Trauer in Sachsen: Rita (77) über den Tag, an dem ihre geliebten Hunde totgefahren wurden

Neugersdorf - Den 30. März dieses Jahres werden Rita und Heinrich Iffland aus dem sächsischen Neugersdorf (Landkreis Görlitz) nie wieder vergessen. An jenem Nachmittag starben die beiden Hunde der Eheleute. Totgefahren von einem Auto, dessen Fahrer eiskalt flüchtete.

Rita Iffland (77) ist sichtlich traurig. Ihre beiden Hunde wurden von einem Auto totgefahren. Der Fahrer flüchtete.
Rita Iffland (77) ist sichtlich traurig. Ihre beiden Hunde wurden von einem Auto totgefahren. Der Fahrer flüchtete.  © Screenshot/MDR "Kripo Live"

"Unbeschreiblich. Jede Ecke, wo wir gucken, niemand mehr da, man braucht niemanden rufen", erzählt Heinrich Iffland mit brüchiger Stimme in der MDR-Sendung "Kripo live". Seine Frau ergänzt: "Nachts kann man nicht schlafen, dann heult man. Wir vermissen sie ganz schlimm."

Sie, das sind Molly (†7) und Luna (†13). Zwei kleine Vierbeiner der russischstämmigen Rasse Bolonka Zwetna, die als Welpen zu den Ifflands kamen.

Sie hatten ein unbeschwertes Leben, tollten zusammen im Garten herum und zauberten ihren Besitzern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Bis zum 30. März. Rita Iffland ist mit ihrer Freundin Hannah und den beiden Hunden kurz vor 15 Uhr unterwegs zum ALDI-Markt in der Goethestraße.

Ihre Bekannte will quer über die Hauptstraße gehen, "aber ich habe gesagt, wir gehen beim Übergang rüber, das ist sicherer".

Die beiden Frauen stellen sich in der Straßenmitte auf die Verkehrsinsel, die beiden angeleinten Hunde dahinter. Im Hintergrund nähert sich ein Auto aus Richtung Norden. "Ich hörte einen Knall, guckte auf die Hunde, die lagen nur da. Ich konnte sie nicht hochheben, ich war wie erstarrt", berichtet die 77-Jährige aufgelöst.

Anstatt anzuhalten, flüchtet der Unfallfahrer unerkannt vom Unglücksort. Und lässt Rita Iffland mit ihren toten Hunden zurück.

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Molly (†7) und Luna (†13) gucken in die Handykamera.
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Molly (†7) und Luna (†13) gucken in die Handykamera.  © Screenshot/MDR "Kripo Live"

Kripo live: Tierarzt kann Hunde nicht mehr retten, Zeuge gibt wichtigen Hinweis

Die MDR-Grafik zeigt, wo sich der Unfall in Neugersdorf ereignet hat.
Die MDR-Grafik zeigt, wo sich der Unfall in Neugersdorf ereignet hat.  © Screenshot/MDR "Kripo Live"

Nachbarin Theresa Schubert kommt kurz danach zum Unfallort, packt die Hunde in ihr Auto, fährt zum nächstgelegenen Tierarzt. Doch der kann nichts mehr für die beiden Bolonka Zwetnas tun.

Natürlich ist auch die Polizei eingeschaltet worden. "Immer wieder stellt sich die Frage, ob der Geflüchtete den Unfall bemerkt haben kann", sagt Polizeisprecher Sebastian Ulbrich. "In dem Fall gehen wir davon aus, weil die Hauptstraße über mehrere Hundert Meter schnurgerade auf die Mittelinsel zulief. Es ist also davon auszugehen, dass der Fahrer die Frau gesehen haben muss.

Auch der von mehreren Personen wahrgenommene Knall "spricht dafür, dass der Fahrer den Unfall mitbekommen haben müsste".

Die Behörde ermittelt nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

Spuren des Unfallwagens konnten zwar nicht gesichert werden. Aber es gibt einen wichtigen Hinweis eines Zeugen: Dieser berichtete, es solle sich um ein goldfarbenes Auto mit Kamenzer Kennzeichen gehandelt haben.

Sagt Euch ein solches Fahrzeug etwas? Habt Ihr den Unfall beobachtet oder könnt Angaben zum Fahrer bzw. der Fahrerin machen? Dann meldet Euch bitte beim Polizeirevier Zittau-Oberland unter der Rufnummer 03583/62 0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/MDR "Kripo Live"

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