"Ihre Tochter muss sterben!": Das sind die dreisten Maschen der Leipziger Telefon-Betrüger

Leipzig - Am gestrigen Mittwoch versuchten Betrüger in zahlreichen Fällen, Senioren im Alter von 64 und 91 Jahren am Telefon um ihr Vermögen zu bringen.

Unbekannte Täter versuchen immer wieder, Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Polizei mahnt zur Wachsamkeit. (Symbolbild)
Unbekannte Täter versuchen immer wieder, Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Polizei mahnt zur Wachsamkeit. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Polizeidirektion Leipzig veröffentlichte am Donnerstag eine beispielhafte Auflistung einiger Vorfälle dieser dreisten Methode.

So bekam eine 80-Jährige im Stadtteil Eutritzsch in der Mittagszeit einen Anruf eines "Herrn Dr. Weber" vom Leipziger Uniklinikum. Dieser teilte der Seniorin mit, dass ihre Tochter angeblich auf der Intensivstation läge und dringend ein Medikament benötige. Der stolze Preis: 56.000 Euro!

Der "Doktor" schüchterte die Frau weiter ein, indem er behauptete, weder die Krankenkasse noch die Tochter selbst könnten die Kosten übernehmen. Könne die 80-Jährige nicht dafür bezahlen, "müsse ihre Tochter sterben".

Als die Seniorin ihre Tochter sprechen wollte, meldete sich eine Frau mit Akzent am Telefon. "Dabei erkannte die Geschädigte sofort, dass es sich nicht um ihre Tochter handelte", so die Polizeidirektion Leipzig. Danach wurde das Gespräch beendet.

Weitere Fälle mit derselben Masche ereigneten sich unter anderem in Connewitz, Schönefeld-Ost, Brandis, Schkeuditz und Markranstädt. Auch in diesen Fällen kam es glücklicherweise zu keinen Geldübergaben.

Anrufer geben sich als Polizisten aus

Am selben Tag im Stadtteil Schönefeld erreichte eine 72-Jährige der Anruf eines angeblichen Polizeibeamten, der von einem Unfall sprach, den ihr Sohn verursacht und danach Fahrerflucht begangen habe. Dabei wäre ein neunjähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt worden.

Nur mit der Zahlung einer Kaution von 10.000 bis 30.000 Euro könnte ihr Sohn aus der U-Haft entlassen werden. Da die 72-Jährige nicht über so viel Geld zu verfügte, wurde sie nach dem Besitz von Gold gefragt. Dies bejahte sie, woraufhin der Anrufer das Gespräch beendete - mit dem Versprechen, sich nochmals bei ihr zu melden.

Dazu kam es glücklicherweise nicht, da die Seniorin ihrem Sohn von dem Anruf erzählte, woraufhin die beiden sofort die Polizei verständigten. Auch bei dieser Betrugsvariante ereigneten sich zwei weitere Fälle, beide in Brandis.

In allen Fällen hat die Kriminalpolizei Ermittlungen wegen des Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen in Tateinheit mit Betrug aufgenommen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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