Coronavirus in Leipzig: Klopapier-Hamstern geht weiter

Leipzig - Leipzig in der Corona-Krise. In den vergangenen Monaten war die Zahl der Neuinfektionen nur langsam gestiegen. Nachdem die Maßnahmen immer mehr gelockert wurden, kehrte das öffentliche Leben zunehmend in die Stadt zurück. Doch nun steigen die Fallzahlen wieder deutlich an. Stand 24. Oktober hatten sich 1235 Bürger infiziert, der Inzidenzwert (Neuinfektionen der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner) liegt bei 23,2. Sachsenweit gibt es mindestens 12.395 Infektionen. Der überwiegende Teil ist geheilt.

Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.
Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Lockdown in der Messestadt im Frühjahr wurden im Laufe der Sommermonate immer weitere Maßnahmen und Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus gelockert. Einen Rückblick der bisherigen Geschehnisse findet Ihr hier

Seit September allerdings scheint die Infektionsrate in Leipzig wieder Fahrt aufzunehmen, immer mehr Bürger haben sich in den letzten Wochen und Tagen mit der gefährlichen Atemwegserkrankungen infiziert. 

Weiterhin gilt deshalb die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Sollte eine Inzidenz (Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner) von 35 überschritten werden (Corona-Ampel auf Orange), muss der Mundschutz auch im öffentlichen Raum getragen werden.

Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest ermahnte OB Burkhard Jung die Leipziger Bürger möglichst alle überflüssigen Kontakte zu minimieren und verstärkt auf die Hygieneregelungen zu achten. Auch der Leipziger Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr nur eingeschränkt ohne Gastronomie statt. "Bitte achten Sie auf ihre Mitmenschen, damit wir Weihnachten mit unseren Familien gemeinsam verbringen können!", mahnte das Stadtoberhaupt jüngst. 

Stand Freitag (24. Oktober) gibt es in der Messestadt 1235 bestätigte Fälle. Viele Hundert Menschen befanden sich in häuslicher Quarantäne, der überwiegende Teil der Infizierten gilt aber als geheilt. 

Über alle weiteren Entwicklungen werdet Ihr in unserem Ticker informiert.

Alle aktuellen Infos aus Deutschland und der Welt auch im großen +++ Coronavirus-Liveticker +++  

UPDATE, 24. Oktober, 16.30 Uhr: Nach Übermittlungsfehler: Ministerium spricht Klartext zum Tischabstand in der Gastronomie

Der Tischabstand in Sachsens Gastronomie muss weiterhin 1,50 Meter und nicht 2,50 Meter betragen. 

Das Gesundheitsministerium korrigierte in einer Mitteilung vom Samstag die Angabe vom Freitag in der neuen Allgemeinverfügung zur Anordnung von Hygieneauflagen gegen die Verbreitung des Coronavirus.

Weitere Infos dazu findet Ihr >>>hier.

UPDATE, 24. Oktober, 14.54 Uhr: Warnstufe Rot in Halle (Saale)

Die Stadt Halle hat am Samstag die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet.

Mehr Infos dazu >>> hier.

UPDATE, 24. Oktober, 13.48 Uhr: Leipziger Bündnis sagt wegen Corona Teilnahme an Dresdner Demos ab

Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" verzichtet wegen der rasanten Zunahme der Corona-Infektionen auf die organisierte Teilnahme an den für Sonntag in Dresden geplanten Demonstrationen. 

Die gebotene Kontaktvermeidung und ein wirksamer Infektionsschutz stünden einer gemeinsamen Zugreise entgegen, teilte das Bündnis am Samstag mit. In der aktuellen Situation gehe die Gesundheit vor. "Solidarität ist jetzt wichtiger denn je", sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Christin Melcher (37). Eine individuelle Teilnahme sei ungeachtet dessen aber möglich.

Das Dresdner Bündnis "Herz statt Hetze" hat zu mehreren Demonstrationen für Vielfalt, Demokratie, Toleranz und weitere Werte in der Landeshauptstadt aufgerufen. Ursprünglicher Anlass war eine Kundgebung der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung zu deren 6. Jahrestag vor der Frauenkirche. Nachdem die Stadt der rechten Bewegung das verwehrt und ihr eine Wiese am Rande der City zugewiesen hatte, sagte Pegida die Veranstaltung ab.

UPDATE, 24. Oktober, 12.41 Uhr: Corona-Ausbruch in Altenpflegeheim

In einem Seniorenzentrum in Mügeln (Landkreis Nordsachsen) haben sich mehrere Bewohner und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. 

Das Pflegeheim steht unter Quarantäne. Drei Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Mehr Infos dazu >>> hier.

UPDATE, 24. Oktober, 9.46 Uhr: Kaum Reservierungen von Weihnachtsfeiern in Gaststätten

Wegen der Corona-Beschränkungen sind die Buchungskalender der Gaststättenbetreiber im Land vor der Weihnachtszeit bislang leer

"Durch die ansteigenden Zahlen merkt man eine Unsicherheit", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, in Magdeburg. 

Firmen würden wegen der sich ständig ändernden Corona-Vorschriften derzeit davon absehen, Tische oder Räumlichkeiten für Weihnachtsfeiern zu reservieren. 

Die Dehoga rechnet nach eigenen Angaben mit Umsatzeinbußen für die Betreiber. 

Der Verbandspräsident hofft, auf kurzfristige Buchungen, falls sich abzeichne, dass sich die Corona-Lage im Dezember beruhige. "Vielleicht holen Firmen auch im Januar ihre Feiern nach", so Schmidt.

