Coronavirus in Leipzig: Neue Maßnahmen für die Messestadt

Leipzig - Leipzig in der Corona-Krise. In den vergangenen Monaten war die Zahl der Neuinfektionen nur langsam gestiegen. Nachdem die Maßnahmen immer mehr gelockert wurden, kehrte das öffentliche Leben zunehmend in die Stadt zurück. Doch nun steigen die Fallzahlen wieder deutlich an. Stand 22. Oktober hatten sich 1179 Bürger infiziert, der Inzidenzwert (Neuinfektionen der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner) liegt bei 22,6. Sachsenweit gibt es mindestens 11.734 Infektionen. Der überwiegende Teil ist geheilt.

Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.
Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Lockdown in der Messestadt im Frühjahr wurden im Laufe der Sommermonate immer weitere Maßnahmen und Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus gelockert. Einen Rückblick der bisherigen Geschehnisse findet Ihr hier

Seit September allerdings scheint die Infektionsrate in Leipzig wieder Fahrt aufzunehmen, immer mehr Bürger haben sich in den letzten Wochen und Tagen mit der gefährlichen Atemwegserkrankungen infiziert. 

Weiterhin gilt deshalb die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Sollte eine Inzidenz (Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner) von 35 überschritten werden (Corona-Ampel auf Orange), muss der Mundschutz auch im öffentlichen Raum getragen werden.

Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest ermahnte OB Burkhard Jung die Leipziger Bürger möglichst alle überflüssigen Kontakte zu minimieren und verstärkt auf die Hygieneregelungen zu achten. Auch der Leipziger Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr nur eingeschränkt ohne Gastronomie statt. "Bitte achten Sie auf ihre Mitmenschen, damit wir Weihnachten mit unseren Familien gemeinsam verbringen können!", mahnte das Stadtoberhaupt jüngst. 

Stand Mittwoch (22. Oktober) gibt es in der Messestadt 1179 bestätigte Fälle. Viele Hundert Menschen befanden sich in häuslicher Quarantäne, der überwiegende Teil der Infizierten gilt aber als geheilt. 

Über alle weiteren Entwicklungen werdet Ihr in unserem Ticker informiert.

Alle aktuellen Infos aus Deutschland und der Welt auch im großen +++ Coronavirus-Liveticker +++  

UPDATE, 22. Oktober, 16.50 Uhr: Burgenlandkreis nächstes Corona-Risikogebiet in Sachsen-Anhalt

Nach dem Landkreis Jerichower Land hat auch der Burgenlandkreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet. Der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner habe am Donnerstag 52,6 erreicht, teilte der Kreis mit. 

Demnach registrierte der Kreis im Süden Sachsen-Anhalts am Donnerstag 19 neue Fälle des Coronavirus.

Bund und Länder hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, die Corona-Regeln in Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 zu verschärfen. Solange die jeweilige Landesregierung das, wie in Sachsen-Anhalt, noch nicht in Landesrecht umgesetzt hat, ist dies nicht rechtlich bindend. 

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, hatte angesichts steigender Infektionszahlen jedoch bereits am Freitag vorige Woche und am Mittwoch erneut strengere Regeln erlassen. So gelten etwa schärfere Vorschriften für private Feiern.

UPDATE, 22. Oktober, 15.30 Uhr: Neue Maßnahmen für Leipzig

Wie die Stadt Leipzig am Donnerstag mitteilte, wird gegenwärtig eine neue Corona-Allgemeinverfügung für die Stadt vorbereitet.

Bereits jetzt sind wie angekündigt die Kontrollen in der Gastronomie, Bars, Clubs und im Handel sowie im ÖPNV verstärkt worden. Seit dem 21. Oktober gilt in allen Gebäuden der Stadtverwaltung für Mitarbeiter und Besucher die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. Oberbürgermeister Burkhard Jung dankt den Leipziger Gastronomen für die bislang gezeigte Disziplin und appelliert an diese, deren aktuelle Hygienekonzepte auf Aktualität zu prüfen und auf deren Einhaltung strikt zu achten, vor allem im Hinblick auf das kommende Weihnachtsgeschäft. 

