Brennende Liebe: Leipzigerin fertigt Licht-Häuschen nach japanischer Technik

Von Thomas Gillmeister

Leipzig - Sie setzt Lichtpunkte in der dunklen Jahreszeit. Dafür nutzt Astrid Hartmann (51) die jahrhundertealte japanische Brenntechnik Raku, die aus jedem Keramik-Miniatur-Haus ein Unikat mit altertümlichem Charme macht.

Ein schöner Hingucker in der dunklen Jahreszeit: die Raku-Lichthäuser von Astrid Hartmann (51).
Ein schöner Hingucker in der dunklen Jahreszeit: die Raku-Lichthäuser von Astrid Hartmann (51).  © Picture Point/Gabor Krieg

Nach Feierabend gönnt sich die gelernte Kauffrau einen Mini-Urlaub in ihrem Atelier unterm Dach. Mit Blick auf ihr selbst geschaffenes Miniatur-Dorf träumt sie sich dann in den Süden Frankreichs oder Italiens hinein. Dort verbrachte sie bisher mit ihrer Familie gern die Ferien. 

"Dabei habe ich mein Herz an die historischen Häuser verloren", erzählt die Leipzigerin. Sie überlegte, wie sie diese in Stein gehauene Romantik mit nach Hause nehmen könnte. 

Da erinnerte sie sich an die japanische Brenntechnik, die schon ihre Mutter als Töpferin im Erzgebirge anwandte. Beim Rakubrand wird ein spezieller grober Ton nicht wie sonst üblich im Ofen abgekühlt, sondern glühend bei rund 1 000 Grad mit der Zange herausgeholt. 

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Durch die extremen Temperaturunterschiede entstehen auf der Oberfläche der Objekte die für Raku typischen Risse-Netze. 

Danach werden die Handarbeiten in Sägespäne oder getrockneten Lebensbaum gelegt und geräuchert. 

Inzwischen entwickelte Astrid mehrere traumhaft schöne Häusertypen: vom Palazzo über einen Glockenturm bis hin zum dreiteiligen Dornröschen-Anwesen mit Freitreppe. Gern präsentiert sie auf Märkten in ganz Deutschland ihre handgemachten Häuser unter dem Label "Raku City".

Die Brenntechnik mag japanisch sein, doch das Ergebnis wirkt eindeutig mediterran.
Die Brenntechnik mag japanisch sein, doch das Ergebnis wirkt eindeutig mediterran.  © Picture Point/Gabor Krieg
Verschiedene Glasuren verpassen dem Ton die gewünschte Farbe.
Verschiedene Glasuren verpassen dem Ton die gewünschte Farbe.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit werden sie unheimlich gern in Lichthäuser verwandelt", weiß Astrid. Weil sich die klassischen Teelichter nicht eignen, bietet sie spezielle, auf die Häuser abgestimmte Kerzenhalter mit an.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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