Anti-Corona-Demo in Leipzig: Auch Fridays for Future ruft zur Gegendemo auf

Leipzig - Mit gleich drei Demonstrationen wollen Corona-Kritiker am Samstag einmal mehr in Leipzig gegen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Bekämpfung des Virus demonstrieren. Gegenproteste wurden bereits angekündigt. Dafür macht nun auch "Fridays for Future" mobil.

Mit diesem Foto rufen die Klimaschützer von "Fridays for Future" auf Facebook zum Protest gegen die für Samstag angekündigten Anti-Corona-Demos in Leipzig auf.
Mit diesem Foto rufen die Klimaschützer von "Fridays for Future" auf Facebook zum Protest gegen die für Samstag angekündigten Anti-Corona-Demos in Leipzig auf.  © Screenshot/facebook.com/FFFLeipzig

"Am kommenden Samstag wollen Verschwörungsideolog*innen und Rechtsextreme erneut nach Leipzig kommen. Das lassen wir nicht zu!", heißt es in einem Aufruf, den die Klimaschützer auf Facebook veröffentlichten.

Gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk "Leipzig nimm Platz" und der Gruppe "Prisma" wollen sie friedlich und coronakonform gegen die angekündigten Demos protestieren.

Wie das Ordnungsamt gegenüber TAG24 mitteilte, sind für den 6. März 2021 insgesamt drei Anti-Corona-Demonstrationen in unmittelbarer Nähe des Impfzentrums auf der Neuen Messe angekündigt, darunter zwei Autokorsos sowie eine Kundgebung.

"Leipzig nimmt Platz" hatte bereits in der vergangenen Woche zum Gegenprotest aufgerufen und eine Menschenkette mit etwa 1000 Teilnehmern entlang der Route der Autokorsos angemeldet.

Unterstützt werden sie dabei unter anderem von den Stadtratsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen sowie von den Jusos Leipzig, der Jugendorganisation der SPD, sowie dem Verein Erich-Zeigner-Haus.

So rufen "Fridays for Future" und das Erich-Zeigner-Haus zur Gegendemo auf

Gleich mehrere Demos als Gegenprotest geplant

Bei der Anti-Corona-Demo Anfang November in Leipzig hatten die sogenannten "Querdenker" schließlich eine Polizeisperre durchbrochen. Mehr als 20.000 Menschen sollen an der Demonstration teilgenommen haben.
Bei der Anti-Corona-Demo Anfang November in Leipzig hatten die sogenannten "Querdenker" schließlich eine Polizeisperre durchbrochen. Mehr als 20.000 Menschen sollen an der Demonstration teilgenommen haben.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzigs ehemaliger Bürgermeister Erich Zeigner (1886-1949) wurde nach dem Ende des Dritten Reichs 1945 durch die sowjetische Militäradministration als Oberhaupt der Messestadt eingesetzt. Ein Jahr später wurde die Entscheidung per Wahl bestätigt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde Zeigner mehrfach wegen antifaschistischer Arbeit sowie seiner Mitgliedschaft in der SPD inhaftiert, überlebte dabei sogar die Konzentrationslager Sachenhausen und Buchenwald.

"Als Erich-Zeigner-Haus e.V. sehen wir die Notwendigkeit einer deutlichen Positionierung gegen die Bewegung, ihre Haltung sowie Demonstrations-Motive", teilte der Verein ebenfalls via Facebook mit. "Daher beteiligen wir uns am geplanten Gegenprotest durch das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz und rufen ebenfalls zur Teilnahme daran auf.

Dem Aufruf von "Fridays for Future" zufolge ist es mittlerweile nicht mehr nur bei der Menschenkette als Gegenprotest geblieben:

  • Um 12 Uhr sollen Fahrraddemos vom Lindenauer Markt, Rabet und Connewitzer Kreuz starten.
  • Ebenfalls um 12 Uhr startet ein Motorradkorso am Wilhelm-Külz-Park gegenüber des Völkerschlachtdenkmals.
  • Ziel der Demos soll einerseits der Augustusplatz sein, wo Feministischer Streik Leipzig eine Versammlung geplant hat, andererseits die Neue Messe, wo sich Die Partei versammeln werde.

Im November 2020 waren zwei Corona-kritische Demonstrationen in Leipzig aus dem Ruder gelaufen. Viel zu viele Teilnehmer hatten sich trotz Corona-Auflagen in der Messestadt versammelt und sich nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen gehalten. Studien zufolge hatten unter anderem die Demonstrationen in Leipzig für die im Winter stark gestiegenen Fallzahlen gesorgt.

Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot/facebook.com/FFFLeipzig

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