Corona-Piks im Akkord: Impfungen für Hunderte Senioren in der "Langen Lene"

Leipzig - Einer der längsten Wohnblocks Deutschlands in Leipzig ist am Samstag zum Impfzentrum geworden.

Im längsten Plattenbau Deutschlands haben am Samstag rund 300 über 80-Jährige im Auftrag des DRK von Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe ihre Corona-Schutzimpfung erhalten.
Im längsten Plattenbau Deutschlands haben am Samstag rund 300 über 80-Jährige im Auftrag des DRK von Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe ihre Corona-Schutzimpfung erhalten.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Vier Ärzteteams haben 275 über 80-Jährigen aus der "Langen Lene" die erste Dosis der Corona-Impfung verpasst, "in neun Stunden ohne Pause", sagte Gothild Lieber am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Sie ist die Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt und des Vereins "Alter, Leben und Gesundheit", der den Plattenbau-Wohnkomplex seit 20 Jahren betreibt. Beide hatten sich für die Aktion eingesetzt.

Laut Lieber kamen die Senioren auch im Rollstuhl und in Decken eingewickelt in die temporäre Impfstation in den Gemeinschaftsraum. "Es ist gut, dass auch diese Menschen, die nicht in Heimen, sondern in ihren Wohnungen leben, drankommen, denn die Angst ist groß bei ihnen."

Einige der "Lange Lene"-Bewohner hätten sich vergeblich selbst um einen Termin bemüht. "Es gab nur eine Handvoll, die sich nicht impfen lassen wollten, und eine Hundertjährige ist nicht gekommen", sagte sie. Die, die sich die Spritze nicht selbst abholen konnten, wurden in ihrem Zuhause geimpft.

Nach Angaben von Lieber war die Stimmung sehr gut und "alle begeistert". Die älteren Herrschaften seien vor dem Termin über die Impfung aufgeklärt worden, hatten ihr Einverständnis gegeben. "Es war alles bestens vorbereitet."

Älteren Menschen Weg ins Impfzentrum erspart

Auch dem 93-jährigen Heinz Frieß und seiner 85-jährigen Frau Helga wurde so der Weg ins Impfzentrum auf der Neuen Messe erspart.
Auch dem 93-jährigen Heinz Frieß und seiner 85-jährigen Frau Helga wurde so der Weg ins Impfzentrum auf der Neuen Messe erspart.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war es der Testlauf in einer Anlage, in der viele ältere Menschen wohnen, wie ein Sprecher im Vorfeld sagte. Er ersparte den 80 bis 98 Jahre alten, vielfach allein lebenden Senioren den Weg ins Impfzentrum in der Neuen Messe.

In dem 1968 fertiggestellten, 335 Meter langen Plattenbau wohnen laut Lieber rund 1500 Menschen. Der aus vier miteinander verbundenen Häusern bestehende Komplex im Stadtteil Probstheida ist nach der Adresse Lene-Voigt-Straße benannt. "Es ist ein ganz normales Wohnhaus", sagte Lieber.

In den 800 Wohnungen lebten auch junge Leute. Allerdings sind etwa 70 Prozent im Rentenalter und rund ein Drittel über 80 Jahre alt.

275 von ihnen müssen dann am 6. März noch einmal den Arm frei machen – für die zweite Dosis.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

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