Geprüft wird auch, wie es mit der Teststation am Flughafen Leipzig weitergeht, die ursprünglich Ende Oktober schließen sollte, und wo weitere Teststationen öffnen könnten. Auch die Regelung zum Alkoholverbot für die Leipziger Innenstadt im Advent ist in Vorbereitung, von der auch die Eröffnung des Leipziger Weihnachtsmarkts abhängig ist. 

OB Burkhard Jung appelliert vor allem an die Leipziger Gastronomen.
OB Burkhard Jung appelliert vor allem an die Leipziger Gastronomen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 22. Oktober, 14.40 Uhr: Hotelier und Vermieter wollen Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt kippen

Ein Hotelier und ein Vermieter von Ferienwohnungen haben Eilanträge gegen das Beherbergungsverbot in Sachsen-Anhalt beim Oberverwaltungsgericht (OVG) eingereicht

Wie ein OVG-Sprecher am Donnerstag in Magdeburg sagte, wollen sie erreichen, dass Urlauber aus Corona-Risikogebieten wieder nach Sachsen-Anhalt kommen dürfen. Die Landesregierung habe dies per Verordnung untersagt. Die Eilanträge kommen den Angaben nach aus dem Landkreis Harz und aus Naumburg (Burgenlandkreis). Das Land habe bis zum 26. Oktober Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

Wie der Sprecher erklärte, entscheidet das Gericht in einem Eilverfahren per Aktenlage darüber, ob das Beherbergungsverbot vorläufig ausgesetzt wird oder auch nicht. Wann dies sein wird, ist noch unklar. 

In Sachsen-Anhalt dürfen Hoteliers seit Ende Juni niemanden beherbergen, der aus einem Corona-Hotspot kommt und keinen aktuellen negativen Test vorweisen kann. Als innerdeutsche Risikogebiete gelten Städte und Kreise, in denen es mehr als 50 nachgewiesene Infektionen je 100.000 Einwohner und Woche gibt.

UPDATE, 22. Oktober, 12.17 Uhr: Sachsen weitet Maskenpflicht aus

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird die Maskenpflicht in Sachsen ausgeweitet. Das gab Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag in Dresden bekannt. Mehr Infos gibt es in Kürze >>>hier

UPDATE, 22. Oktober, 11.25 Uhr: In Sachsen sind schon 90 Bundeswehr-Soldaten im Kampf gegen Corona im Einsatz

Wie die Bundeswehr am Donnerstag erklärte, seien im Moment rund 90 Streitkräfte verschiedener Panzergrenadier- und Pionierbrigaden sowie der Stabsunterstützungskompanie im Dienst, um die sächsischen Gesundheitsämter zu unterstützen.

"Sie arbeiten als mobile Abstrichteams, unterstützen bei der telefonischen Kontakt-Nachverfolgung von Infektionsketten und sind als 'Helfende Hände' in Senioreneinrichtungen", so eine Sprecherin des Landeskommandos, das die Einsätze koordiniert.

Doch nicht nur diese Aufgaben übernehmen die Wehrdienstleistenden. Sie beraten auch in den Ämtern zum weiteren Vorgehen und unterstützenden Maßnahmen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. 

Mehr Infos dazu >>> hier.

Update, 22. Oktober, 8 Uhr: Gesundheitsministerin stellt neue Corona-Schutzverordnung vor

Angesichts steigender Corona-Zahlen müssen sich die Sachsen auf mehr Beschränkungen einstellen. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will am Donnerstag in Dresden die neue Corona-Schutzverordnung für den Freistaat vorstellen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich das Kabinett auf strengere Corona-Regeln verständigt. Mit der neuen Verordnung soll es in Sachsen einen Stufenplan geben. Was der mit sich bringen könnte, erfahrt Ihr >>> hier.

