Ciao Bello! Nach Coronapause rettet Leipzigerin wieder Hunde aus Italien

Von Thomas Gillmeister

Leipzig - Die Tierliebe von Stephanie Loose (52) ist grenzenlos. Seit Jahren rettet sie Hunde aus Italien und vermittelt sie über den Verein "adopTiere". Die Corona-Pandemie stoppte die ehrenamtliche Arbeit der Leipzigerin. Doch nun macht sie sich wieder auf den Weg nach Kalabrien, um dort Vierbeiner aus dem Elend zu befreien.

Nach den Corona-Beschränkungen startete Stephanie Loose wieder eine Abholaktion.
Nach den Corona-Beschränkungen startete Stephanie Loose wieder eine Abholaktion.  © privat/Repro Picture Point

Besorgt verfolgte Stephanie Loose in den vergangenen Monaten die Corona-Ausbreitung in Italien und die damit verbundenen Grenzschließungen.

Plötzlich war die deutsch-italienische Tierschutzbrücke eingestürzt, die sie zusammen mit Mitstreitern in den letzten 15 Jahren mühevoll aufgebaut hat. Die ohnehin überfüllten Tierheime in Italien gerieten weiter unter Druck.

"Corona macht alles noch viel schlimmer", weiß Stephanie. "Durch die unterbrochenen Lieferketten fehlte es besonders im abgeschnittenen Süden an Hundefutter und Medikamenten. Die tierärztliche Versorgung brach zusammen." Deshalb ist die Leipzigerin erleichtert, dass die Grenzen nun wieder offen sind.

So machte sie sich kürzlich mit einer Freundin auf den Weg ins über 2 000 (!) Kilometer entfernte Örtchen Gioiosa Lonica an Italiens östlicher Stiefelspitze. Eine Hundearbeit! Der kleine Transporter war bis unter die Decke mit Spenden gefüllt, die Stephanie nur 24 Stunden später in einem Tierheim verteilen konnte.

Bei Italien-Urlaub auf Zustände in Tierheimen aufmerksam geworden

Stephanie Loose von "adopTiere e.V." vermittelt Hunde aus Italien nach Deutschland.
Stephanie Loose von "adopTiere e.V." vermittelt Hunde aus Italien nach Deutschland.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Vor Ort sammelte sie mithilfe von Tierheimmitarbeitern arme Hundeseelen ein, die sie teilweise schon auf der Rücktour am nächsten Tag unterwegs an vorher informierte Interessenten übergeben konnte.

"Natürlich ist so ein verlängertes Wochenende eine Hammertour", gibt die engagierte Tierretterin zu. "Aber wenn ich sehe, wie glücklich die neuen Hundebesitzer und wie erleichtert die Vierbeiner sind, lohnt sich die Mühe."

Stephanie ist eine echte Frohnatur, die etwas bewegt. Beruflich verwandelte sie in Leipzig-Mockau einen alten Wasserturm in einen beliebten, modernen Kletterturm.

Privat macht sie unter anderem gern in Italien Urlaub. Dort wurde die Sportliche auf teils katastrophale Zustände in Tierheimen aufmerksam und beschloss, ehrenamtlich zu helfen.

"Die Tierfreunde dort an der Stiefelspitze sind so dankbar für unsere Hilfe"

Unübersehbar: Die Leipzigerin hat ein Händchen für Vierbeiner.
Unübersehbar: Die Leipzigerin hat ein Händchen für Vierbeiner.  © privat/Repro Picture Point

2006 gründete sie zusammen mit anderen Tierrettern den Verein „adopTiere“, der sich mittlerweile sogar international einen Namen gemacht hat.

Denn die geretteten und aufgepäppelten Fellnasen werden nicht nur in Deutschland in liebevolle Hände gegeben, sondern auch nach Österreich, der Schweiz und in nordeuropäische Länder vermittelt.

Inzwischen konzentriert sich Stephanie ausgerechnet auf das so weit entfernte Kalabrien. "Die Tierfreunde dort an der Stiefelspitze sind so dankbar für unsere Hilfe", begründet die Sächsin, warum sie mehrmals im Jahr eine so weite Autofahrt auf sich nimmt.

Und ab und zu kann sie dabei traurigen Hundeaugen nicht widerstehen und adoptiert selbst einen Vierbeiner. Er findet dann bei ihr auf dem Bauernhof in Jesewitz bei Leipzig ein neues Zuhause.

Wer ein Tier "adoptiert", sollte sich nicht nur von dessen "Niedlichkeit" leiten lassen.
Wer ein Tier "adoptiert", sollte sich nicht nur von dessen "Niedlichkeit" leiten lassen.  © imago images/imagebroker

Wer helfen möchte oder sich für einen Hund interessiert: www.adoptiere.de.

Titelfoto: privat/Repro Picture Point

Mehr zum Thema Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0