Coronavirus in Leipzig: Frühere Grenzöffnung in Tschechien

Leipzig - Leipzig in der Corona-Krise. Die Zahl der Neuinfektionen steigt nur noch langsam, die Maßnehmen werden immer mehr gelockert und somit kehrt auch das öffentliche Leben zunehmend in die Stadt zurück. Stand 3. Juni hatten sich 600 Bürger infiziert, sachsenweit sind es mindestens 5306. Über vier Fünftel sind geheilt.

Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.
Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.  © Holger Baumgärtner

Zwar sind die Auswirkungen der Corona-Epidemie noch immer auch in Leipzig spürbar. Zahlreiche Maßnahmen und Regelungen zur Bekämpfung des Virus wurden mittlerweile jedoch wieder gelockert.

So gilt zwar weiterhin eine Maskenpflicht im ÖPNV und in Geschäften. Sowohl große als auch kleine Läden sowie Einkaufszentren haben jedoch wieder geöffnet. Das gleiche gilt für Bibliotheken, Bars, Cafés, Fitnessstudios und andere Einrichtungen, wobei stets mit der Beachtung bestimmter Verhaltens- und Hygieneregeln verbunden ist.

Der Grund für die Lockerungen ist klar: Die Zahl der Neuinfektionen steigt deutlich langsamer. Die Daten sehen offenbar so gut aus, dass Sachsens Landesregierung für Juni einen Paradigmenwechsel bei der Neu-Regelung der Corona-Maßnahmen angekündigt hat, sollten sich diese so weiter entwickeln (TAG24 berichtete).

Stand Mittwoch (3. Juni) gibt es in der Messestadt 600 bestätigte Fälle. Viele Hundert Menschen befanden oder befinden sich noch immer in häuslicher Quarantäne, der überwiegende Teil der Infizierten gilt aber als geheilt.

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UPDATE, 5. Juni, 9.45 Uhr: Corona hatte kaum Auswirkungen auf Organspenden am UKL

Auch während der Corona-Pandemie warteten und warten schwerkranke Menschen auf ein neues Organ. Nicht vergeblich, denn Transplantationen fanden weiterhin fast unverändert statt: In den letzten drei Monaten wurden am Universitätsklinikum Leipzig neun Lebern, zehn Nieren und eine Bauchspeicheldrüse transplantiert.Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum am UKL 19 Organe, also faktisch genauso viele.

Trotz Corona wurden am UKL weiterhin Organe transplantiert. (Symbolbild)
Trotz Corona wurden am UKL weiterhin Organe transplantiert. (Symbolbild)  © Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 4. Juni, 16.45 Uhr: Tschechien öffnet Grenze für Deutsche schon früher

Tschechien will seine Grenzen für Deutsche schon ab Samstag öffnen.
Tschechien will seine Grenzen für Deutsche schon ab Samstag öffnen.  © Václav Šálek/CTK/dpa

Tschechien öffnet seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn früher als geplant - voraussichtlich bereits ab Samstag. Das sagte Ministerpräsident Andrej Babis am Donnerstag der Agentur CTK am Rande eines Besuchs in der Nähe des Kurorts Marienbad (Marianske Lazne). 

Er habe das Kabinett für Freitagmorgen zu einer Sondersitzung in Prag einberufen, um darüber formal zu entscheiden.

Ursprünglich sollte die Lockerung erst am 15. Juni in Kraft treten. Für Bürger der genannten Staaten sind dann weder ein negativer Corona-Test noch eine 14-tägige Quarantäne vorgeschrieben. Das Kabinett Babis hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Als Grund wurde die Coronavirus-Pandemie genannt. Nun wird ein neues Ampel-Modell eingeführt, das Länder nach epidemiologischen Kriterien einteilt.

Deutsche stellten im vorigen Jahr mit mehr als zwei Millionen Übernachtungsgästen die größte Gruppe unter den ausländischen Touristen in Tschechien. In den Grenzregionen profitieren zudem viele Händler von Einkaufstouristen, die günstig Zigaretten und Spirituosen einkaufen.

Bei der Lockerungspolitik hat Tschechien eine erstaunliche Kehrtwende hingelegt. Noch Ende April hatte Präsident Milos Zeman gefordert, die Grenzen für ein Jahr geschlossen zu halten. Bis Donnerstag waren in dem EU-Mitgliedstaat 9441 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 324 Menschen starben.