Verschärfte Regeln: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) gibt heute die neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen bekannt.
Verschärfte Regeln: Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) gibt heute die neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen bekannt.  © Jürgen Männel

UPDATE, 21. Oktober, 18 Uhr: SC DHfK Leipzig muss Zuschauerzahl wegen Corona-Anstieg reduzieren

Bundesliga-Spitzenreiter SC DHfK Leipzig darf am Donnerstag gegen Frisch Auf Göppingen nur von maximal 999 Handball-Fans unterstützt werden. Da die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage den Wert von 20 pro 100.000 Einwohner am Mittwoch überschritten, beschränkte das Leipziger Gesundheitsamt die Zuschauerzahl. Das teilte der Verein am Mittwoch mit. Bisher waren 2100 Fans pro Spiel zugelassen.

Die Zuschauerzahl in der Arena muss eingeschränkt werden.
Die Zuschauerzahl in der Arena muss eingeschränkt werden.  © PICTURE POINT / R. Petzsche

UPDATE, 21. Oktober, 17.35 Uhr: Jerichower Land erstes Risikogebiet in Sachsen-Anhalt

Als erste Region Sachsen-Anhalts hat sich der Landkreis Jerichower Land zum Corona-Risikogebiet erklärt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen habe einen Wert von 68,89 erreicht, teilte der Kreis am Mittwoch mit. Ab einem Wert von 50 gilt ein Landkreis bundesweit als Risikogebiet.

"Die Bevölkerung muss wissen, dass das Risiko sich anzustecken aktuell im Landkreis so hoch ist wie noch nie", teilte Landrat Steffen Burchhardt (39, SPD) mit. "Wir müssen jetzt eine weitere Ausbreitung so schnell wie möglich stoppen." Der Anstieg der vergangenen Tage sei unter anderem auf private Feiern zurückzuführen. Infolge des Anstiegs verschärfte die Kreisverwaltung daher die Regeln für private Feiern.

So sind im Jerichower Land ab sofort Feiern auf 20 Teilnehmer begrenzt, unabhängig von Ort und Anlass. Zu fachkundig organisierten Feiern dürfen in geschlossenen Räumen 100 Menschen und draußen 150 Menschen kommen.

"Unser Ziel muss es sein, gravierende Auswirkungen auf Kinderbetreuung, Sport und Wirtschaft wie zu Beginn der Pandemie zu verhindern", sagte Burchhardt. "Da kann jeder seinen Beitrag leisten." Sollten die Maßnahmen keinen Erfolg haben, könnten sie weiter verschärft werden, kündigte Burchhardt an.

UPDATE, 21. Oktober, 16.40 Uhr: Dresden verschärft Corona-Regeln wegen steigender Infektionszahlen

In Sachsen sind die Corona-Infektionszahlen weiter gestiegen. In der vom sächsischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Übersicht vom Mittwoch sind landesweit 11.263 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Menschen seit Beginn der Pandemie im März ausgewiesen. Das sind 611 Fälle mehr als am Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg binnen 24 Stunden um vier auf insgesamt 263. Die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - lag bei 49 und damit nur knapp unter dem kritischen Wert von 50.

Mittlerweile gelten mehrere Regionen in Sachsen als Risikogebiete, darunter der Erzgebirgskreis, der Landkreis Bautzen sowie Chemnitz. Angesichts zunehmender Infektionszahlen verschärft auch Dresden seine Corona-Regeln. Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Mittwoch wurde eine Allgemeinverfügung erlassen, die ab Donnerstag 0.00 Uhr gilt. Dann wird unter anderem die Maskenpflicht auf alle für die Öffentlichkeit zugänglichen Räumen und Einrichtungen‎ ausgeweitet - etwa Einkaufszentren, Hotels sowie in der öffentlichen Verwaltung. An privaten Feiern dürfen nur noch 25 Personen teilnehmen, Groß- und Sportveranstaltungen werden auf maximal 500 Personen begrenzt.

