Autofreie Gottschedstraße und Jobräder: 24 Punkte gegen Leipziger Klimanotstand beschlossen

Leipzig - Seit vorigem Jahr gilt in Leipzig offiziell der Klimanotstand. Die Stadt will besser werden und weniger schädliche Treibhausgase ausstoßen. 24 Sofortmaßnahmen sollen die Kommune nun voranbringen. 

Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD)
Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD)  © News5/Grube

Das Paket solle dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu senken, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) am heutigen Mittwoch sagte. Es seien neue Ideen, die bisher noch nicht in den städtischen Klimaschutzplänen auftauchten.

Für die Maßnahmen sollen insgesamt mehr als 40 Millionen Euro investiert werden. Der Leipziger Stadtrat hatte im vorigen Oktober den Klimanotstand ausgerufen.

Zu dem Katalog gehört etwa das Vorhaben, auf allen neuen kommunalen Gebäude Solaranlagen zu errichten. Bis 2025 sollen dafür 850.000 Euro in 17 Anlangen investiert werden. Die kommunale Wohnungsgesellschaft LWB soll 30 weitere Anlagen beisteuern. 

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Ein städtisches Förderprogramm von 200.000 Euro soll die Immobilienbesitzer bei der Modernisierung von Heizungsanlagen unterstützen. 

"Wir haben erheblichen Nachholbedarf in der Sanierungsquote", sagte Leipzigs Umweltdezernent Heiko Rosenthal (45, Linke). Für ein besseres Stadtklima sollen auch mehr Straßenbäume gepflanzt werden.

Die beliebte Leipziger Gastromeile in der Gottschedstraße soll zur autofreien Zone werden.
Die beliebte Leipziger Gastromeile in der Gottschedstraße soll zur autofreien Zone werden.  © Juliane Bonkowski

Unter den 24 Maßnahmen sind aber auch kleinere Vorhaben wie die Zahlung eines Zuschusses für ein Jobrad, das die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nutzen sollen. 

Eine beliebte Kneipenmeile – die Gottschedstraße – soll für den Autoverkehr gesperrt werden. Das sei ein Pilotvorhaben, das zugleich den von der Corona-Krise hart getroffenen Gastronomen helfen soll, sagte Jung. Sie könnten dann ihre Freisitze ausweiten.

Mit der Ausrufung des Klimanotstandes verfolgt Leipzig das erklärte Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Das bedeutet, dass die Stadt dann nicht mehr dazu beiträgt, die Menge klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre zu erhöhen. Ab 1. Juli kümmert sich ein neu geschaffenes Klimareferat in der Stadtverwaltung um das Thema.

Titelfoto: Juliane Bonkowski

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