Halbe Million Euro Schaden: Leipzigs Polizei zerschlägt berüchtigte Einbrecherbande

Leipzig - In Leipzig jagt die Polizei eine Diebesbande, die für zahlreiche Einbrüche in Arztpraxen, Autowerkstätten und Pflegedienste verantwortlich sein soll. Abgesehen haben es die Ganoven stets auch auf die Fahrzeuge der Opfer.

Finale in den Schienen: Mit diesem geklauten VW Caddy lieferte sich Klaus R. (31) am Donnerstag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.
Finale in den Schienen: Mit diesem geklauten VW Caddy lieferte sich Klaus R. (31) am Donnerstag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.  © Polizei Leipzig

Das vorläufige Ende seiner kriminellen Karriere besiegelte ein Reifenplatzer im Gleiskörper der Straßenbahn auf der Lützner Straße. Dort nahmen Polizeibeamte am Donnerstag kurz nach Mitternacht Klaus R. (31) fest. Zuvor hatte er sich im geklauten VW Caddy eine rasante Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert.

Den Ermittlern ging damit ein ziemlich dicker Fisch ins Netz. Denn R. gilt als Führungsfigur einer Diebesbande, die seit einem Jahr für zahlreiche Einbrüche und Kfz-Diebstähle verantwortlich sein soll.

Noch Ende Januar war er der Polizei um Haaresbreite entwischt, nachdem er sich mit einem geklauten VW Polo im Rückwärtsgang den Weg frei geschoben und für jede Menge Blechschaden gesorgt hatte.

Nach Angaben der Leipziger Polizeidirektion gehören etwa 15 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zu der Bande. Spezialisiert hat die sich auf Einbrüche in Arztpraxen, Pflegediensten, Autohäusern und Sporteinrichtungen. Neben Bargeld und Computertechnik haben es die Ganoven vor allem auf Fahrzeuge abgesehen.

So sollen sie etwa bei einem Bruch im Januar 2020 aus einer Kfz-Werkstatt an der Angerstraße sechs Autos geklaut haben. Von einem schwarzen VW Passat Kombi (L-HV 8745) fehlt bis heute jede Spur. Nach einem Einbruch im März in die Räume eines Pflegedienstes sollen die Kriminellen gleichfalls sechs Firmenfahrzeuge der Pfleger samt Originalschlüssel mitgenommen haben.

Leipzigs Kripo hat sich an der Bande festgebissen

"Der verursachte Schaden dieser auch überregional handelnden Tätergruppierung wird allein im Jahr 2020 auf mindestens 490.000 Euro geschätzt“, sagt Polizei-Sprecherin Sandra Freitag.

Dieses Jahr dürfte die Bilanz der Ganoven bescheidener ausfallen. Denn Leipzigs Kripo hatte sich in den letzten Wochen an der Bande festgebissen. Mit Erfolg: Bereits im Januar konnten ein 38-Jähriger und eine 20-Jährige verhaftet werden. Beide sollen zum Kern der in wechselnder Besetzung agierenden Truppe gehören.

Mit Klaus R. scheint nun der Aktivposten der Bande hinter Gitter eingefahren zu sein. Bislang könne man ihm etwa 75 Straftaten zuordnen, so Polizei-Sprecherin Freitag. Darunter die Beteiligung an 18 Fahrzeugdiebstählen.

Gegen ein weiteres Dutzend Bandenmitglieder wird ermittelt. Allerdings reichte es bei diesen Ganoven bislang nicht zum Haftbefehl.

Titelfoto: Polizei Leipzig

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