Zudem darf vorerst zwischen 23.00 und 5.00 Uhr kein Alkohol mehr verkauft oder ausgeschenkt werden. Das gilt den Angaben zufolge sowohl für die Gastronomie als auch etwa für den Einzelhandel. Die Stadt begründete die Maßnahmen damit, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen die Schwelle von 35 pro 100 000 Einwohner ‎überschritten habe. Sachsens Gesundheitsministerium meldet für die Landeshauptstadt sogar einen Inzidenzwert von 42,6. Die unterschiedlichen Zahlen kommen laut Behörden durch verschiedene Meldezeiten zustande. ‎

"Auch wenn die Sommermonate ein unbeschwertes Zusammensein ermöglicht haben, müssen ‎wir uns jetzt wieder ein Stück zurücknehmen. Die Pandemie muss beherrschbar bleiben", so Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP).

Mehr Infos dazu >>> hier.

UPDATE, 21. Oktober, 16.20 Uhr: Nordsachsen überschreitet Inzidenzwert von 50!

Den aktuellen Erhebungen des sächsischen Gesundheitsministeriums zufolge hat der Landkreis Nordsachsen am Mittwoch beim 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 50,1 erreicht.

Dem Stufenkonzept des Ministeriums zufolge ist somit der "absolute Ernstfall" erreicht. "Zur Unterbrechung der Infektionsketten werden Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Kontaktverbote oder Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet." Auch die Schließung von Einrichtungen könnte erfolgen. Zudem würden Coronatests für bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen verpflichtend. Die Maßnahmen sollen so lang bestehen bleiben, "bis die Zahl der Neuinfektionen den Inzidenzwert von 50 wieder unterschritten hat."

Ein Sprecher des Landratsamtes in Torgau erklärte auf Anfrage von TAG24, dass der Wert aktuell geprüft werde. Die Verwaltung des Landkreises wolle sich noch im Laufe des Abends zu der Erhebung äußern.

Die Verwaltung des Landkreises Nordsachsen in Torgau will noch im Laufe des Tages auf die neuesten Zahlen des Gesunheitsministeriums reagieren.
Die Verwaltung des Landkreises Nordsachsen in Torgau will noch im Laufe des Tages auf die neuesten Zahlen des Gesunheitsministeriums reagieren.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 20. Oktober, 15 Uhr: Deutsches Turnfest 2021 in Leipzig wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das Internationale Deutsche Turnfest vom 12. bis 16. Mai 2021 in Leipzig muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. Die Veranstaltung soll 2025 nachgeholt werden. Das teilten der Deutsche Turner-Bund (DTB) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf einer Video-Pressekonferenz am Mittwoch mit.

"Wir haben uns die Entscheidung alle miteinander nicht leicht gemacht. Aber wir müssen damit rechnen, dass sich die Fallzahlen bis Weihnachten weiter nach oben entwickeln werden", sagte Jung. "Nach reiflicher Überlegung sind wir deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dringend zu empfehlen, das Turnfest in dieser Form 2021 nicht durchzuführen."

Für die weltweit größte Wettkampf- und Breitensportveranstaltung lagen bereits 19.000 Anmeldungen vor. Auch eine verringerte Teilnehmerzahl sei keine Option gewesen, betonte Jung. "Es war für uns als Stadt immer wichtig, ein berauschendes und großes Turnfest zu feiern. Wir können es nicht verantworten, so viele Menschen in unserer Stadt zu Gast zu haben", erklärte Leipzigs Oberbürgermeister mit Verweis auf die kaum einzuhaltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

"Es kommt nicht so oft vor, dass ein Turnfest abgesagt werden muss. Daher ist es auch für den Verband keine leichte Situation. Aber auch wir müssen unseren Beitrag zur Pandemie-Eindämmung leisten", sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl. "Wir lösen damit viele Enttäuschungen aus. 19.000 Anmeldungen in so einem frühen Stadium sprechen eine eigene Sprache. Wir müssen diesen Leuten allen absagen und sie auf 2025 vertrösten."

Anstelle des Turnfestes sollen im kommenden Jahr in Leipzig Deutsche Meisterschaften in neun Sportarten ausgetragen werden. Dazu gehören unter anderem Geräteturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Rhönrad und Trampolinturnen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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