UPDATE, 23. Oktober, 18 Uhr: Neuer Corona-Todesfall in Leipzig

Die Anzahl der in Verbindung mit einer Corona-Infektion verstorbenen Leipziger ist zum Freitag auf 14 gestiegen. Am Vortag hatte es noch 13 Covid-Tote zu verzeichnen gegeben. 

UPDATE, 23. Oktober, 14 Uhr: Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt verhängen erneut Besuchsverbote

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen in ganz Deutschland haben erste Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt erneut Besuche verboten. Am Freitag untersagte die Universitätsmedizin Magdeburg, Patienten zu besuchen. Ausnahmen seien bei Kindern, Schwerstkranken und bei der Begleitung von Schwangeren möglich. Zur Entbindung dürfen Frauen demnach eine Bezugsperson mitbringen.

Am Donnerstag hatte schon das Harzklinikum angekündigt, Besuche an den Klinikstandorten in Quedlinburg und Wernigerode ab Freitag zu verbieten. Auch hier soll es Ausnahmen geben, besonders in den beiden Geburtsstationen und der Kinderklinik. Die Krankenhäuser wollen mit den Verboten Patienten und Mitarbeiter so gut es geht vor dem Coronavirus schützen.

Schon im Frühjahr hatte es Besuchsverbote gegeben, die dann nach sinkenden Infektionszahlen im Sommer gelockert worden waren.

UPDATE, 23. Oktober, 13.05 Uhr: Sachsen-Anhalts Regierung will Bußgelder für Masken-Verweigerer ermöglichen

Sachsen-Anhalts Landesregierung gibt ihr kategorisches Nein zu Bußgeldern für Masken-Verweigerer auf. Mit der für kommenden Dienstag geplanten Änderung der Corona-Landesverordnung solle es Landkreisen mit besonders hohem Infektionsgeschehen ermöglicht werden, Bußgelder für Masken-Verweigerer zu verhängen. Das sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Zuvor hatte die "Volksstimme" über die Pläne berichtet.

Laut Ministeriumsangaben will die Landesregierung bei der Kabinettssitzung am Dienstag einen Verweis auf die Bund-Länder-Einigung von voriger Woche in die Corona-Verordnung aufnehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hatten sich auf ein einheitliches Raster zur Verschärfung der Corona-Regeln verständigt. Das sah etwa strengere Regeln für Landkreise vor, die über sieben Tage pro 100.000 Einwohner mehr als 50 Neuinfektionen registrieren. Durch den Verweis auf die Einigung sollen die Kreise die Möglichkeit bekommen, die Maßnahmen an die Pandemie-Lage vor Ort anzupassen. Dazu soll dann auch ein Bußgeld gehören.

Bislang hatte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU) gegen ein Bußgeld gesträubt und das mit den relativ niedrigen Infektionszahlen und dem größtenteils disziplinierten Verhalten der Menschen in Sachsen-Anhalt begründet. Außerdem bezweifelte der Regierungschef, dass sich ein solches Bußgeld durchsetzen ließe. Halle handelte diese Woche wegen der hohen Infektionen allerdings bereits und droht seit (diesem) Freitag ein Bußgeld für Masken-Verweigerer an. Die rechtliche Grundlage dafür ist allerdings umstritten, weil die Landesregierung noch keine solche geschaffen hat.

UPDATE, 23. Oktober, 12.35 Uhr: Besucherstopp in der Helios Klinik in Schkeuditz

Am Freitag hat die Helios Klinik in Schkeuditz einen sofortigen Besucherstopp ausgesprochen. Grund ist der sprunghafte Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Nordsachsen. 

"Wir bitten unsere Patienten und deren Angehörige um Verständnis und aktive Mithilfe. Zum vorsorglichen Schutz unserer Patienten, ihrer Angehörigen und unserer Mitarbeiter sind vorläufig keine Besuche und Begleitungen von Patienten möglich", begründet Melanie Rosche, Klinikgeschäftsführerin der Helios Klinik Schkeuditz die vorsorgliche Maßnahme. Kranke, die oft ein geschwächtes Immunsystem haben, oder Menschen mit Vorerkrankungen sind neben Älteren bei einer Infektion mit dem Corona-Virus besonders gefährdet.

Besuche sind nur in dringlichen einzelnen Ausnahmen (beispielsweise medizinische und soziale Gründe, Geburtshilfe) und nur nach vorherigem telefonischen Kontakt mit den entsprechenden Stationen möglich. Die Entscheidung, ob ein Besuch möglich ist, obliegt dem medizinischen Personal, muss aber zwingend von diesem genehmigt und angemeldet sein.Mit Genehmigung ist trotzdem nur ein Besucher pro Patient pro Tag erlaubt, außerdem muss ein Mund-Nase-Schutz während des gesamten Aufenthalts getragen werden. 

UPDATE, 23. Oktober, 11.35 Uhr: Klopapier-Hamstern geht weiter

Wie bereits im Frühjahr 2020 scheinen einige Leipziger eine nahende Klopapier-Knappheit zu befürchten. In Drogerien und Supermärkten sind zunehmend leere Regale vorzufinden, wie hier in einem Geschäft in der Südvorstadt. 

Einige Leipziger horten anscheinend Klopapier.
Einige Leipziger horten anscheinend Klopapier.  © Carolina Neubert

UPDATE, 23. Oktober, 9.35 Uhr: Wieder Messen in Leipzig abgesagt

Wie die Leipziger Messe am Freitag bekannt gab, können auch die beiden Messen "denkmal 2020" und "Mutec 2020" nicht stattfinden.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Zahlen und weiterer rechtlicher Einschränkungen sei eine verlässliche Durchführung derzeit nicht möglich, hieß es vonseiten der Leipziger Messe.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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