UPDATE, 4. Juni, 14.05 Uhr: Handwerk begrüßt milliardenschweres Konjunkturpaket

Sachsens Handwerk hat das milliardenschwere Konjunkturpaket der Bundesregierung begrüßt. 

Viele Maßnahmen sorgten dafür, dass bislang gesunde Unternehmen aus Handwerk und Mittelstand in der Corona-Krise nicht unverschuldet in eine Schieflage gerieten, sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Roland Ermer am Donnerstag. Dabei nannte er vor allem die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer sowie die steuerrechtlich vorgezogene Verlustrechnung als wichtige Schritte. 

Ermer kritisierte allerdings, dass die Regierung es versäumt habe, die Liquidität der Unternehmen zu schonen - etwa durch Abschaffung der Vorfälligkeit der Sozialversicherung.

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, sprach von einem "starken Signal". Die Größe des Paketes in Höhe von rund 130 Milliarden Euro sei der Situation, in die die ‎Wirtschaft angesichts der Corona-Pandemie geschlittert sei, angemessen. Den Kommunen komme vor allem zugute, dass der Bund einen Teil der weggebrochenen ‎Gewerbesteuereinnahmen kompensieren will. "Denn die Kommunen sind es auch, die vor Ort investieren‎."

UPDATE, 4. Juni, 11.08 Uhr: Psychiatrische Institutsambulanz löst Corona-Hotline ab

Die Telefon-Hotline "Psyche in Not" wird zum 8. Juni 2020 eingestellt. Das teilte das Krankenhaus in einer Pressemeldung mit. 

"Zu Beginn der Corona-Krise konnten wir einen hohen Druck auf Menschen mit psychischen Erkrankungen feststellen", so Prof. Dr. Katarina Stengler, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Park-Klinikum Leipzig. "Die Nachfrage nach psychischer Beratung aufgrund der Corona-Pandemie ist in den letzten Tagen glücklicherweise immer weiter gesunken. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Krisen-Hotline einzustellen."

Die Hotline wurde eingerichtet, um Menschen jeden Alters Hilfestellung zu bieten, die sich aufgrund der Corona-Situation in einer psychischen Krise befinden. 

Wer nun Hilfe benötigt, soll sich an die Psychiatrische Institutsambulanz unter der Nummer 03418641110 wenden.

Die Psychiatrieabteilung des Helios Parkkrankenhauses.
Die Psychiatrieabteilung des Helios Parkkrankenhauses.  © Anke Brod

UPDATE, 3. Juni, 17.30 Uhr: Weitere Lockerungen: Was ab Samstag wieder möglich sein wird

Besuche in sächsischen Pflegeheimen sollen von diesem Samstag (6. Juni) an unter Auflagen wieder möglich sein. Das hat das Kabinett am Mittwoch beschlossen. 

Zudem sind dann Feiern bis zu 50 Personen wieder erlaubt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) ankündigte. 

Weitere Lockerungen erfahrt Ihr im Extra-Artikel >>>hier

UPDATE, 3. Juni, 17.15 Uhr: Busreisen in Sachsen wieder möglich

Sachsens Regierung ermöglicht ab diesem Samstag wieder Busreisen

Dabei soll eine Mund-Nasenbedeckung Pflicht sein, ähnlich wie im öffentlichen Nahverkehr, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwoch nach einem Kabinettsbeschluss. 

Auf Abstandsregeln soll allerdings verzichtet werden. Derzeit sei man auch mit anderen Bundesländern über eine einheitliche Regelungen im Gespräch. 

Die Regelung für Busreisen gehört zu einer Reihe von Lockerungen in der neuen Corona-Schutzverordnung für Sachsen, die am 6. Juni in Kraft tritt.

Petra Köpping (61, SPD).
Petra Köpping (61, SPD).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 3. Juni, 14 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Leipzig erreicht 600-Marke

Die Zahl der Corona-Fälle in Leipzig hat die 600-Marke erreicht. Gleichzeitig ist dabei zu bemerken, dass die Fallzahlen seit Tagen nur noch langsam steigen. So ist seit Dienstag nur eine Meldung hinzugekommen.

