scherz, über den die Beschäftigten nicht lachen können. Vielmehr ist es unverschämt und die Kfz-Unternehmer verhöhnen damit alle, die die Betriebe unter den schwierigen Bedingungen während der Pandemie am Laufen gehalten haben", schimpft Steffen Reißig von der IG Metall Leipzig.

"Wenn es das war, was die Arbeitgeber wollten, werden sie es bekommen"

"Die Kolleginnen und Kollegen werden nun den Druck auf die Arbeitgeber mit Warnstreiks ausweiten. Wenn es das war, was die Arbeitgeber wollten, werden sie es bekommen", so die Ansage der Gewerkschaft.

Laut Bodo Grzonka, dem IG-Metall-Verhandlungsführer, wurden die Arbeitgeber-Angebote in anderen Bezirken bereits angenommen: "Sie waren nicht bereit, einen Schritt nach vorn zu wagen."

Die Verhandlung im Leipziger IG-Metall-Bezirk wurde unterbrochen, ein weiterer Termin ist für den 25. Juni vereinbart. Bis dahin sollen weitere Warnstreiks folgen.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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