"Für Lina": Schon wieder Brandanschlag in Leipzig, Bekennerschreiben aufgetaucht

Leipzig - Wieder einmal wurde in Leipzig ein Brandanschlag verübt. Das Ziel dieses Mal: mehrere Transporter einer Autovermietung. Auf "Indymedia" tauchte kurz darauf ein Bekennerschreiben auf, das sich auf den Fall Lina bezieht.

Auf mehrere Transporter der Autovermietung "Avis" in Leipzig ist in der Nacht zu Mittwoch ein Brandanschlag verübt worden.
Auf mehrere Transporter der Autovermietung "Avis" in Leipzig ist in der Nacht zu Mittwoch ein Brandanschlag verübt worden.  © Silvio Bürger

Wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, hatten mehrere Anrufer kurz nach Mitternacht einen Brand an der Langen Straße im Zentrum-Ost gemeldet.

Als Polizei und Feuerwehr vor Ort eintrafen, bestätigte sich das Bild. Fünf Fahrzeuge der "Avis"-Autovermietung waren betroffen.

Zwei Transporter brannten vollständig aus, zwei weitere erlitten schwere Schäden, der fünfte wurde durch die Hitzeentwicklung beschädigt.

Die Höhe des Sachschadens konnte zunächst nicht beziffert werden.

Die Leipziger Kripo ermittelt wegen Brandstiftung.

"Unsere Genossin Lina sitzt immer noch in Haft"

Fünf Fahrzeuge waren betroffen, zwei von ihnen brannten vollständig aus. Ein Bekennerschreiben betitelte die Attacke als "Solidaritätsaktion für Lina".
Fünf Fahrzeuge waren betroffen, zwei von ihnen brannten vollständig aus. Ein Bekennerschreiben betitelte die Attacke als "Solidaritätsaktion für Lina".  © Einsatzfahrten Leipzig

Auf dem Portal "Indymedia" ist indes bereits ein Bekennerschreiben aufgetaucht, das die Attacke mit dem Fall der im November 2020 festgenommenen Studentin Lina E. (25) aus Leipzig in Verbindung bringt.

"Unsere Genossin Lina sitzt immer noch in Haft. Darüber sind wir wütend und haben deshalb heute Nacht ein paar Wagen einer Autovermietung angezündet", heißt es in dem Schreiben, inklusive der Forderung: "Lasst sie endlich frei!"

Lina E. wird vorgeworfen, eine linksextreme Schlägergruppe geführt und mehrere Angriffe auf Mitglieder der Neonazi-Szene geplant und verübt zu haben.

Als Reaktion auf ihre Festnahme war es am 6. November vergangenen Jahres bereits zu einer Solidaritäts-Demonstration im Leipziger Süden gekommen, bei der drei Polizisten verletzt worden. Seitdem waren immer wieder Menschen vor allem in Connewitz auf die Straße gegangen und hatten die Freilassung der Studentin gefordert.

Mehrfach wurde dabei die Polizei-Außenstelle Wiedebachpassage angegriffen.

UPDATE, 7.46 Uhr: Demo für Lina E. in Connewitz

In Connewitz war es Mittwochnacht zudem zu einer Spontan-Demo gekommen, um Freiheit für Lina E. zu fordern.
In Connewitz war es Mittwochnacht zudem zu einer Spontan-Demo gekommen, um Freiheit für Lina E. zu fordern.  © Silvio Bürger
Baustellenschilder und Absperrungen wurden dabei als Blockaden auf die Wolfgang-Heinze-Straße gestellt.
Baustellenschilder und Absperrungen wurden dabei als Blockaden auf die Wolfgang-Heinze-Straße gestellt.  © Silvio Bürger

Auf der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz ist es Mittwochnacht zudem zu einer Spontan-Demo für die Freilassung von Lina E. gekommen. Nach Informationen von TAG24 hatten zwischen 30 und 50 Personen daran teilgenommen und Baustellenschilder sowie Absperrungen als Blockaden für die Polizei auf die Straße geräumt.

Die Teilnehmer konnten schließlich flüchten.

UPDATE, 22. April, 13.53 Uhr: Polizei sucht Zeugen

Beamte der Spurensicherung waren am Donnerstagmorgen am Tatort.
Beamte der Spurensicherung waren am Donnerstagmorgen am Tatort.  © Silvio Bürger

Die Polizei hat weitere Informationen zum Brandanschlag an der Langen Straße herausgegeben. Demnach hatten die Täter vier der fünf betroffenen Transporter in Brand gesetzt. Wie sie das taten, dazu äußerte sich die Behörde nicht. Auch eine Schadenssumme wurde nicht genannt.

Das Polizeiliche Terrorismus - und Extremismus-Abwehrzentrum hat mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun Zeugen, die bei der Aufklärung des Falls helfen können.

Wer gegen Mitternacht oder im Vorfeld der Tat verdächtige Beobachtungen um den Tatort gemacht hat, soll sich bei der Leipziger Kripo unter Tel. 034196646666 melden.

Titelfoto: Silvio Bürger

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