Sachsenweit sind aktuell (Stand 14 Uhr) 5306 Fälle gemeldet.

UPDATE, 3. Juni, 13.55 Uhr: Zahl der Arbeitslosen in Sachsen steigt weiter

Die Corona-Krise treibt die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen weiter nach oben. Im Mai waren ‎135.300 ‎Menschen im Freistaat ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Chemnitz mitteilte.

Das waren ‎6100 Männer und Frauen mehr als im Vormonat, die Arbeitslosenquote stieg damit auf 6,4 Prozent. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den sächsischen Arbeitsmarkt auf das Jahr 2017 ‎zurückversetzt", so Agenturchef Klaus-Peter Hansen.

Im Mai haben mehr als 2500 weitere Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Bereits in den vergangenen Monaten zeigten etwa vier von ‎zehn Betrieben in Sachsen Kurzarbeit an. ‎

UPDATE, 3. Juni, 9.55 Uhr: Landesregierung will weitere Lockerungen beschließen

Sachsens Regierung will am Mittwoch weitere Lockerungen in der Corona-Krise verkünden. Zuvor beschließt das Kabinett eine neue Schutz-Verordnung. Details dazu waren bereits in der Vorwoche genannt worden. So sollen Besuche in Pflegeheimen generell erlaubt sein, wenn auch mit Auflagen. Veranstaltungen und Feiern mit bis zu 50 Personen sind gleichfalls wieder möglich. Das gilt auch für Busreisen. Hier dürfte eine Maskenpflicht gelten, aber keine gesonderte Abstandsregel. In Hotels sollen die Wellnessbereiche wieder öffnen können.

In Sachsen hatte es in den vergangenen Tagen kaum noch eine Zunahme von Corona-Infektionen gegeben. Es gehe jetzt darum, Zuversicht und Hoffnung zu vermitteln und die Eigenverantwortung der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am vergangenen Donnerstag bei einem Runden Tisch mit Vertretern verschiedener Branchen gesagt. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) schloss eine zweite Welle von Corona-Infektionen für den Spätherbst nicht aus, sah Sachsen aber gut vorbereitet. Alles, was man bislang gemacht habe, lasse sich im Herbst gut anwenden.

Vor allem die geplanten Lockerungen für Pflegeheime dürften viele Menschen mit Erleichterung aufnehmen. Bilder von Besuchern, die ihre Angehörigen nur durch Plexiglasscheiben sehen oder ihnen nur aus der Ferne zuwinken konnten, wirkten in den vergangenen Wochen bedrückend. Der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen, deren Mitglieder zahlreiche Alten- und Pflegeheime betreuen, begrüßt die Aufhebung von Einschränkungen. Auf den Heimleitungen habe in den vergangenen Monaten ein enormer Druck gelastet, sagte Patrick Kaiser, Fachberater für Altenpflege im AWO-Landesverband auf Anfrage.

"Die Lage war auch für die Bewohner sehr belastend. Sie haben seelisch und körperlich darunter gelitten", sagte Kaiser. Betagte Menschen würden in solchen Situationen rasch abbauen. Sie hätten ja auch untereinander nicht wie gewohnt Kontakte pflegen können: "Die Heime mussten einen Spagat bewältigen. Auf der einen Seite ging und geht es um den Schutz der Bewohner, auf der anderen Seite um ihren Wunsch nach Begegnungen mit den Familien." Die Einrichtungen müssten nun individuell Hygienekonzepte erarbeiten, damit das Virus seinen Weg nicht in die Heime findet.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 2. Juni, 19.15 Uhr: Schauspiel Leipzig nimmt Spielbetrieb wieder auf

Das Schauspiel Leipzig nimmt mit der Premiere der "Medea" von Euripides den Spielbetrieb auf. "Alle haben Sehnsucht, endlich wieder vor Publikum zu spielen", sagte Intendant Enrico Lübbe laut einer Mitteilung. 

Die Produktion sollte Ende März aufgeführt werden und wurde nun unter Corona-Bedingungen neu geprobt. 

Zur Premiere am 12. Juni um 19.30 Uhr wird der Große Saal mit geringerer Sitzplatzkapazität und einem speziellen Konzept für den Publikumsverkehr geöffnet.

Titelfoto: Václav Šálek/CTK/dpa

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