Nach Rauswurf aus Regionalbahn: Mann (31) ohne Ticket fährt einfach auf Zugdach weiter

Leipzig - Lebensgefährlicher Wahnsinn im Bahnverkehr: In Leipzig ist ein Mann als "blinder Passagier" auf dem Dach einer Regionalbahn mitgefahren. Anschließend verletzte er noch einen Bahn-Mitarbeiter.

Über diese Schräge (siehe Kreis) am Ende der Regionalbahn nach Eisenach kletterte der Mann aufs Zugdach und fuhr dort als "blinder Passagier" mit.
Über diese Schräge (siehe Kreis) am Ende der Regionalbahn nach Eisenach kletterte der Mann aufs Zugdach und fuhr dort als "blinder Passagier" mit.  © Ralf Seegers

Der 31-jährige Deutsche war am Dienstagmittag auf dem Leipziger Hauptbahnhof aus der Regionalbahn nach Eisenach geflogen, weil er keinen gültigen Fahrausweis hatte.

Wütend verließ er den Zug des privaten Bahnbetreibers Abellio und ging zum hinteren Ende. Dort kraxelte er einfach über Kupplung und Scheibenwischanlage auf das Dach des Triebzuges und machte es sich unter der 15.000 Volt führenden Oberleitung bequem.

Noch ehe umstehende Fahrgäste dem Bahnpersonal Bescheid geben konnten, fuhr die Bahn los und verließ den Hauptbahnhof. Zeugen alarmierten die Polizei.

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Ein Fahrgast in der Bahn, dem die gestikulierenden Menschen auf dem Bahnsteig beim Ausfahren des Zuges aufgefallen waren, gab dem Zugpersonal seine Beobachtungen kund.

"Blinder Passagier" sorgte für 83 Minuten Verspätung

Bei der Abfahrt des Zuges bemerkte noch kein Bahn-Mitarbeiter den Dach-Fahrer.
Bei der Abfahrt des Zuges bemerkte noch kein Bahn-Mitarbeiter den Dach-Fahrer.  © imago images/Ralph Peters

Beim ersten regulären Stopp am Bahnhof Leipzig-Möckern versuchten zunächst der Triebwagenführer und ein Bahn-Mitarbeiter, den "blinden Passagier" vom Dach zu holen.

Der sprang schließlich auch herunter, attackierte seine Lebensretter aber sofort mit Faustschlägen und warf dann mit Schottersteinen.

"Der Bahn-Mitarbeiter wurde dabei verletzt und musste ins Krankenhaus", berichtete Bundespolizei-Sprecherin Constanze Strohm. Polizeibeamte nahmen den Wüterich schließlich fest und leiteten mehrere Strafverfahren ein.

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Wegen des ganzen Trubels hatten auf der kurzzeitig gesperrten Strecke insgesamt sieben Züge zusammen 83 Minuten Verspätung.

Titelfoto: Ralf Seegers

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