Explosion im Leipziger Westen! Hat sich der Serientäter selbst in die Klinik gebombt?

Leipzig - Seit Wochen warnt die Polizei in Leipzig vor Sprengfallen auf Fußwegen im Westen der Stadt. Eine Verpuffung am heutigen Montagmorgen in einem Mietshaus ganz in der Nähe der vergangenen Anschlagsorte könnte nun auf die Spur des Täters führen.

Die Spuren der Verpuffung sind auch an der Fassade des Mietshauses sichtbar.
Die Spuren der Verpuffung sind auch an der Fassade des Mietshauses sichtbar.  © News5/Grube

Ein dumpfer Knall ließ gegen 9 Uhr das Mehrfamilienhaus an der Alexanderstraße erzittern. Nachbarn sahen, wie Mieter Florian O. (33) verletzt aus seiner verqualmten Wohnung rannte, und riefen die Polizei.

In der Wohnung fanden die Beamten neben den Spuren einer Explosion eine Art Laboratorium vor - mit zahlreichen verdächtigen Substanzen. Spezialisten des Landeskriminalamtes für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen sicherten all die Materialien. Beamte der Spurensicherung dokumentierten jeden Winkel der Wohnung.

Unterdessen trafen Polizisten auch Florian O. an, dessen Oberkörper von Brandverletzungen gezeichnet war. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen.

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"Wir ermitteln gegen ihn wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion", erklärte Polizei-Sprecher Olaf Hoppe.

Verbindung zu weiteren Explosionen im Leipziger Westen?

Kriminaltechniker sichern Spuren - das letzte Sprengpäckchen wurde am 16. September in der Nähe der Lessing-Schule gefunden.
Kriminaltechniker sichern Spuren - das letzte Sprengpäckchen wurde am 16. September in der Nähe der Lessing-Schule gefunden.  © Silvio Bürger

Auf die Frage, ob es sich bei O. um jenen Serientäter handeln könnte, der seit Wochen Sprengstoff-Pakete auf Fußwegen ablegt, verweist Hoppe auf die laufenden Ermittlungen. "Natürlich gehen wir auch diesem Verdacht nach."

Dafür würde sprechen, dass der Sprengstoff-Bastler in dem Viertel wohnt, in dem die bislang sechs polizeibekannten Sprengfallen auftauchten bzw. zur Explosion gelangten.

Dabei handelte es sich überwiegend um kleine Päckchen, meist Verpackungen von Handy-Zubehör, die mit Sprengstoff befüllt und mit Bewegungszündern versehen waren.

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In zwei Fällen wurden im August Fußgänger durch Explosionen verletzt. Einer hatte das Paket mit dem Fuß angestoßen, der andere wollte es aufheben.

Die Art der Verletzungen der Opfer und der Schweregrad sollen den Verletzungen, die Florian O. erlitt, gleichen.

Titelfoto: Montage: News5/Grube, Silvio Bürger

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