Corona-Fälle nicht gemeldet? Harte Vorwürfe gegen Paketdienst in Sachsen

Krostitz - In einer Zeit, in der die Zahl der Corona-Infektionen wieder deutlich zunimmt, erreichten TAG24 schwere Vorwürfe gegen einen im Leipziger Umland ansässigen Paketdienstleister. Wir haben bei dem Unternehmen nachgefragt.

Ein dem Unternehmen DPD nahestehender Insider hatte von Missständen im Umgang mit der Corona-Pandemie berichtet. (Symbolbild)
Ein dem Unternehmen DPD nahestehender Insider hatte von Missständen im Umgang mit der Corona-Pandemie berichtet. (Symbolbild)  © DPD Deutschland GmbH

Vom falschen Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung bis hin zur angeblichen Nicht-Meldung an das Gesundheitsamt sind die Vorwürfe gegen den Paketdienst DPD in Krostitz nahe Leipzig vielfältig.

"DPD meldet es dem Gesundheitsamt nicht, sie zögern es bisher heraus und laufen mit Maske unter dem Kinn rum, fassen Pakete an", heißt es vonseiten eines dem Unternehmen nahestehenden Insiders.

Laut diesem seien mindestens fünf Mitarbeiter des Depots im Landkreis Nordsachsen positiv getestet, dies jedoch nicht ans Gesundheitsamt gemeldet worden.

Es könne weiterhin nicht mit rechten Dingen zugehen, dass dort alles so weiterläuft wie bisher.

Offenbar klagten außerdem weitere Angestellte über Symptome, trauten sich jedoch aus Angst um ihren Job nicht, zum Arzt zu gehen.

Regelmäßiger Kontakt mit Gesundheitsamt wegen positiv getesteten Mitarbeitern

Am Standort des Paketdienstleisters in Krostitz sind 470 Mitarbeiter beschäftigt. (Symbolbild)
Am Standort des Paketdienstleisters in Krostitz sind 470 Mitarbeiter beschäftigt. (Symbolbild)  © DPD Deutschland GmbH

Auf Nachfrage von TAG24 bei der DPD Deutschland GmbH zeigte sich Pressesprecher Peter Rey überrascht von den Vorwürfen, "da sie in keiner Weise der aktuellen Situation im Depot in Krostitz entsprechen."

Richtig sei allerdings, dass es aktuell drei bestätigte Coronafälle in der sächsischen Zweigstelle des Unternehmens gebe, die jedoch mit "umfassenden Maßnahmen und klaren Regeln" sowie Akribie behandelt werden. Es bestehe außerdem ein regelmäßiger Kontakt mit dem Gesundheitsamt Nordsachsen.

So habe sich am vergangenen Samstag der Test eines Mitarbeiters, der sich zwei Tage vorher krankgemeldet hatte, als positiv erwiesen. Am darauffolgenden Montag seien dessen bis dahin sechs identifizierten Kontaktpersonen an die Behörde gemeldet worden.

Außerdem seien diese noch am Wochenende vorsorglich nach Hause geschickt worden. Zwei von Ihnen wurden den Angaben zufolge inzwischen ebenfalls positiv getestet, wieder habe man umgehend das Gesundheitsamt informiert.

"Insgesamt befinden sich aktuell rund 20 Arbeitskräfte in Quarantäne. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – auch den drei positiv getesteten – geht es den Umständen entsprechend gut", so der Pressesprecher.

Monatlich Tausende Euro für Reinigungsmaßnahmen

Bereits seit dem Frühjahr besteht innerhalb des Unternehmens eine streng geregelte Maskenpflicht. (Symbolbild)
Bereits seit dem Frühjahr besteht innerhalb des Unternehmens eine streng geregelte Maskenpflicht. (Symbolbild)  © Arne Dedert/dpa

Er weist in seiner Stellungnahme außerdem auf die engmaschige Kontrolle der streng geregelten Maskenpflicht am Standort Krostitz hin. Es gebe selbstverständlich bereits seit dem Frühjahr ein umfassendes Hygienekonzept. So werden beispielsweise monatlich mehrere Tausend Euro in zusätzliche Reinigungsmaßnahmen investiert.

Arbeitskräfte mit Symptomen dürfen nicht weiter im Einsatz sein. Das Unternehmen dulde keine Verstöße, es seien vor Ort jedoch auch keine bekannt.

"Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für DPD höchste Priorität. Wir stehen in engem Austausch mit der Depotleitung in dieser Sache und hoffen auf eine baldige Genesung der Betroffenen", so Rey weiter. Man werde auch weiterhin streng am bisher erfolgreichen Konzept festhalten.

"Das Unternehmen steht mit dem Gesundheitsamt diesbezüglich seit Anfang der Woche in Kontakt", konnte das Gesundheitsamt Nordsachsen die Angaben des Dienstleisters bestätigen. Entsprechende weiterführende Maßnahmen seien eingeleitet worden.

Titelfoto: DPD Deutschland GmbH

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