Großrazzia in Leipzig: Es geht um illegale Beschäftigung

Leipzig - Großrazzia im Leipziger Westen: Die Bundespolizei durchsucht seit dem Morgen ein großes Gewerbeobjekt im Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg. Es geht um illegale Beschäftigung von Ausländern ohne Aufenthaltserlaubnis.

Rund 110 Beamte der Bundespolizei, mehrere mit Diensthunden, stürmten am Morgen auf das Betriebsgelände der Im- und Exportfirma.
Rund 110 Beamte der Bundespolizei, mehrere mit Diensthunden, stürmten am Morgen auf das Betriebsgelände der Im- und Exportfirma.  © Alexander Bischoff

Rund 110 Beamte der Bundespolizei rückten gegen 10 Uhr zu einem großen Gewerbehof an, auf dem mehrere asiatische Firmen angesiedelt sind. Die Einsatzkräfte besetzten sämtliche Ausgänge, umstellten das Betriebsgelände und ließen niemanden mehr passieren. "Es geht um den Verdacht der Beschäftigung Illegaler", sagte ein Behördensprecher vor Ort. Dieser richtet sich nur gegen eine der hier ansässigen Firmen, die im Import- und Exportgeschäft tätig sein soll. Das von Chinesen betriebene Unternehmen steht im Verdacht, in Deutschland illegal lebende Landsleute zu beschäftigen.

Vor Ort zu sehen waren auch viele Polizeihunde, deren Aufgabe blieb zunächst unklar. Einige wurden offenbar zur Sicherung von kleineren Halleneingängen eingesetzt.

"Aktuell geht es darum, zu sortieren, welche Personen zu welcher Firma gehören", sagte der Polizeisprecher. Die Durchsuchungsmaßnahmen sollen bis zum Nachmittag andauern. Auch zwei Wohnungen, vermutlich der Geschäftsführer, werden zur Stunde durchsucht.

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Die Bundespolizei kündigte für den Nachmittag eine Erklärung an.

Auch dieser Hintereingang wurde von einem Hundeführer gesichert, damit niemand aus der Halle flüchtet.
Auch dieser Hintereingang wurde von einem Hundeführer gesichert, damit niemand aus der Halle flüchtet.  © Alexander Bischoff
Die Kripo der Bundespolizei sucht bei der Razzia nach Beweisen für die illegale Beschäftigung eingeschleuster Ausländer.
Die Kripo der Bundespolizei sucht bei der Razzia nach Beweisen für die illegale Beschäftigung eingeschleuster Ausländer.  © Alexander Bischoff
Ein Beamter der Bundespolizei sichert den Eingang des betroffenen Gewerbehofs.
Ein Beamter der Bundespolizei sichert den Eingang des betroffenen Gewerbehofs.  © Alexander Bischoff

Drei chinesische Firmenchefs sollen illegal in Deutschland lebende Ausländer versteckt und beschäftigt haben

Am Nachmittag endeten die Durchsuchungsmaßnahmen. Abgesehen hatten es die Ermittler laut Bundespolizei auf eine Im- und Exportfirma, die auch einen großen Versandhandel für Garten-Deko betreibt.

Der Verdacht: Die drei chinesischen Chefs (41, 46, 48), deren Wohnungen auch durchsucht wurden, sollen seit 2019 illegal in Deutschland lebende Ausländer verstecken und bei sich arbeiten lassen.

"Die Durchsuchungsmaßnahmen zielten auf das Auffinden von Beweismitteln ab, welche die Unterbringung unerlaubt in Deutschland Aufhältiger belegen", erklärte Behördensprecher Maik Fischer (41) nach dem Ende der Razzia. Auch Spürhunde seien zum Einsatz gekommen.

Laut Fischer wurde ein Chinese mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in einem Hochlager-Versteck aufgespürt. Zudem seien Smartphones, Festplatten und Geschäftsunterlagen zur Beweissicherung sichergestellt worden. Diese sollen jetzt umfangreich ausgewertet werden.

Titelfoto: Alexander Bischoff

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